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Verfasst: Fr 31. Jul 2009, 01:21
von pjotr
Was sind Medici und Fugger, und was ist ein Japan?

so: Naja, das kann man schon leicht widerlegen:
1) Also Fugger und Medici haben null mit Kapitalismus zu tun. Die Banken mögen zwar ein begünstigender Faktor für die Entwicklung des Kapitalismus gewesen sein, aber haben per se auch mal nichts mit dem Kapitalismus zu tun (jedenfalls nur bedingt mehr als die Völkerwanderung oder die Entdeckung Amerikas^^)
2) Meinte ich ja auch den ursprünglichen Kapitalismus. Ohne diesen gäbe es heute höchstwahrscheinlich in Japan auch keinen.
3) Sind die Faktoren in Japan und im damaligen England da ja durchaus ähnlich. Was die Japaner heute zum Arbeiten treibt ist ja auch ein hoher ideologischer Antrieb zum Arbeiten; wie es in England eben der Calvinismus war.

Verfasst: Fr 31. Jul 2009, 01:24
von Richard Stresemann
Original von pjotr
Was sind Medici und Fugger, und was ist ein Japan?
Das war ein Insider :p

Verfasst: Fr 31. Jul 2009, 05:46
von Târâ Kasturbai Gyatso
Doch, weil der Kapitalismus so aufgebaut ist, dass er auch funktioniert, wenn nur eine Minderheit ihn haben möchte. Da der Kapitalismus wie die Monarchie ist, er schafft sich seinen eigenen Adel. Denn was in der Monarchie der Adel war, ist im Kapitalismus die Vermögenselite. Zu beseitigen ist er, wenn er einmal eingeführt ist, nur durch Revolution! - Es sei denn er beseitigt sich von selbst, dafür müsste aber schon eine Finanz- und Wirtschaftskrise kommen, die 10 * so stark ist wie die 1857, 1873, 1929 und die derzeitige zusammen.

Verfasst: Fr 31. Jul 2009, 06:18
von Hans Sack
Original von pjotr
Was sind Medici und Fugger, und was ist ein Japan?

so: Naja, das kann man schon leicht widerlegen:
1) Also Fugger und Medici haben null mit Kapitalismus zu tun. Die Banken mögen zwar ein begünstigender Faktor für die Entwicklung des Kapitalismus gewesen sein, aber haben per se auch mal nichts mit dem Kapitalismus zu tun (jedenfalls nur bedingt mehr als die Völkerwanderung oder die Entdeckung Amerikas^^)
2) Meinte ich ja auch den ursprünglichen Kapitalismus. Ohne diesen gäbe es heute höchstwahrscheinlich in Japan auch keinen.
3) Sind die Faktoren in Japan und im damaligen England da ja durchaus ähnlich. Was die Japaner heute zum Arbeiten treibt ist ja auch ein hoher ideologischer Antrieb zum Arbeiten; wie es in England eben der Calvinismus war.
Genau die Fugger waren keine Kapitalisten und der Kaiser war Demokrat. Hören sie sich manchmal selbst zu ? :rolleyes:

Es gab aber auch schon weit früher Reiche Händler und Große Geldverleiher sogar bereits in der Antike.

Verfasst: Fr 31. Jul 2009, 06:27
von Hans Sack
Original von Târâ Kasturbai Gyatso
Doch, weil der Kapitalismus so aufgebaut ist, dass er auch funktioniert, wenn nur eine Minderheit ihn haben möchte. Da der Kapitalismus wie die Monarchie ist, er schafft sich seinen eigenen Adel. Denn was in der Monarchie der Adel war, ist im Kapitalismus die Vermögenselite. Zu beseitigen ist er, wenn er einmal eingeführt ist, nur durch Revolution! - Es sei denn er beseitigt sich von selbst, dafür müsste aber schon eine Finanz- und Wirtschaftskrise kommen, die 10 * so stark ist wie die 1857, 1873, 1929 und die derzeitige zusammen.
Keine Finanzkrise kann den Kapitalismus beseitigen, da der Mensch automatisch wider dannach Strebt. Sobald es wider etwas zum Handeln gibt wirt gehandelt ,sobald es aufwärts geht werden einige wider Größer und stellen die Größen von einst in den Schatten. So war es schon immer.

Ach und für ihre Revolution fehlt es ihnen an Mitstreitern. Der Kapitalismus ist so etabliert da er Weltweit Anhänger hat. Frau Gyatso sie sind die Nichtige Minderheit.

Ich habe ja absolut nichts für das agieren mit der Masse übrig aber solange es Tatsächlich auch nur wenige Menschen gibt welche ihre Lächerliche Weltanschauung durchsetzen wollen werde ich ihnen entgegentreten.

Verfasst: Fr 31. Jul 2009, 11:29
von Montgomery Scott
Original von Hans Sack
Ich spreche aber von Kapitalismus als Grundlegende Einstellung. Sprich das Selbstverständliche streben nach mehr und der Gedanke der Optimierung des eigenen Lebensumstandes welcher jeder Entscheidung zugrunde liegt. Ich denke das streben nach mehr und das streben nach einem für sich persönlich besseren Leben ist der Grundgedanke des Kapitalismus. Das dieser Gedanke bei besonderen Erfolg im heutigen Sinne zu von ihnen beschriebenen "Großen Stil" und der Ausbeutung anderer führt ist verständlich, aber auch daran finde ich nichts schlimm. Ich sage nur Pro Ausbeutung :D
Wie war das nochmal? Ein Tisch ist ein Tisch und ein Stuhl ist ein Stuhl. Nennt man einen Tisch einen Stuhl und einen Stuhl "Tisch", wird die Diskussion müßig. Guten Tag.

Verfasst: Fr 31. Jul 2009, 12:21
von pjotr
Original von Hans Sack

Genau die Fugger waren keine Kapitalisten und der Kaiser war Demokrat. Hören sie sich manchmal selbst zu ? :rolleyes:
Ich sag doch: Depp
Es gab aber auch schon weit früher Reiche Händler und Große Geldverleiher sogar bereits in der Antike.
Ja, aber keine Kapitalisten.

Verfasst: Fr 31. Jul 2009, 14:31
von Richard Stresemann
Original von pjotr
Ja, aber keine Kapitalisten.
Aber das Gewinnstreben und die Kapitalakkumulation sind jedenfalls keine Erfindung des Protestantismus. Darauf wollte ich mit den historischen Bankiers hinaus, und will wohl auch Herr Sack hinaus.

Und das historische Zusammenwirken von Kapitalismus und Protestantismus erscheint mir ein wenig wie das Problem von Huhn und Ei. War der Protestantismus das Umfeld, in dem der Frühkapitalismus wachsen konnte, oder war er a posteriori ideologische Rechtfertigung des Systems?

Verfasst: Fr 31. Jul 2009, 14:43
von Richard Stresemann
Original von Hans Sack
Wären also alle Menschen einmal Friedvolle, Selbstlose Gemeinschafts Tiere gewesen und sie damit Glücklich gewesen wären hätte sich niemals ein solches System wie der Kapitalismus in der gesamten Welt etabliert.
Das ist aber auch allenfalls die Auffassung etwaiger utopischer Sozialisten,Jean-Jaques Rousseau und Konsorten. Der Marxismus betont demgegenüber ja durchaus, dass die Interessen differieren und kämpfen. Er geht von einem Konfliktmodell aus, nicht von einem Harmoniemodell. Demgegenüber findet man auf liberaler Seite wiederum die Illusion harmonischer Tauschgesellschaften.

Betrachtet man sich die Geschichte der Menschheit, hat sich der Mensch als höchst wandlungsfähig erwiesen. Einzelgänger war er nie (einzelne Exemplare der Gattung sicher, aber die hat die Evolution ganz folgerichtig aussortiert), sondern stets ein soziales Wesen. Unsere heutige Massenzivilisation verlangt vom Individuum ein hohes Maß an Anpassung an die Vorstellungen des Kollektivs - im Kapitalismus, dessen zentrale Rechtfertigung ja eigentlich auch das Gemeinwohl ist, wie im Sozialismus. Jede Sozialordnung verlangt einen Interessenausgleich. Insofern ist die Abwägung zwischen sozialistischer und kapitalistischer Wirtschaftsordnung eine nüchterne.

Verfasst: Fr 31. Jul 2009, 14:45
von pjotr
Original von Richard Stresemann

Und das historische Zusammenwirken von Kapitalismus und Protestantismus erscheint mir ein wenig wie das Problem von Huhn und Ei. War der Protestantismus das Umfeld, in dem der Frühkapitalismus wachsen konnte, oder war er a posteriori ideologische Rechtfertigung des Systems?
Naja, das Ei des Calvinismus war aber 200 Jahre vor dem Huhn des Kapitalismus da. Von daher ist es schon alleine chronologisch doch relativ klar.