Original von Montgomery Scott
Richtig, die Menschen sind so wie sie sind. Schuld ist die staatliche Wirtschaftspolitik und die individuellen Einzelinteressen der Banken.
Primär die Geldpolitik, nicht die gesamte Wirtschaftspolitik.
Aber wiederum - grob vereinfacht drei menschliche Schwächen -
1. Die menschlich-machtpolitische Schwäche der Regierungen, Geld im (krisenhaften) Übermaß nachzudrucken.
Denn ohne die Entlastung durch Inflation (und damit auch Schuldenentwertung) müssten die Regierungen ihre Schulden und Ausgaben durch massive Steuererhöhungen finanzieren, und das nicht nur bei den "Vermögenden und Reichen", denn diese bezahlen schon den Hauptteil des Steueraufkommens. Das würde massiv den Mittelstand treffen und der würde das als Wählerschaft vermutlich nicht goutieren.
Und selbst das würde in vielen Staaten heute nicht mehr reichen um dem Staatsbankrott zu entgehen, davon abgesehen, dass auch die meisten Steuererhöhungen mittelfristig unter dem Strich nicht mehr Steuereinnahmen bringen.
Da wählte man lieber den schleichenden Staatsbankrott, bzw. die Ausweitung der Geldmenge bis zur "Währungsreform".
2. Die menschliche Schwäche des privaten Bürgers
Besonders (aber nicht nur) in den USA lebten viele auf Pump, konsumierten über das eigentlich an Kapital vorhandene Maß und erhielten - von der Zentralbank ermöglicht, von den Privatbanken (auf die Nachfrage hin) vergeben - Kredite ohne Sicherheiten und realen Werten im Hintergrund.
3. Die Dynamik von (geldpolitisch) falsch gesetzten Signalen, Herdentrieb und menschliche Schwäche u.a. von Bankern
Die Banken sahen die Nachfrage und bedienten diese, ihrerseits mit geliehenem Geld von der staatlich regulierten Zentralbank.
Ebenso sahen viele die vermeintlichen Chancen in Spekulation mit höchst unsicheren Werten und schlecht durchschaubaren (aber daher schon durchaus als riskant einzuschätzenden) Paketen.
Staatsbanker verzockten/verspekulierten sich interessanterweise sogar eher mehr als Privatbanken. Gerade die staatlich/politisch kontrollierten Landesbanken im deutschen Bankwesen haben sich hier nicht rühmlich hervorgetan. Und Finanzminister Steinbrück kritisiert jetzt populistisch die "Gier der privaten Spekulanten und Banken".
Ist die ausufernde Deregulierung wirklich der richtige Weg?
Es gab durchaus Regelungsdefizite. Aber von einer Deregulierungs-Ausuferung zu sprechen ist in den meisten Bereichen übertrieben oder falsch.
Und ist es mit dem Gemeinwohl zu vereinbaren, wenn Wirtschaftsgiganten einzig von den Renditeinteressen der Kapitalisten gesteuert sind?
Rahmenbedingungen sind wichtig, diese kann man bei Bedarf auch ändern. Aber wem eine Firma gehört, der sollte auch entscheiden können, wie er investieren und wirtschaften möchte.
Und ist es nicht vielleicht auch problematisch, wenn Herr Ackermann regelmäßig im Kanzleramt mit der Kanzlerin speist und ihr erklärt, welche Wirtschaftspolitik angebracht ist?
Ich glaube Lobbyismus gibt es von allen Seiten - wiederum menschlich. Und auch Frau Merkel hat glaube ich verschiedene Berater und nimmt auf verschiedene Interessen Rücksicht, allein schon, weil Herr Ackermann alleine keine Stimmenmehrheiten bringt.