Gegen halb eins Ortszeit tritt die frischgewählte Unionspräsidentin im Großen Saal an ein Rednerpult. An diesem ist die Flagge der Union angebracht, dahinter sind die Flaggen der Länder gruppiert.
Sehr geehrte Damen und Herren, Leev Daams en Heren,
Ladies and Gentlemen, Mesdames et Messieurs, Signore e Signori,
Estimados Señoras y Señores, aloha Wahine me Keonimana,
- Sie macht eine kurze Pause - Poštovane dame i gospodo!
Zunächst möchte ich mich ausdrücklich noch einmal bei allen meinen Wählerinnen und Wählern bedanken. Ich verspreche, dass ich mein möglichstes tun werde, um das in mich gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen. Bei denen, die mir die Stimme verweigerten hoffe ich, dass sie mir die Chance geben, sie von mir und meiner Arbeit zu überzeugen. Es ist mir daher ein ernstes Anliegen, politischer zu wirken, als es mein Vorgänger zuletzt tat. Ich danke auch allen Gratulanten, die mir nach der Wahl ihre Glückwünsche überbrachten!
Dann tritt sie etwas vor und hebt ihre Hand zum Schwur
Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des Volkes der Demokratischen Union widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, die Verfassung und die Gesetze des Staates wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde, so wahr mir Gott helfe!
Meine Damen und Herren, die Demokratische Union steht diesertags vor erheblichen Herausforderungen. Nicht unbegründet wird derzeit Land auf, Land ab über mögliche Änderungen am Staatswesen diskutiert und konkrete Verfassungsreformen angeregt. Ich möchte mich an dieser Stelle nicht konkret zu einem der vielen Vorschläge äußern, aber ich glaube, dass die Demokratische Union auf Dauer nur dann ihre Attraktivität behält, wenn sie ihre kulturelle Vielfalt bewahrt. Die Unionsländer - so verschieden sie sein Mögen - bilden die Summe der Union. Sie sind es, die das Leben in unserer föderativen Heimat liebenwert machen. Gleichwohl sehe ich Potential bei der Verschlankung der Länderverwaltungen und der Kompetenzenverteilung zwischen der Union und den Ländern.
Meine Damen und Herren, als Tochter eines salborianischen Vaters und einer vesteranischen Mutter würde ich mich auch in biologischer Sich als "Kind der Union" bezeichnen wollen. Um so schmerzlicher ist es für micht, dass nach wie vor erbitterte Feindseeligkeit zwischen den Heimatländern meiner Eltern besteht. Als Unionspräsidentin ist mir die Versöhnung und der Ausgleich zwischen der Union und der Bundesrepublik Severanien daher mehr als eine Herzensangelegenheit. Nur in einem Dialog auf Augenhöhe werden wir langfristig zu einem friedlichen Nebeneinander und Miteinander kommen.
Meine Damen und Herren, die Wahl zum Unionsparlament hat - bei allen Schwierigkeiten - gezeigt, dass es immer noch eine politische Landschaft in der Union gibt, die zwar hart in der Sache, aber zum Wohle der Union streitet. Ich gratuliere an dieser Stelle daher auch allen neuen Abgeordneten des Unionsparlamentes und freue mich auf eine konstruktive Zusammenarbeit! Diese will ich auch mit dem Unionsrat und den Unionsländern pflegen! Ich würde mich daher besonders freuen, wenn die Länder den regelmäßigen Dialog mit mir suchen würden. Demnächst wird es dann auch eine neue Unionsregierung geben, deren Mitgliedern ich an dieser Stelle schon einmal die symbolische Hand zur Zusammenarbeit reichen möchte.
Meine Damen und Herren, es ist ein heißer Sommertag und ich will Sie nicht übergebührlich Beanspruchen. Meine Mitarbeiter haben ein Buffett aufgebaut und es sollten kalte Getränke zur Erfrischung bereit stehen. Ich würde daher diese förmliche Zeremonie jetzt in den geselligen Teil überführen und wünsche Ihnen allen noch ein paar angenehme Stunden hier im Unionspräsidialamt und in dem sich anschließenden Garten. Gerne stehe ich auch noch für persönliche Gespräche zur Verfügung.
In diesem Sinne: Packen wir es gemeinsam an!
Sie verlässt das Rednerpult und mischt sich unter die Gäste.