Ach so, wenn das der offizielle Bewerbungsthread ist...
Ich heiße Philipp, bin 25 Jahre alt, habe die Haare schön und stelle mich zur Wahl in die Spielleitung. Erstmals 2003 in der DU dabei, bin ich nach einer längeren Pause seit nun fast anderthalb Jahren wieder aktiv.
Es ist kein persönlicher Angriff auf die amtierenden Mitglieder der Spielleitung, sondern schlicht eine persönliche Feststellung wenn ich sage, dass die Einrichtung dieses Organs meinem Eindruck nach unserem Spiel bislang mehr geschadet als genutzt hat.
Es hat sich eine widerliche "Das petze ich jetzt der Spielleitung!"-Mentalität entwickelt, schlimmer fast als im Kindergarten. Teilweise ließen SL-Mitglieder fallen, es hätten sich selbst Mitspieler über den Stil mancher Diskussionen beschwert, die an diesen gar nicht beteiligt waren. Wenigstens ein Mitglied der Spielleitung hat als im Verläufe von Diskussionen nicht gefielen widerholt angekündigt, er wolle diese Themen in der Spielleitung anbringen. Für derartiges ist dieses Organ aber meiner Meinung gar nicht da. Es nicht Aufgabe der Spielleitung, im unishctbaren Geheimforum zu beratschlagen, wie man die ungezogenen Kinder zur Räson bringt. Die Jüngeren unter uns kann man bereits als junge Erwachsene bezeichnen, einige Mitspieler sind in der zweiten Hälfte ihrer Zwanziger oder älter, also schon etwas "gesetzt". Jedenfalls sollten wir alle im Stande sein, unsere Meinungsverschiedenheiten und Konflikte selbstständig beizulegen, und sei es wenn keine Versöhnung erreichbar ist, indem man zumindest übereinkommt, einander aus dem Weg zu gehen. Nur wo keine wie auch immer geartete Aussprache oder Übereinkunft, dass man einander ohne vertiefte Aussprache meiden will erreichbar ist, sollte die Spielleitung eingeschaltet werden. Aber nicht, um in Kabinettsjustiz Disziplinarmaßnahmen gegen einen oder beide Beteiligte auszuklüngeln, sondern um die Beteiligten "an einen Tisch" zu bringen und vermittelnd darauf hinzuwirken, dass sie sich entweder vertragen oder zumindest in Ruhe lassen.
Auch die Öffentlichkeit der Spielleitung ist dringend verbesserungsbedürftig. Erinnert sei an den "Fall Frank", als die Spielleitung gestützt auf die Spielregeln einen der dienstältesten Mitspieler wegen Regelverstoßes ausschloss, und ihren Mitgliedern in der Diskussion über diese Maßnahme mehr über die ihnen bekannt gewordenen Tatsachen und daraus gezogenen Schlüsse entglitt, als ihm offiziellen Bericht zur Sache zu lesen waren. Umfassend und erschöpfend informiert - wann wurden aus welcher Quelle welche Anhaltspunkte oder Tatsachen bekannt, wer hat daraus mit welcher Begründung welche Schlüsse gezogen usw. - fühle ich mich in dieser Sache bis heute nicht. Derartige Kabinettsstückchen sind deshalb inakzeptabel, weil die Mitglieder der SL nicht die Gutsherren sind, sondern die Gutsverwalter. Nicht sie sind die Chefs der Spielerschaft, sondern die Mitspieler sind der Chef der Spielleitung! Darum müssen diese lückenlos über die Arbeit der Spielleitung informiert werden, um über die Qualität der Arbeit der SL-Mitglieder sowie deren Wiederwahl oder Nichtwiederwahl entscheiden zu können. Zu diesem Zweck möchte ich mich dafür einsetzen, dass alle zur SL wahlberechtigten Mitspieler Leserecht im Forum der SL erhalten. Geheime Besprechungen haben da sowieso nichts zu suchen, denn Aufgabe der Spielleitung ist es, im Bedarfsfalle gerade öffentliche Aussprachen, Beratungen und Diskussionen anzustoßen, zu fördern und zu moderieren, und nicht hinter verschlossenen Türen Beschlüsse und Maßnahmen auszukaspern. Sollte dieses Lesercht für die Spielerschaft am Widerstand der anderen SL-Mitglieder scheitern, möchte ich die Spielerschaft zumindest regelmäßig über die Arbeit der SL informieren.
Endlich bin ich auch der Meinung, dass die fortschreitende "Versimoffung" unseres Spieles gestoppt werden muss. Beleidigungen etwa gehören vor das Unionsgericht, und nicht in das (bald hoffentlich sowieso nicht mehr) geheime Forum der SL. Nur in Ausnahmefällen, wenn eine Beleidigung tatsächlich erkennbar keinen Bezug zum Spiel mehr hat und allein auf die reale Person abzielt, ist die Spielleitung gefragt - aber wie gesagt als Schlichterin und Vermittlerin, die eine Aussprache und Entschuldigung erwirken, und nicht Disziplinarmaßnahmen verhängen soll. Gleiches gilt für Mehrfach-Anmeldungen - diese waren früher Sache des Unionsgerichtes, das Verfahren war öffentlich, es galten rechtsstaatliche Prinzipien und es gab einen Instanzenzug zum ObUG. Das hat immer perfekt funktioniert, nur eine grassierende Krankheit namens "Simon Correctness" hat zu einer Verlagerung auf die SL geführt - ohne Öffentlichkeit, ohne Nachprüfung, ohne rechtsstaatliche Prinzipien. Auch das sollte dringend rückgängig gemacht werden.
So, jetzt wisst ihr, was ihr euch anlacht, wenn ich mich wählen solltet...
