Original von Rainer Zufall
In praxi ist es doch wirklich vollkommen unwichtig, ob der Altruismus in re existiert, oder nur ein Hirngespinst ist - oder ist es falsch so zu denken?
Nein, denn es ist wichtig das zu begreifen:
Altruismus gibt es an sich nicht. Etwas, das es nicht gibt, kann nicht höherwertiger sein, als etwas, das es gibt, denn etwas, das es nicht gibt, kann gar nichts (sein).
Gleichzeitig wird von den Meinungsführern der Altruismus aber gefordert - es gibt ihn nicht, er ist nur eine Fiktion, aber die Unterwerfung unter diese Fiktion wird verlangt.
Verhalten wir uns nun pseudo-altruistisch - also so, wie die Priester des Altruismus die Gebote ihrer Religion beschreiben - handeln wir gegen unsere eigentlichen Interessen. "Liebe deinen nächsten wie dich selbst" sagt der Christ, "Sei solidarisch" sagt der Sozialist, "Du sollst nicht begehren deines Nachbarn Haus" ruft, im Grunde, der Kapitalist, und der eifersüchtige Ehemann fügt eifrig hinzu "... noch sein Weib!!!". "Sei altruistisch!", rufen sie alle im Chor, "diene nicht deinen, diene unseren Interessen!", meinen sie in Wirklichkeit.
Zwar handeln wir auch, wenn wir uns der Illusion des Altruismus hingeben, noch immer in Wahrheit egoistisch, doch Befriedigen wir jetzt Bedürfnisstrukturen in uns, die von anderen geweckt wurden. Wir werden um unseren Egoismus betrogen und dienen dem der anderen, dem Egoismus des Staates, dem Egoismus der Kirche, dem Egoismus des Kapitalisten.
Erst wenn wir begreifen, dass Altruismus gar nicht real ist, werden wir uns selbst wieder entdecken und unsere eigentlichen Wünsche, die teilweise dann immer noch wie Altruismus aussehen werden, aber eben nur teilweise. Den tugendhaften Altruismus aber müssen wir wie Gift, wie ein Geschwür aus unserem Körper und Geist spülen.