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Verfasst: Di 27. Mai 2008, 12:39
von Rainer Zufall
Bei Ebay lässt sich ein ordentlicher PC ab 1 Euro erwerben, der für das Arbeiten locker reicht.
Danke für diesen weltfernen Post. Woher soll eine Familie ohne Computer auf eBay zugreifen können, geschweige denn wissen, wie sowas funktioniert?
Verfasst: Di 27. Mai 2008, 12:43
von Konrad Grimm
Original von SRM
Genau letzere, Millionen von Erwerbsfähigen, belasten das System bis an die Schmerzgrenze und die Konsequenz trägt der Arbeitende.
Es bringt doch nichts, auf denen herumzuhacken. Es gibt nunmal immer weniger Arbeitsplätze. Dieser Prozess wird sich erst umdrehen, wenn Energie und damit maschinelle Arbeit wieder massiv im Preis steigt. Wir können natürlich auch zur klassischen Lösung zurückkehren und die Unterschicht aufs Schlachtfeld schicken.
Verfasst: Di 27. Mai 2008, 12:52
von vSzP
Original von Konrad Grimm
Sach, gehst Du gelegentlich mal zum Arzt? Kriegst Du von dem ne Rechnung? Nicht? Sowas...
Du wirst genauso weltfremd wie der Rest der Bande

Nur weil ich keine Rechnung bekomme, behandelt mich der Arzt nicht umsonst :rolleyes:
Verfasst: Di 27. Mai 2008, 12:57
von Konrad Grimm
Richtig: Du bezahlst über Deinen KV-Beitrag. Eben!
Verfasst: Di 27. Mai 2008, 13:28
von David G. Whitman
Original von Montgomery Scott
Das ist schon wieder so eine verkürzte Sichtweise. Klar geht es theoretisch, das hat die bürgerliche Gesellschaft an sich: Theoretisch kann jeder alles erreichen. Aber je nach sozialer Position liegen einem eben mehr oder weniger Steine im Weg, das reicht von bürokratischen bis zu ideologischen oder auch finanziellen Gründen. Wenn man Bafög beantragen oder gar einen Bankkredit aufnehmen muss, um ein Studium zu beginnen, ist das eine immense Hürde, auch wenn sie einem auf den ersten Blick als nicht nennenswert erscheint. Wenn die Eltern negative Vorurteile gegen Akademiker haben und alle Freunde etwas anderes machen und keine Ambitionen auf ein Studium haben, ist das eine Hürde. Wenn Du von Haus aus kein Verständnis für Wissenschaft oder Karriereplanung mitbekommen hast, ist das eine Hürde. Und alles zusammen resultiert in extremen vertikalen sozialen Barrieren, die individuell nicht offensichtlich sind aber statistisch als prägend für unsere Gesellschaft ermittelbar sind.
Sicher gibt es diese Barrieren, das wil ich gar nicht abstreiten. Ich sage nur, dass diese nicht unüberwindbar sind. Das man darüber nachdenken muss, dass soziale Barrieren im Sinne der durchlässigkeit wieder gelockert werden, ist in der Tat logisch und wird von mir gar nicht bestritten. Gleichzeitig ist mir diese deterministische Sichtweise häufig suspekt, dass gewisse Menschen keine Chancen haben. Das verkennt dann all jene, die es trotzdem schaffen. Da stellt sich wiederum dann die Frage, wieso das nicht allseits vermittelt werden kann. Was wiederum damit zu tun hat, dass vieles in dieser Gesellschaft einen auf Ambitionslosigkeit drillt, aber das ist ein anderes Thema.
Quatsch, wieviele Steuern musst Du denn in Deutschland als Geringverdiener noch zahlen? Das würde erst zum Problem, wenn neoliberale Phantasien Wahrheit würden und wir eine lineare Einkommenssteuer bekämen. Der durchschnittliche Geringverdiener wäre schon froh, wenn man ihm noch viele Abgaben vom Lohn abziehen könnte.
Ich sprach, wie der Patrick schon sagte, nicht von 400-Euro Jobs, sondern von Menschen, die 150 Stunden im Monat arbeiten und dafür die genannten 1.300 Euro bekommen, von denen so 900 Euro bleiben. Unnötig zu erwähnen, dass diese Differenz auf diesem Niveau einen massiven Unterschied macht. Dadurch, dass sie einen (sozial)Staat mitfinanzieren, der die eigentlich die Schwachen stützen soll, werden sie selbst überproportional schwächer gestellt. Das ist doch paradox.
Verfasst: Di 27. Mai 2008, 13:30
von David G. Whitman
Original von Konrad Grimm
Wir haben bei der Rentenversicherung lediglich das Problem, dass wir die Demografie nicht in den Griff kriegen.
"lediglich" ist schon eine nette Umschreibung für ein Problem, dass eine substanzielle Grundlage betrifft.

Verfasst: Di 27. Mai 2008, 13:38
von SRM
Original von Stigman
Es gibt Leute die schaffen es ohne Nachhilfe, keine Frage. Es gibt Leute die schaffen es nur mit Nachhilfe. Kein Geld für Nachhilfe? Dann schaffen die's halt nicht.
Auf den Hintern setzen und lernen? Lerngruppen mit Klassenkameraden bilden? Sorry, aber das ist doch eine ziemlich maue Ausrede.
Verfasst: Di 27. Mai 2008, 13:44
von SRM
Original von Rainer Zufall
Danke für diesen weltfernen Post. Woher soll eine Familie ohne Computer auf eBay zugreifen können, geschweige denn wissen, wie sowas funktioniert?
Sorry, aber wir reden hier ja nicht über Urmenschen. Abseits von Internetplattformen gibt es aber auch noch den klassischen Weg: Kleinanzeigen in der Tagespresse und Zeitschriften wie den Sperrmüll oder Flohmarkt. Ein Argument kann ich in der Aussage nicht erkennen.
Verfasst: Di 27. Mai 2008, 13:46
von SRM
Original von Konrad Grimm
Es bringt doch nichts, auf denen herumzuhacken. Es gibt nunmal immer weniger Arbeitsplätze. Dieser Prozess wird sich erst umdrehen, wenn Energie und damit maschinelle Arbeit wieder massiv im Preis steigt. Wir können natürlich auch zur klassischen Lösung zurückkehren und die Unterschicht aufs Schlachtfeld schicken.
Es gibt durchaus genug Arbeitsplätze, aber auch auf das Risiko hin, dass ich mich wiederhole: Ein wenig Flexibilität und Willensstärke ist durchaus notwendig, um sich selbst wieder herauszuziehen. Warum sollte ein in Deutschland geborenes Kind türkischer Einwanderer nicht in der Türkei arbeiten? Die Menschen müssen lernen, die Globalisierung als Chance zu verstehen und nicht immer nur auf den negativen Fakten herumreiten.
Verfasst: Di 27. Mai 2008, 14:34
von Konrad Grimm
Original von SRM
Warum sollte ein in Deutschland geborenes Kind türkischer Einwanderer nicht in der Türkei arbeiten?
Ähem... gute Heimreise, oder wie hieß das auf den NPD-Plakaten?
Ja: Deutschland hat ein Ausländerproblem. Und unserem Land würde es gut tun, wenn wir ein paar Hunderttausend von denen rausschmeißen würden.
Nein: Das Problem der Arbeitslosigkeit kriegen wir so nicht gelöst.