Darum. Schumpeter.
Verfasst: Mi 30. Nov 2011, 13:37
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
bei den nun in Kürze anstehenden Nachwahlen bewerbe ich mich um das freie Mandat im 34. Unionsparlament.
Unser Land steht vor großen Herausforderungen. Nach der Blüte vergangener Tage ist die Union inzwischen welk geworden, Stagnation und Resignation haben Einzug gehalten. Ziel und Auftrag aller politisch verantwortlich handelnden muss es sein, diesem Trend Einhalt zu gebieten und das Steuer herumzureißen, um unser Land in einen neuen Frühling zu führen.
Sie haben zuletzt eine bemerkenswerte Wahl erlebt: Die ideologischen Kämpfe sind dem Gefühl der Alternativlosigkeit gewichen.
Auch ich bekenne mich in dieser Stunde zur Reformpolitik unter Unionskanzler Poppinga. Ich halte ihn für den besten Mann, den ich mir in diesem Augenblick am Steuerrad vorstellen kann. Und jeder Abgeordnete des neuen Parlaments ist schon aus staatsbürgerlicher Verantwortung gefordert, sich sinnvollen Reformanstrengungen nicht zu verweigern. Sollten Sie mir Ihre Stimme geben, verspreche meine aktive Unterstützung jeder sinnvollen und schlüssigen Reformmaßnahme. Aber: Ich bin nicht Mitglied der URL und werde ihr auch nicht beitreten. Und ich werde deswegen auch nicht jeden Programmpunkt dieser Liste mir zu eigen machen. Eine Stimme für mich ist auch eine Stimme gegen eine verfassungsändernde Mehrheit nur einer Fraktion verbunden mit dem Versprechen konstruktiver Kritik.
Unter den bekannten Reformbestrebungen spreche ich mich deutlich gegen die Zusammenlegung von Unionsländern aus. Ich halte diesen Schritt für eine Reduzierung des kulturellen Reichtums und der Vielfalt unseres Landes. Ich werbe für den Erhalt, für die Konservierung dieses Reichtums. Mein Vorschlag ist – wenn nötig – die Ernennung eines gemeinsamen Unionskommissars für die Länder, die zur Selbstverwaltung nicht mehr fähig sind. Anderslautende Entscheidungen in den Ländern werde ich respektieren; ich erwarte aber auch, dass die Union nicht ihrerseits dort Neugliederungen vornimmt, wo die Bevölkerung der Länder sich gegen eine Fusion ausgesprochen hat. Einer erzwungenen Neugliederung top down werde ich nicht zustimmen und ihr wenn nötig entschieden entgegen treten.
Ebenfalls stehe ich der zuletzt eingebrachten Bankrechtsnovelle skeptisch gegenüber. Ich habe der Unionsregierung zum Entwurf bereits einige konstruktiv-kritische Anmerkungen zukommen lassen, sehe aber die Regulierung auch insgesamt eher nicht als Schritt in die richtige Richtung. Mein Konzept lautet, zunächst für ein funktionierendes staatliches Banksystem zu sorgen; ob danach Bedarf für ein zu regulierendes Privatbanksystem einschließlich Aufsichtsbehörde besteht, wird die Zukunft zeigen.
Ich schlage weiterhin eine Abschaffung der Funktion des Unionspräsidenten vor. Dieses Amt hat sich meines Erachtens nicht bewährt. Der denkbaren Funktion, als überparteilicher Landesvater dem Land Impulse zu geben, sind die Amtsinhaber höchst selten nachgekommen. Seine darüber hinaus gehenden Funktionen können problemlos auf Parlamentspräsident und Regierungschef aufgeteilt werden. Hier sehe ich echten Rationalisierungsbedarf.
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger: Dieses Programm ist knapp gehalten, das räume ich ein. Ohne mit dem Finger auf andere zeigen zu wollen, erlauben Sie mir doch den Hinweis, dass es das längste ist, das im 34. Parlamentswahlkampf veröffentlicht worden ist – symptomatisch für den Zustand des Landes, daher auch ohne Vorwurf an die politischen Mitbewerber. Auch mir, das gebe ich frei heraus zu, fehlt es am Patentrezept. Jeder von uns, jeder einzelne ist gefordert, um unserem Land wieder Leben einzuhauchen. Der Beitrag dazu kann nicht nur von der Politik kommen. Der beste und einzige Weg zu mehr Aktivität und der Beitrag jedes einzelnen ist es, aktiv zu sein. Beteiligen Sie sich am Gemeinschaftsleben! Und die Aufgabe der gewählten Mandats- und Funktionsträger ist es, dabei voranzugehen, günstige Rahmenbedingungen zu schaffen und Vorbild zu sein. Daran will ich arbeiten. Konstruktiv wo möglich, kritisch wo nötig.
Darum. Schumpeter.
Zur Person:
Ich bin 53 Jahre alt, ledig, keine Kinder, partei- und konfessionslos.
Nach Geburt in Freistein habe ich den wesentlichen Teil meines Lebens im Ausland verbracht, war dort in verschiedenen beruflichen Funktionen tätig. Ich habe mehrere Jahre die Rechtswissenschaften und Ökonomie studiert, allerdings bedingt durch häufige Umzüge bisher keinen Hochschulabschluss erworben. Ich beabsichtige dies noch nachzuholen.