"Unser Land rast auf den Abgrund zu"
Verfasst: Fr 15. Jun 2007, 14:54
Die Demokratische Union ehemals Ratelon ist ein Spiel, welches ganz zentral vom Gegeneinander lebt - dem Gegeneinander der politischen Kräfte. In wechselnden Zusammenstellungen bilden einige von diesen die Regierung und versuchen als diese, ihre Ziele umzusetzen. Die übrigen bilden die Opposition und versuchen, eine Mehrheit der Bürger von ihren anderslautenden Zielen zu überzeugen, um die Regierung ablösen und an deren Stelle das Land führen zu können. Soweit dürften mir noch alle folgen können.
Aber jetzt wird es kompliziert: ohne ein gewisses Miteinander funktioniert dieses Gegeneinander nicht! Die Demokratische Union ehemals Ratelon ist ein Spiel, und beruht darauf, dass man (im Außenverhältnis) miteinander (im Innenverhältnis) gegeneinander spielt, sozusagen.
Stellen wir uns einmal folgendes vor: es finden also Wahlen in der DUeR statt, im Anschluss an diese konstituiert sich das neugewählte Unionsparlament und zwei Parteien einigen sich darauf, gemeinsam die Regierung zu stellen. Das wäre eigentlich auch kein Problem, schließlich haben diese beiden Parteien gemeinsam eine Mehrheit im Parlament, um einen Unionskanzler zu wählen. Nun ist aber ein Mitglied dieser Partei auf Grund technischer Probleme mit dem Internet-Zugang im realen Leben offiziell abwesend gemeldet und auch nicht erreichbar, so dass die eigentlich bestehende Mehrheit vorübergehend nicht abrufbar ist. Demgemäß scheitern also drei Wahlgänge im Unionsparlament, und dieses muss verfassungsgemäß aufgelöst werden.
Die Frage welche sich nun stellt ist, wie diese Ereignisse zu bewerten sind. Der entsprechende Passus in der Verfassung soll einer politischen Handlungsunfähigkeit vorbeugen, wenn unter den bestehenden Mehrheitsverhältnissen im Parlament keine Regierungsbildung möglich ist. Ist dem in oben beschriebenem Beispielfall aber wirklich so? Die Antwort lautet eindeutig nein - es war eigentlich eine Regierungsbildung möglich, es gab eine Koalition mit parlamentarischer Mehrheit und Kanzlerkandidaten, die Wahl des Unionskanzlers kam allein deshalb nicht zu Stande, weil ein Mitglied der Regierungskoalition aus Gründen welche im realen Leben technisch an der Abstimmungsteilnahme verhindert war. Das ändert jedoch nichts daran, dass es in dem von den Bürgern gewählten Unionsparlament eigentlich eine Koalition gibt, welche eine Unionsregierung zu tragen vermochte - ihr Zustandekommen scheiterte allein an bekanntgegebener, begründeter realer Abwesenheit eines Koalitionsmitgliedes, nicht an den Mehrheitsverhältnissen im Parlament oder Unstimmigkeiten innerhalb der Koalition. Was ich meine dürfte klar sein.
Wie verhält man sich in dieser Situation nun als Opposition bzw. als Oppositionsabgeordneter? In einer Situation da man weiß dass es im virtuellen Leben eigentlich eine tragfähige Koalition gibt, welcher nur aus realen Gründen vorübergehend eine Stimme für die Kanzlerwahl fehlt? Natürlich könnte ein Oppositionsabgeordneter hergehen, und den vom Unionspräsidenten Vorgeschlagenen zum Kanzler mitwählen, da dass ja demtatsächlichen Willen der Wähler entspricht, und nur aus außerhalb der Simulation liegenden Gründen vorübergehend nicht umsetzbar ist. Das wäre wirklich ausgesprochen stilvoll und kollegial, eine großartige Geste für ein faires Miteinander. Dennoch sollte man es nicht erwarten.
Was man aber denke ich erwarten kann ist, dass die Opposition diese Situation nicht ausnutzt, um das Parlament zu sprengen und im virtuellen Leben eigentlich unbegründete Neuwahlen herbeizuführen. Hätte sie im dritten Wahlgang keinen Gegenkandidaten aufgestellt, hätte der Kanzlerkandidat der Koalitionsfraktionen eine relative Mehrheit erreicht und ernannt werden können. Die Opposition aber stellte einen Gegenkandidaten auf, welcher sowieso schon in der Wahl realistischerweise keine relative oder gar absolute Mehrheit zu erwarten hatte und selbst wenn spätestens nach der Rückkehr des aus realen Gründen abwesenden Koalitionsmitgliedes wieder gestürzt worden wäre. Ergebnis: Stimmenpatt, obligatorische Neuwahlen.
Neuwahlen nicht deshalb, weil es den Fraktionen im Unionsparlament nicht gelungen wäre, eine Koalition zu schmieden, oder weil der designierte Unionskanzler in seinen eigenen Reihen nicht unumstritten war und deshalb nicht alle Stimmen erhielt - nein, die Neuwahlen finden statt, weil die Opposition die reale Abwesenheit einer Koalitionsabgeordneten ausgenutzt hat, um die Regierungsbildung endgültig scheitern zu lassen. Das finde ich einfach nur abgrundtief schäbig. Es gibt innerhalb des virtuellen Lebens keinen politischen Grund für die Auflösung des Unionsparlamentes, die Oppositon hat einfach einen realen Umstand ausgenutzt, um virtuell das Parlament zu sprengen. Ich dachte, hier legen alle so großen Wert auf die "Simon Correctness"? Tja, liebe Kinder, das war wohl nichts...
Was diesem Spiel blüht wenn derartige Winkelzüge Schule machen dürfte allen klar sein: künftig gibt niemand seine Stimmen mehr aktiven und kompetenten Leuten seiner Partei, die er gerne im Parlament sehen möchte, sondern möglichst inaktiven, schusseligen, vergesslichen und oft abwesenden Kandidaten auf den Listen anderer Parteien, um diese zu so schwächen und notfalls auch aus der Opposition heraus noch übertölpeln zu können.
"Unser Land rast auf den Abgrund zu", und ich bin gespannt ob mir noch jemand einen Grund nennen kann, nicht abzuspringen sobald wieder ein regulärer Unionskanzler amtiert, weil es mir langsam wirklich keinen Spaß mehr macht, mit welchen Methoden hier Politik gemacht wird.
Eine Reihe von Antworten kann ich mir selbst geben, die könnt ihr euch klemmen:
- "Tja, Pech gehabt..."
- "Selber schuld!"
- "Heul doch!"
- "So ist das eben..."
- "Das hättet ihr doch genauso gemacht!"
- "Lern simulieren!"
Wer etwas anderes zu entgegnen hat - bitte...
Aber jetzt wird es kompliziert: ohne ein gewisses Miteinander funktioniert dieses Gegeneinander nicht! Die Demokratische Union ehemals Ratelon ist ein Spiel, und beruht darauf, dass man (im Außenverhältnis) miteinander (im Innenverhältnis) gegeneinander spielt, sozusagen.
Stellen wir uns einmal folgendes vor: es finden also Wahlen in der DUeR statt, im Anschluss an diese konstituiert sich das neugewählte Unionsparlament und zwei Parteien einigen sich darauf, gemeinsam die Regierung zu stellen. Das wäre eigentlich auch kein Problem, schließlich haben diese beiden Parteien gemeinsam eine Mehrheit im Parlament, um einen Unionskanzler zu wählen. Nun ist aber ein Mitglied dieser Partei auf Grund technischer Probleme mit dem Internet-Zugang im realen Leben offiziell abwesend gemeldet und auch nicht erreichbar, so dass die eigentlich bestehende Mehrheit vorübergehend nicht abrufbar ist. Demgemäß scheitern also drei Wahlgänge im Unionsparlament, und dieses muss verfassungsgemäß aufgelöst werden.
Die Frage welche sich nun stellt ist, wie diese Ereignisse zu bewerten sind. Der entsprechende Passus in der Verfassung soll einer politischen Handlungsunfähigkeit vorbeugen, wenn unter den bestehenden Mehrheitsverhältnissen im Parlament keine Regierungsbildung möglich ist. Ist dem in oben beschriebenem Beispielfall aber wirklich so? Die Antwort lautet eindeutig nein - es war eigentlich eine Regierungsbildung möglich, es gab eine Koalition mit parlamentarischer Mehrheit und Kanzlerkandidaten, die Wahl des Unionskanzlers kam allein deshalb nicht zu Stande, weil ein Mitglied der Regierungskoalition aus Gründen welche im realen Leben technisch an der Abstimmungsteilnahme verhindert war. Das ändert jedoch nichts daran, dass es in dem von den Bürgern gewählten Unionsparlament eigentlich eine Koalition gibt, welche eine Unionsregierung zu tragen vermochte - ihr Zustandekommen scheiterte allein an bekanntgegebener, begründeter realer Abwesenheit eines Koalitionsmitgliedes, nicht an den Mehrheitsverhältnissen im Parlament oder Unstimmigkeiten innerhalb der Koalition. Was ich meine dürfte klar sein.
Wie verhält man sich in dieser Situation nun als Opposition bzw. als Oppositionsabgeordneter? In einer Situation da man weiß dass es im virtuellen Leben eigentlich eine tragfähige Koalition gibt, welcher nur aus realen Gründen vorübergehend eine Stimme für die Kanzlerwahl fehlt? Natürlich könnte ein Oppositionsabgeordneter hergehen, und den vom Unionspräsidenten Vorgeschlagenen zum Kanzler mitwählen, da dass ja demtatsächlichen Willen der Wähler entspricht, und nur aus außerhalb der Simulation liegenden Gründen vorübergehend nicht umsetzbar ist. Das wäre wirklich ausgesprochen stilvoll und kollegial, eine großartige Geste für ein faires Miteinander. Dennoch sollte man es nicht erwarten.
Was man aber denke ich erwarten kann ist, dass die Opposition diese Situation nicht ausnutzt, um das Parlament zu sprengen und im virtuellen Leben eigentlich unbegründete Neuwahlen herbeizuführen. Hätte sie im dritten Wahlgang keinen Gegenkandidaten aufgestellt, hätte der Kanzlerkandidat der Koalitionsfraktionen eine relative Mehrheit erreicht und ernannt werden können. Die Opposition aber stellte einen Gegenkandidaten auf, welcher sowieso schon in der Wahl realistischerweise keine relative oder gar absolute Mehrheit zu erwarten hatte und selbst wenn spätestens nach der Rückkehr des aus realen Gründen abwesenden Koalitionsmitgliedes wieder gestürzt worden wäre. Ergebnis: Stimmenpatt, obligatorische Neuwahlen.
Neuwahlen nicht deshalb, weil es den Fraktionen im Unionsparlament nicht gelungen wäre, eine Koalition zu schmieden, oder weil der designierte Unionskanzler in seinen eigenen Reihen nicht unumstritten war und deshalb nicht alle Stimmen erhielt - nein, die Neuwahlen finden statt, weil die Opposition die reale Abwesenheit einer Koalitionsabgeordneten ausgenutzt hat, um die Regierungsbildung endgültig scheitern zu lassen. Das finde ich einfach nur abgrundtief schäbig. Es gibt innerhalb des virtuellen Lebens keinen politischen Grund für die Auflösung des Unionsparlamentes, die Oppositon hat einfach einen realen Umstand ausgenutzt, um virtuell das Parlament zu sprengen. Ich dachte, hier legen alle so großen Wert auf die "Simon Correctness"? Tja, liebe Kinder, das war wohl nichts...
Was diesem Spiel blüht wenn derartige Winkelzüge Schule machen dürfte allen klar sein: künftig gibt niemand seine Stimmen mehr aktiven und kompetenten Leuten seiner Partei, die er gerne im Parlament sehen möchte, sondern möglichst inaktiven, schusseligen, vergesslichen und oft abwesenden Kandidaten auf den Listen anderer Parteien, um diese zu so schwächen und notfalls auch aus der Opposition heraus noch übertölpeln zu können.
"Unser Land rast auf den Abgrund zu", und ich bin gespannt ob mir noch jemand einen Grund nennen kann, nicht abzuspringen sobald wieder ein regulärer Unionskanzler amtiert, weil es mir langsam wirklich keinen Spaß mehr macht, mit welchen Methoden hier Politik gemacht wird.
Eine Reihe von Antworten kann ich mir selbst geben, die könnt ihr euch klemmen:
- "Tja, Pech gehabt..."
- "Selber schuld!"
- "Heul doch!"
- "So ist das eben..."
- "Das hättet ihr doch genauso gemacht!"
- "Lern simulieren!"
Wer etwas anderes zu entgegnen hat - bitte...
