Seite 10 von 13

Verfasst: So 6. Jul 2008, 00:15
von Konrad Grimm
Original von Montgomery Scott
Das, was ihnen neben ihrer Subsistenz an Handlungs-/Gestaltungsfreiheit bliebe, wurde und wird ihnen laufend in einem komplexen Vorgang von der kapitalistischen Elite enteignet.
Das Dasein der Drohnen hat nur den Zweck der Königin zu dienen.

Verfasst: So 6. Jul 2008, 02:40
von Peter Vain
Der Große Krieg wurde nur tatsächlich zum Weltkrieg, als die USA eingetreten ist und auch dann waren die Kriegsschauplätze noch sehr limitiert auf einen sehr kleinen geographischen Raum.

Und das Konzert von Europa wollte den Krieg, weil der Frieden zu teuer war.

Verfasst: So 6. Jul 2008, 10:47
von Rainer Zufall
Original von Peter Vain
Der Große Krieg wurde nur tatsächlich zum Weltkrieg, als die USA eingetreten ist und auch dann waren die Kriegsschauplätze noch sehr limitiert auf einen sehr kleinen geographischen Raum.
Würd ich so nicht sagen, es gab Kämpfe in Afrika, im Nahen Osten, in Ostasien et cetera. Gerade durch den Eintritt der USA veränderte sich kriegsschauplatzmäßig reich gar nischt.

Verfasst: So 6. Jul 2008, 12:38
von Oliver von Palm
Die EU ist eine positive Sache, und auch eine EU-Verfassung wäre es im Grunde genommen. Polen versucht nun eine Blockadehaltung. Aber es war den Leuten, die Polen unbedingt dabei haben wollten, schon vor der Aufnahme des Landes 2004 klar, dass dieses Land gerne auf der Geschichte rumreitet. Ich habe eh das Gefühl, dass Deutschland, UK und Frankreich sich nur aus historischen Schuldgefühlen heraus so für Polens EU-Mitgliedschaft eingesetzt haben.

Flöge Polen aus der EU, wäre das wahrlich kein Verlust.

Verfasst: So 6. Jul 2008, 12:42
von Konrad Grimm
Original von Oliver von Palm
Die EU ist eine positive Sache, und auch eine EU-Verfassung wäre es im Grunde genommen.
Die EU ist nichts als die Nachfolgerin des allierten Besatzungsstatuts.

Verfasst: So 6. Jul 2008, 13:06
von Albert von Romanow-Bernstein
Original von Oliver von Palm

Flöge Polen aus der EU, wäre das wahrlich kein Verlust.
Sprach der Esel ohne Ahnung!
Um Dich etwas aufzukläre, empfehle ich dringend mal etwas darüber zu lesen und nicht einfach nur auf Züge von anderen aufzuspringen.

Dass ein Teil der Exekutive (und eben nicht ganz Polen !! ) den Ratifizierungsprozess im eigenen Land aussetzt, in einer Situation wo das Vertagswerk schon längst gescheitert ist, ist nun keine wirkliche Demontage der EU.

Den eigentlichen Fehler der Eurokraten hat jemand schon weiteroben beschrieben. Man hätte niemanden mehr dazu nehmen sollen ohne eine Reform des Systems wo ein Staat die komplette EU blockieren kann.

So sehr ich Kaczynski verachte, scheint er hier doch Realist zu sein. Der Vertrag von Lissabon ist gescheitert. Man hat sich nicht getraut das ganze europäische Volk zu fragen und da wo man es getan hat, wollte man diesen Vertrag nicht.

Verfasst: So 6. Jul 2008, 13:40
von Montgomery Scott
Original von Konrad Grimm
Die EU ist nichts als die Nachfolgerin des allierten Besatzungsstatuts.
Das ist strukturell fast so falsch wie historisch.

Verfasst: So 6. Jul 2008, 17:52
von Konrad Grimm
Original von Montgomery Scott
Das ist strukturell fast so falsch wie historisch.
Geh doch lieber mal auf meinen Drohnen-Vergleich ein ;)

Warum willst Du für Menschen kämpfen, die nichts anderes verdienen, als getreten zu werden? Schau Dir die Arbeitnehmer von heute doch mal an! Sie sind doch gar nicht mehr im Stande zu kämpfen! Die Gewerkschaften bluten doch jeden Tag noch ein Stück mehr aus, und an Betriebsratswahlen nehmen nur noch die Apparatschiks teil. Die Arbeitnehmer von heute sind doch sogar zu dumm, feige und faul, die von früheren Generationen erkämpften Rechte wahrzunehmen.

Ja, Demokratie und Sozialismus gehören zusammen, weil sie beide von der falschesten und dümmsten Annahme ausgehen: der Gleichheit der Menschen. Menschen sind nicht gleich. Wir sind Königin oder Drohne, wir sind Löwen oder wir sind Lämmer, Herren oder Sklaven. Das ist die Natur, nicht nur, aber auch die des Menschen.

"Von dem Augenblicke an, wo er das Licht der Welt erblickt, sucht ein Mensch aus ihrem Wirrwarr, in welchem auch er mit allem anderen bunt durcheinander herumgewürfelt wird, sich herauszufinden und sich zu gewinnen.
Doch wehrt sich wiederum alles, was mit dem Kinde in Berührung kommt, gegen dessen Eingriffe und behauptet sein eigenes Bestehen.
Mithin ist, weil Jegliches auf sich hält, und zugleich mit Anderem in stete Kollision gerät, der Kampf der Selbstbehauptung unvermeidlich.
Siegen oder Unterliegen - zwischen beiden Wechselfällen schwankt das Kampfgeschick. Der Sieger wird der Herr, der Unterliegende der Untertan: jener übt die Hoheit und »Hoheitsrechte«, dieser erfüllt in Ehrfurcht und Respekt die »Untertanenpflichten«."

Verfasst: So 6. Jul 2008, 18:54
von Montgomery Scott
Original von Konrad Grimm
Geh doch lieber mal auf meinen Drohnen-Vergleich ein ;)
Den find ich gar nich so verkehrt ;) Bis auf die Tatsache, dass sich im Tierreich keine Spannung zwischen Anspruch und Wirklichkeit ergibt: Tiere kennen kein Recht und Unrecht.
Warum willst Du für Menschen kämpfen, die nichts anderes verdienen, als getreten zu werden? Schau Dir die Arbeitnehmer von heute doch mal an! Sie sind doch gar nicht mehr im Stande zu kämpfen! Die Gewerkschaften bluten doch jeden Tag noch ein Stück mehr aus, und an Betriebsratswahlen nehmen nur noch die Apparatschiks teil. Die Arbeitnehmer von heute sind doch sogar zu dumm, feige und faul, die von früheren Generationen erkämpften Rechte wahrzunehmen.
Das ist wahr aber bei so großen Menschenmassen kann man getrost davon ausgehen, dass dieses Verhalten nur durch ihre Lage und nicht durch ihre individuellen Ansprüche bedingt ist. Im Gegenteil: Die Arbeiterklasse ist voll von Leuten, die unter ihrer Lage leiden, sie realisieren nur nicht, dass es sich bei ihrem Status in der Gesellschaft um kein gottgegebenes Sollen handelt sondern um etwas, was zum Vorteil anderer ihren eigenen natürlichen Bedürfnissen widerspricht. Und das realisieren sie deswegen nicht, weil ihnen diese Realitätsverweigerung von Kindesbeinen antrainiert wird. Die Ideologie des Zeitalters des Kapitalismus diktiert, dass das Gute immer darin besteht, seine eigene Natur den gesellschaftlichen Strukturen anzugleichen, nicht andersherum. Nur die Oberschicht sieht das eben naturgemäß ganz anders. Hier gibt es ganz wie im Frühliberalismus den Vater, dessen (Gestaltungs-)Macht der Sohn erbt, wenn er sich aufgrund seiner Leistungen als würdig erweist. Die Kinder der Arbeiterklasse aber leben in der "vaterlosen Gesellschaft" (Adorno, dort jedoch etwas anders diagnostiziert).
Ja, Demokratie und Sozialismus gehören zusammen, weil sie beide von der falschesten und dümmsten Annahme ausgehen: der Gleichheit der Menschen. Menschen sind nicht gleich. Wir sind Königin oder Drohne, wir sind Löwen oder wir sind Lämmer, Herren oder Sklaven. Das ist die Natur, nicht nur, aber auch die des Menschen.
Wie man das Problem nun auffasst, ob so wie Du oder vom Standpunkt, dass es das einzig Richtige ist, alle Menschen als gleich aufzufassen, ist letztendlich Geschmackssache und weder falszifizierbar noch verifizierbar. Worum es aber geht, ist der Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit in der Gesellschaft. Dass die meisten Menschen der Meinung sind, wir wären frei von derartigen Herrschaftsverhältnissen, sobald die politische Ordnung liberalisiert ist.

Im Übrigen ist es eben eine Tatsache, dass diese von Dir beschworenen "Unterschiede" im Wesentlichen von der Sozialisation abhängen. Die Menschen kommen nicht ungleich als Diener und Herr zur Welt, sie machen sich auch nicht alleine durch ihre Leistungsbereitschaft dazu sondern die Regel ist, dass sie nach ihrer Herkunft dazu gemacht werden.
"Von dem Augenblicke an, wo er das Licht der Welt erblickt, sucht ein Mensch aus ihrem Wirrwarr, in welchem auch er mit allem anderen bunt durcheinander herumgewürfelt wird, sich herauszufinden und sich zu gewinnen.
Doch wehrt sich wiederum alles, was mit dem Kinde in Berührung kommt, gegen dessen Eingriffe und behauptet sein eigenes Bestehen.
Mithin ist, weil Jegliches auf sich hält, und zugleich mit Anderem in stete Kollision gerät, der Kampf der Selbstbehauptung unvermeidlich.
Siegen oder Unterliegen - zwischen beiden Wechselfällen schwankt das Kampfgeschick. Der Sieger wird der Herr, der Unterliegende der Untertan: jener übt die Hoheit und »Hoheitsrechte«, dieser erfüllt in Ehrfurcht und Respekt die »Untertanenpflichten«."

Verdammte Links-Hegelianer, zum Glück hat Marx denen schon früh den Rücken gekehrt ;)

Das Zitat enthält einen wichtigen Punkt: Das Abkämpfen am Widerstehenden, für Adorno die bürgerliche Vaterrolle. Dem Arbeiterkind aber wird etwas ganz anderes eingebläut: Der eigene Wille ist etwas Böses, die gesellschaftlichen Strukturen (welche den Arbeiter in seine Bahnen weisen) sind heilig.

Verfasst: So 6. Jul 2008, 20:18
von Konrad Grimm
Original von Montgomery Scott
Das ist wahr aber bei so großen Menschenmassen kann man getrost davon ausgehen, dass dieses Verhalten nur durch ihre Lage und nicht durch ihre individuellen Ansprüche bedingt ist.
Was die Frage nicht beantwortet, warum Du Dich auf ihre Seite stellst.
Mag ja sein, dass viele zu Sklaven sozialisiert werden - aber das macht doch nichts. Warum fühlst Du Dich berufen, ihre Ketten zu lösen?
Nur die Oberschicht sieht das eben naturgemäß ganz anders.
Ach, die Oberschicht... das sind doch selbst so oft nur die eifrigsten der Sklaven!
Worum es aber geht, ist der Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit in der Gesellschaft. Dass die meisten Menschen der Meinung sind, wir wären frei von derartigen Herrschaftsverhältnissen, sobald die politische Ordnung liberalisiert ist.
Dass die Schafe nicht merken, dass sie Schafe sind, beweist letztlich doch am besten - ihr Schafsein.
Im Übrigen ist es eben eine Tatsache, dass diese von Dir beschworenen "Unterschiede" im Wesentlichen von der Sozialisation abhängen. Die Menschen kommen nicht ungleich als Diener und Herr zur Welt, sie machen sich auch nicht alleine durch ihre Leistungsbereitschaft dazu sondern die Regel ist, dass sie nach ihrer Herkunft dazu gemacht werden.
Wir sind auch von Natur aus ungleich, ungleich begabt, stark, intelligent. Wir sind von Natur aus mit ungleichem Vermögen ausgestattet. Ja: Die Sozialisation verstärkt das noch. Aber was soll's, da Gleichheit doch per se nicht erreichbar ist.
Dem Arbeiterkind aber wird etwas ganz anderes eingebläut: Der eigene Wille ist etwas Böses, die gesellschaftlichen Strukturen (welche den Arbeiter in seine Bahnen weisen) sind heilig.
Ja, das sagt ja Stirner eben auch. Ebenso wie die ganz richtige Aussage, dass Reichtum die Schuld der Armen ist, die ihn dulden.

Allein: Was schert mich denn die Sache der Armen? Und warum machst Du Dich zum Anwalt der Lämmer? Sei doch lieber selbst Löwe!