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Verfasst: Mi 19. Dez 2007, 18:38
von Palin Waylan-Majere
Original von vSzP
Wenigstens wissen Ökonomen, von was sie sprechen wenn sie über Wirtschaft debattieren? Was machst du nochmal beruflich/was studierst du?
Offenbar wissen sie es nicht. Sonst würden sie Senkungen der Arbeitslosenversichung um wenige Prozentpünktchen nicht alls Allheilmittel verkaufen, während gleichzeitig der Kurs des Euro zum Dollar in einer so exportabhängigen Wirtschaft so denkbar ungünstig verläuft.
Angebot und Nachfrage - erinnerst du dich? Steigt der Preis eines Gutes verringert sich die Nachfrage danach. Punkt aus.
Zum einen gilt dieses Punkt aus nicht immer - es gibt genügend für Anomalien oder auch schlichtweg Marktversagen.
Zum anderen: unsere Binnenkonjunktur darbt, weil eben von der breiten Masse der Bevölkerung nicht mehr so nachgefragt werden kann. Das ist das Ergebnis von jahrelanger Lohnzurückhaltung und Reformpolitik. Wir können zwar stolz als Exportweltmeister herumstolzieren, aber zu welchem Preis?
Die sollen lieber aufpassen, dass die nicht wieder beim Hummer-Essen fotografiert werden...
Hummer dürfen also nicht von Kommunisten gegessen werden. Na meinetwegen, dann lass ich das eben in Zukunft bleiben - aber sag es auch den Hartz4-Empfängern und -Aufstockern, deren Lohn nicht mehr zum Leben reicht. Esst weniger Hummer, dann läuft es schon.

Verfasst: Mi 19. Dez 2007, 18:41
von Oliver von Palm
Hummer dürfen also nicht von Kommunisten gegessen werden. Na meinetwegen, dann lass ich das eben in Zukunft bleiben - aber sag es auch den Hartz4-Empfängern und -Aufstockern, deren Lohn nicht mehr zum Leben reicht. Esst weniger Hummer, dann läuft es schon.
Du kapierst es echt nicht, oder? Die Sahra Wagenknecht ist eine ziemlich radikale Kommunistin und geht klassisch bourgouisen Tätigkeiten nach.

Verfasst: Mi 19. Dez 2007, 18:44
von Palin Waylan-Majere
Original von vSzP
Es gehört ein Bündel von Maßnahmen dazu, damit sich etwas bewegt. Man kann sich nicht einzelne Reformpunkte herausgreifen und anschließend auf den großen Durchbruch warten. Eine Überarbeitung des Steuerrechts, eine Senkung der Steuern, Bürokratieabbau, langfristige Reformen unserer Sozialkassen müssen her, damit Deutschland dauerhaft profitiert. Aber solang das nicht passiert, wird es auch keinen großen Durchbruch geben.
Wenn es so:
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und so:

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"langfristig" weitergeht, na dann gute Nacht.

Wenn wir unser nördlichen Nachbarland Dänemark anschauen, stellen wir fest: es saugt Arbeitskräfte aus dem Ausland an - trotz weitaus höherer Staatsquote, mit einem besser ausgebauten Wohlfahrtsstaat und mit hohen Steuern.

Verfasst: Mi 19. Dez 2007, 18:54
von vSzP
Und in Dänemark gibts keinen Kündigungsschutz und nur ein Bruchteil dessen - was sich bei uns Arbeitsrecht schimpft.

Nochmal: du kannst noch soviel mit Einzeldaten hantieren: die Summe der Maßnahmen ist entscheidend und ändert letztendlich was an der Arbeitslosigkeit in Deutschland.

Verfasst: Mi 19. Dez 2007, 19:04
von Palin Waylan-Majere
Original von vSzP
Und in Dänemark gibts keinen Kündigungsschutz und nur ein Bruchteil dessen - was sich bei uns Arbeitsrecht schimpft.
Dafür sind 75% der Arbeitnehmer gewerkschaftlich organisiert, Arbeitslose werden höher abgesichert als in der BRD und es sind wesentlich mehr Menschen von der öffentlichen Hand beschäftigt.

Zur Arbeitslosigkeit: man mag ja mit vielen Statistikspieleren, Mini-Jobs usw. die offiziellen Zahlen schönen. Tatsächlich schafft man aber eine Klasse von "working poor", deren Entlohnung nicht zum Leben reicht. Um dem entgegenzuwirken, brauchen wir Mindestlöhne - so wie es sie auch in vielen unserer Nachbarländer gibt.

Verfasst: Mi 19. Dez 2007, 21:03
von Konrad Grimm
Es ist ganz simpel:

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Mindestlöhne verschieben den Preis weg von P0, folglich entsteht eine Nachfragelücke und ein Angebotsüberhang beim Faktor Arbeit.

Verfasst: Mi 19. Dez 2007, 22:43
von Baudouin de Billancourt
Original von Literoy Goldheart
Ach, sind Sie? Meine Ex, Kommunikationswissenschaftlerin.
Ich kenne auch einen Kommunikationswissenschaftler. Schreibt gerade seine Magisterarbeit, hat vier Angebote von Unternehmen (ohne jegliche Bewerbung) bekommen und arbeitet auf Grund des... erstaunlichen Lohns schon jetzt nebenher.
Und bummelig sind übrigens nur Germanisten... die braucht wirklich niemand =)
Ach, ******, du ******! ;) :D

Verfasst: Mi 19. Dez 2007, 22:48
von vSzP
Es ist erstaunlich, wen die User alles so kennen in ihrer Freizeit...

Man sollte man einen "Ich kenn...."-Thread aufmachen...

Verfasst: Mi 19. Dez 2007, 22:52
von Baudouin de Billancourt
Original von vSzP
Man sollte man einen "Ich kenn...."-Thread aufmachen...
Wozu? Ich kenne halt jemanden, dessen Vita aufschlussreich ist für eines der Themen, die hier behandelt werden.

Verfasst: Mi 19. Dez 2007, 23:31
von Palin Waylan-Majere
Original von Konrad Grimm
Es ist ganz simpel:

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Mindestlöhne verschieben den Preis weg von P0, folglich entsteht eine Nachfragelücke und ein Angebotsüberhang beim Faktor Arbeit.
Na dann verrat mir doch mal, wer denn konsumieren soll, wenn die Leute nicht mehr von ihrer Arbeit leben können. Und dann zeig doch bitte, in welchen Ländern nach Einführung des Mindestlohns die Arbeitslosigkeit gestiegen ist.