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Das Guidomobil auf Geisterfahrt
Verfasst: Mi 9. Nov 2011, 17:20
von Anastasia von Metternich
Westerwelle warnt vor Militärschlag gegen Iran
1. So viel zu einem einheitlichen Auftreten des Westens.
2. Bereitet sich Guido Westerwelle mit der Ablehnung militärischer Optionen schon mal darauf vor, hinterher für sich in Anspruch nehmen zu können, er habe das Regime gestürzt? (siehe: Libyen, NATO-Einsatz gegen)
3. Niemand außer Guido Westerwelle stellt derzeit militärische Optionen in den Raum.
4. Ich bereue meine Zweitstimme. Jeden. Einzelnen. Tag. :wall:
Verfasst: Mi 9. Nov 2011, 18:24
von Hendrik Wegland
Der Nahe Osten soll das mal schön allein unter sich ausmachen, beim Irak hieß es doch auch, die hätten Massenvernichtungswaffen und dann wurde nichts gefunden.
Der Westen kann sich einen weiteren Krieg in dieser Wirtschaftslage auch überhaupt nicht erlauben, dann lieber die Kohle in Schulen stecken...
Verfasst: Mi 9. Nov 2011, 18:47
von Heinrich Julius von Jagonburg
Der Westerwelle ja... durch seine neue Nerdbrille, wird er nicht kompetenter.
Der Nahe Osten soll das mal schön allein unter sich ausmachen, beim Irak hieß es doch auch, die hätten Massenvernichtungswaffen und dann wurde nichts gefunden.
Erstens sind die beiden Fälle nicht mal ansatzweise vergleichbar. Zweitens ist das kein exklusives Problem des Nahen Ostens.
Verfasst: Mi 9. Nov 2011, 18:52
von Anastasia von Metternich
Der Fall Irak ersetzt doch keine Argumente. Bei dem Theater, das Nordkorea jährlich veranstaltet, hätte ich mir gewünscht, man hätte viel früher eingegriffen. Über deren Atomwaffe kann niemand glücklich sein. Das Gleiche gilt für Pakistan, das seine Nuklearwaffen in ganz normalen Lieferwagen (!!!) im allgemeinen Straßenverkehr durch die Gegend fährt.
Ich sage ja nicht, dass wir Iran angreifen sollten. Westerwelle unterwandert aber gezielt jene Drohkulisse, die beispielsweise im Fall Libyens Erfolg hatte. Er beraubt der Diplomatie damit ihrer Spitze, um innenpolitisch zu punkten - und das nicht zum ersten Mal.
Verfasst: Mi 9. Nov 2011, 20:27
von Maximilian_Schumpeter
Die einzigen, die derzeit vermutlich ernsthaft einen Militärschlag erwägen und einen solchen führen könnten, dürften in Tel Aviv sitzen. Die Obama-Administration wird es nicht tun, die werden Israel den Rücken freihalten, aber sich nicht selbst die Finger schmutzig machen. Und Israel pfeift auf den deutschen Außenminister, zumal auf diesen. Nebenbei nimmt den Mann sowieso niemand mehr ernst, also was immer er so erzählt, der chinesische Sack Reis hat mehr Bedeutung.
Sogar im eigenen Haus nimmt man diesen Minister nicht ernst.
Westerwelle war von Anfang an der falsche Mann am falschen Platz. Er wäre klug gewesen, wenn er Fraktionsvorsitzender geblieben wäre und in CSU-Manier Opposition innerhalb der Regierung gespielt hätte. Nur so hätten er und die FDP sich treu bleiben können. So sollte es nicht wundern, wenn die FDP bei der nächsten Bundestagswahl aus dem Parlament verschwindet.
Aber:
"4. Ich bereue meine Zweitstimme. Jeden. Einzelnen. Tag."
Unterstellst Du damit nicht, Du hättest etwas besseres wählen können? Wenn ja, was? Wäre morgen Bundestagswahl, ich - wüsste echt nicht, wen ich wählen sollte.
Verfasst: Mi 9. Nov 2011, 20:33
von Pirrrat
Die USA sind doch die Ersten, die bei so einer Situation eingreifen würden. Alleine schon wegen dem riesigen Ölvorrat dort.
Aber da kann man froh sein weit weg von dem ganzen zu sein und gemütlich auf
http://www.internetanbieter-flatrate.net surfen zu können.
Verfasst: Mi 9. Nov 2011, 20:38
von Maximilian_Schumpeter
Original von Pirrrat
Die USA sind doch die Ersten, die bei so einer Situation eingreifen würden. Alleine schon wegen dem riesigen Ölvorrat dort.
Niemand - außer vielleicht Dabbeljuh höchstselbst - würde im Iran einmarschieren wollen. Und selbst der hat dort keine persönlichen Rechnungen zu begleichen.
Und mit einem Luftschlag gegen die Reaktoren kommt man sicher nicht ans Öl.
Verfasst: Mi 9. Nov 2011, 22:37
von Anastasia von Metternich
@Pirrrat: Du kommst wohl auch aus Verschwöristan.
Original von Maximilian_Schumpeter
Unterstellst Du damit nicht, Du hättest etwas besseres wählen können? Wenn ja, was? Wäre morgen Bundestagswahl, ich - wüsste echt nicht, wen ich wählen sollte.
Ich kann mit dem Kurs der CDU (wohlgemerkt nicht ihrer kindischen Schwester aus Bayern) innen- und außenpolitisch gut leben. Ich habe mit meiner Erststimme Union gewählt, obwohl das im Prenzlauer Berg Perlen vor die Säue war. Auch die Grünen halte ich für recht manierlich.
Gerade vom Chef des Außenamtes erwarte ich ein Verständnis des Begriffs "Staatsräson". Für Westerwelle besteht Außenpolitik darin, in einem Statement möglichst oft seinen pathetisch-nervigen Tick "Wir Deutsche" ausleben zu können. Das ist aber keine Außenpolitik, sondern Polittheater. Der Mann ist unwillens und unfähig und - wenn man den Berichten der internationalen Presse Glauben schenken darf - das kommt im Ausland auch so rüber.
Verfasst: Mi 9. Nov 2011, 22:58
von Maximilian_Schumpeter
Original von Anastasia von Metternich
Ich kann mit dem Kurs der CDU (wohlgemerkt nicht ihrer kindischen Schwester aus Bayern) innen- und außenpolitisch gut leben.
Diese Bundesregierung und die an ihr beteiligten Parteien haben Wahlversprechen in einem Umfang gebrochen, den ich kaum für möglich gehalten hätte. Wehrpflicht? Ach, hey, ne, haben wir jetzt grad nich so Lust drauf. Was, Grundsatzprogramm? Eh, ich kann deine Fresse sowas von nicht mehr sehen Alder...!
Mehr netto vom Brutto? Pah! Was, zentrales Wahlversprechen? Geschwätz von gestern! Hat doch schon der Alte gesagt!
AKW-Laufzeit verlängern? Ja nee jetz, wir labern lieber den Grünen alles nach. Wir wollen doch aktiv um die Stimmen der Alt-68er kämpfen! Wählt doch jeder lieber die Kopie als das Original!
Keine dieser drei Parteien oder ihrer Repräsentanten ist aus meiner Sicht mehr wählbar. Das sind alles nur Betrüger. Und die SPD ist angesichts der Mehrwertsteuerlüge 2005 das gleiche Kaliber.
Verfasst: Mi 9. Nov 2011, 23:11
von Anastasia von Metternich
Ich muss gestehen, dass ich die Enttäuschung nicht teile. Das liegt aber sicherlich zu einem guten Teil daran, dass ich die entsprechenden Einzelmaßnahmen für richtig (oder zumindest für das jeweils kleinere Übel) halte. Die Wehrpflicht war eine schreiende Ungerechtigkeit und das Volk würde Deutschland lieber mit Atomwaffen ausstatten, als Atomkraftwerke weiter zu dulden. Die Festlegung auf beide Punkte waren von Beginn an falsch, insofern schmerzt mich die Kehrtwende nicht. Aber es liegt in der Natur des Konservativismus, dass Konservative sich stets unter Schmerzen vom Vorhandenen verabschieden.
Dass Parteien lügen... well, damit habe ich mich abgefunden. Die Erfahrung (und die Politikwissenschaft) lehrt schließlich, dass das Volk belogen werden will. Jedes demokratische Land hat die Politiker, die es verdient.