Irgendwie hat mich dieser Artikel sehr berührt... Alleine deshalb schon wollte ich hier gerne darauf hinweisen.Dr. Erich Kästners Tod war keiner deutschen Zeitung eine Zeile wert. Dabei war der alte Herr, der vor gut drei Wochen im Alter von 107 Jahren starb, der zweitälteste Deutsche. Das allein reicht heutzutage nicht, man muss schon der Älteste oder der Jüngste, der Erste oder Letzte seiner Art sein. Dabei war der Namensvetter des berühmten Schriftstellers wohl auch das: der Letzte, und zwar der Letzte einer ganz besonderen Generation: Mit dem Oberlandgerichtsrat i. R. ist am 1. Januar 2008 nun der - soweit man es sagen kann - letzte deutsche Teilnehmer des Ersten Weltkriegs 1914/18 gestorben.
Anders als die Briten, die Franzosen, die Amerikaner oder die Australier führt in Deutschland niemand eine Liste der Veteranen von damals. Weder das Verteidigungsministerium noch der Bundeswehrverband oder das Militärgeschichtliche Forschungsamt in Potsdam können Auskunft geben, wer damals als Soldat in den Armeen des Kaiserreichs das große Gemetzel zwischen Nordsee und Alpen mitgemacht hat. Und so nimmt hierzulande auch niemand Notiz, wenn einer dieser Zeitzeugen stirbt - wie denn auch? Im kollektiven Gedächtnis der Deutschen kommen die Veteranen von 1914/18 nicht vor; sie sind eine wahrhaft verlorene Generation, deren Leben, Leiden und Sterben in den Schützengräben an Marne und Somme im Schlagschatten des Zweiten Weltkriegs verschwand.
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Ad Memoriam - Den 20 Millionen Toten des Ersten Weltkrieges
I knew a simple soldier boy
Who grinned at life in empty joy,
Slept soundly through the lonesome dark,
And whistled early with the lark.
In winter trenches, cowed and glum,
With crumps and lice and lack of rum,
He put a bullet through his brain.
No one spoke of him again.
You smug-faced crowds with kindling eye
Who cheer when soldier lads march by,
Sneak home and pray you’ll never know
The hell where youth and laughter go.
Siegfried Sassoon, 1918