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Neo-Prüderie

Verfasst: So 11. Nov 2007, 17:09
von Konrad Grimm
In Europa witzelt man ja gerne über die amerikanische Prüderie. Rückständig bis zum geht nicht mehr, total verklemmt, wenn es um Sex geht. Tatsächlich ist etwa Prostitution in 48 von 50 Bundesstaaten streng verboten und strafbar, Ausnahmen existieren nur in Rhode Island und Nevada.

Wir Europäer sind da viel liberaler, und fortschrittlicher, und so.

Naja.

"Wir Europäer" spielen das Spiel halt anders. In Schweden, dem sozialdemokratischen Musterland, Speerspitze von Fortschritt und Emanzipation, verbietet man Prostitution nicht mehr. Nicht etwa, weil man eingesehen hat, dass es Staat und Gesellschaft einen Dreck angeht, was irgendwer im Bett tut. Nein, die politische Linke hat nur eingesehen, dass die klassische Verfolgung der Prostituierten nicht funktioniert. Außerdem hat man ja auch eine modernere, humane Ideologie. Die Prostituierten sind nicht mehr die bösen Verführer- und Verderberinnen, sondern Opfer der bösen männlichen und bösen kapitalistischen Welt.

Deswegen bestraft man in Schweden jetzt ganz modern - die Männer.

Das hat zwar zunächst für Probleme gesorgt, wie die Regierung (die inzwischen die Farbe gewechselt hat und neuerdings nach fast einem Jahrzehnt Rot-Grün sich wieder "konservativ" schimpft) einräumen muss. Hat schon eine Weile gedauert, bis man den Polizisten oft genug erklärt hat, dass Sex nichts Privates, sondern was Politisches ist. Aber solche Veränderungen kommen ja auch nur langsam. Jetzt steht in Schweden das Thema "Prostitution ist böse" bereits auf dem Lehrplan der staatlichen Grundschulen. Von staatlichem Kindesmissbrauch würden in diesem Zusammenhang wohl nur böse Freiheitsfanatiker sprechen.

Denn Prostituierte können nicht glücklich sein, das sehe man ja, das wisse man ja, das sei so, Ende. Hier einen Zusammenhang mit der politisch-gesellschaftlichen Tabuisierung des Phänomens zu vermuten, den Ursache-Wirkung-Zusammenhang als genau anders herum anzunehmen - undenkbar.

Natürlich, ein paar Kollateralschäden links-feministischer Triebverdrängung gibt es. Die Zahl an Vergewaltigungen ist in die Höhe geschnellt. Und der Sextourismus in die ehemaligen Ostblockstaaten ist auch explodiert.

Aber Gesinnungsethik ist ja seit jeher das Credo der postmaterialistischen Linken.

weiterführend: Der Spiegel

Verfasst: So 11. Nov 2007, 20:12
von Amber Marie Ford
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Aber das wusste ich schon... ;) -> klick

Verfasst: So 11. Nov 2007, 21:39
von Oliver von Palm
So gerne ich die Schweden mag, so sehr ich schätze und bewundere, dass Schweden das erste Land der Welt war, dass die Pressefreiheit in einem noch heute gültigem Gesetz garantiert hat, so sehr verachte ich es für den rücksichtslosen Feminazismus.

Ich würde zwar nicht unbedingt von Kindesmissbrauch sprechen, wenn man die Kinder schon in der Grundschule darüber "aufklärt" wie "böse" Prostitition doch ist, aber ich spreche von einer widerlichen Ideologie. Männerverachtend, frauenverachtend, generell menschenverachtend, einfach nur ekelhaft.

Der Mann muss endlich aufwachen und merken, dass er sich nur auf eine Weise seine Freiheit wiederholen kann, die er verloren hat, die er besser gesagt sich selbst in unendlicher Perversität geraubt hat: Endlich von der frauenfreundlichen, kinderschützenden, gutmenschlichen Leiter kommen. Frauen sind auch nur Menschen, sie sind keine Bessermenschen - auch wenn die Femifaschistische Partei DIE FRAUEN es behauptet - und schon gar nicht sind sie arme, beschützenswerte Wesen. Und vor allem selbstbewusster werden.

Was Femifaschistinnen, Feministinnen sonstiger Coleur und generell alle Liebhaber von Alice Schwarzer am meisten hassen - weil sie es fürchten - sind aufgeklärte, intelligente Menschen, die etwas können, was sie selbst nicht können und auch nie können werden: Sich eigene Gedanken zum Leben und über sich selbst machen. Feministinnen und die sich Männer schimpfenden Waschlappen, die sie hofieren, sind nur eines: Am Leben gescheiterte und hoffnungslos verkrachte Existenzen, die ohne ihre kranke Ideologie vermutlich dieser Welt schon längst einen großen Gefallen getan hätten, nämlich Selbstmord zu begehen!

Verfasst: So 11. Nov 2007, 21:46
von Konrad Grimm
Original von Oliver von Palm
Ich würde zwar nicht unbedingt von Kindesmissbrauch sprechen, ...
Man entführt die Kinder (Schulpflicht), zwingt sie in abgeschirmte Einrichtungen (Schulen) und vollzieht an ihnen eine Gehirnwäsche (Unterricht).

Ich nenne das Kindesmissbrauch.

Verfasst: So 11. Nov 2007, 21:47
von Oliver von Palm
Original von Konrad Grimm

Man entführt die Kinder (Schulpflicht), zwingt sie in abgeschirmte Einrichtungen (Schulen) und vollzieht an ihnen eine Gehirnwäsche (Unterricht).

Ich nenne das Kindesmissbrauch.
Naja, wenn man es so sieht....

Verfasst: So 11. Nov 2007, 23:31
von Palin Waylan-Majere
Echt mal! Blöde Weiber, jetzt wollen die uns noch unsere Nutten wegnehmen. Da sind die Bitches selbst schuld wenn wir dann wahllos irgendwelche Chicks vergewaltigen. Ein Mann hat schließlich Bedürfnisse! Wer das Gegenteil behauptet ist ein schwuler Waschlappen, früher wurde sowas an die Wand gestellt!

Verfasst: So 11. Nov 2007, 23:39
von Konrad Grimm
Original von Palin Waylan-Majere
Echt mal! Blöde Weiber, jetzt wollen die uns noch unsere Nutten wegnehmen. Da sind die Bitches selbst schuld wenn wir dann wahllos irgendwelche Chicks vergewaltigen.
Aufschlußreich, dass Du es bist, der diese abwertenden Begriffe verwendet. Freiheitsfreunde sind die einzigen, die Prostituierte respektieren - und nicht einsperren ("Rechte") oder bevormunden ("Linke") möchten.

Was ist nur aus der Linken geworden? Kein marxistischer Materialismus mehr, stattdessen solche Bevormundungsphantasien.

Verfasst: Mo 12. Nov 2007, 00:23
von Fabian Montary
Ich finde es unsinnig, ja, erschreckend...

Verfasst: Mo 12. Nov 2007, 01:39
von Palin Waylan-Majere
Schon bei Marx findet man die Kritik an der Ausbeutung der Frau durch den Mann. Wenn man ein System, dass eine Klasse, die nur noch ihre Arbeitskraft zu verkaufen hat- weil sie nichts als ebendiese besitzt- systematisch ausbeutet, einer grundlegenden Kritik unterzieht, kann man nicht den Fakt der Ausbeutung der Frauen außer Acht lassen.
Die Frauen an dieser Stelle einzusperren oder zu bevormunden ist nicht zielführend - vielmehr muss diesen erst das bewusst werden, dass und wie sie ausgebeutet werden (das beschränkt sich nicht nur auf Prostituierte). Dann kann dagegen gekämpft werden - eben indem man in erster Linie diejenigen Männer, die Frauen direkt ausbeuten und unterdrücken, bestraft (und die Ursachen für die Ausbeutung beseitigt). Alles andere wäre absurd - als würde man die Sklaven dafür bestrafen, dass sie für ihren Knechter schuften.

Verfasst: Mo 12. Nov 2007, 12:57
von Larifari
Marx est passé.