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Verfasst: Mi 14. Nov 2007, 16:03
von Mikael Grönholm
"Soldaten sind Mörder" ist in etwa so ein toller Satz wie: "Die Todesstrafe ist ausgeübte Rachsucht"

Er stellt keine Lösung für ein Problem dar, sondern ist polemische Scheiße.

Soldaten, also bewaffnete Männer und in einigen Ländern auch Frauen, sind keine Fiktion sondern sein Jahrhunderten Realität. Sie waren da um Macht zu erhalten, aber auch um vor Barbaren und Räubern zu schützen. Ob im Mittelalter oder heute....
Diese ganzen "Soldaten sind Mörder" Leute möchte ich mal sehen, wenn sie in einem Land leben, in dem sie unterdrückt und/oder verfolgt werden. Und wenn dann der große Befreier kommt (wie auch immer politisch der geartet sei) schreien die: "Soldaten sind Mörder"? Das würde ich glattweg für Blödsinn halten. Übrigens hatte Ghandi, wenn der schon genannt wird, nicht nur gewaltlose Unterstützer sondern auch ein paar Gegner die den Engländern lieber kräftig einheizen wollten.

Kommen wir zur Todesstrafe, wenn ich den Vergleich schon heranziehe. Ich war selbst ein steter Gegner dieser Strafe....die ersten und bleibenden Zweifel erhielt ich nicht durch die Zeit oder ein paar gelesene Bücher....nein...als ich das erste Vergewaltigungsopfer meines Lebens kennenlernte und sie mir ihre Geschichte erzählte wurde mir schlecht und ich begann an meiner Gegnerschaft zu zweifeln. Was sagt mir das: Wir sollten nicht von Befreiungskriegen und deren Sinn oder Unsinn reden, wenn wir nicht selbst erlebt haben, wie es ist unterdrückt zu werden. Ich stelle mich auch nicht hin und sage: Mein Urgroßvater war auch im KZ und meiner Familie hats nicht geschadet - ich habe meinen Urgroßvater schließlich nie kennengelernt.

"Soldaten sind Mörder" ist nicht mehr als polemische Scheiße, die aus Mündern kommt, die nicht wissen wovon sie reden!

Verfasst: Mi 14. Nov 2007, 16:03
von Oliver von Palm
Original von Kauli

Hier jetzt mit Relativierungen zu arbeiten zeugt von Feigheit. Jedem ist doch klar das mit dem Satz "Soldaten sind Mörder" alle Soldaten gemeint sind. Also auch ich.

Zum Thema Meinungsfreiheit und deinen unterschwelligen Verdacht, ich wollte sie dir Absprechen habe ich schon was gesagt.

Das du dich jetzt hier hinstellen kannst und große Reden schwingen, verdankst du auch uns Mördern, die wir in den 50ern bis 80er Jahren eine Uniform angezogen haben und sich bereit erklärt haben notfalls unseren Körper zwischen deine Freiheiten und den Leuten zu stellen, die sie dir wegnehmen wollen.
Du gute Güte, Kauli. Reg dich etwas ab.

Der Satz "Soldaten sind Mörder", den ich übrigens nicht in diese Diskussion eingebracht habe und den ich aus bekannten Gründen nicht teile - ein Wehrpflichtsklave kann kein Mörder sein, weil er seine Handlungen ja gerade nicht aus eigenem freien Willen begeht, sondern durch freiheitswidrige Gesetze dazu gezwungen wird - meint eben nicht unterschiedslos jeden Soldaten. Er bezieht sich auf den Berufsstand als solchen, nciht auf seine Angehörigen.

Verfasst: Mi 14. Nov 2007, 16:03
von Heinrich Julius von Jagonburg
Original von Oliver von Palm
Und ich behaupte weiterhin, dass sich gegenseitig abzuschlachten nicht zum natürlichen Verhaltensrepertoi des Menschen zählt, sondern aufoktroyiert ist.
Lüg dir doch nicht in die Tasche. Wie viele Knochenfunden von Menschenaffen und Urmenschen gibt es, die mit eingeschlagenem Schädel nebeneinanderliegen und den Keil oder die Steinaxt noch in der Hand haben? Richtig, unzählige.

Verfasst: Mi 14. Nov 2007, 16:08
von Oliver von Palm
Original von Heinrich Julius von Jagonburg

Lüg dir doch nicht in die Tasche. Wie viele Knochenfunden von Menschenaffen und Urmenschen gibt es, die mit eingeschlagenem Schädel nebeneinanderliegen und den Keil oder die Steinaxt noch in der Hand haben? Richtig, unzählige.
Jaja, wir sind alle Mörder, wenn wir nur die Gelegenheit und die Mittel haben es zu tun :rolleyes:

Verfasst: Mi 14. Nov 2007, 16:10
von Heinrich Julius von Jagonburg
Original von Oliver von Palm
Jaja, wir sind alle Mörder, wenn wir nur die Gelegenheit und die Mittel haben es zu tun :rolleyes:
Nein. Wenn wir die Gelegenheit, die Mittel und einen triftigen Grund haben es zu tun und uns halbwegs sicher sein können nicht dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden :) Ansonsten: Vollkommen richtig!

Verfasst: Mi 14. Nov 2007, 16:11
von Oliver von Palm
Original von Heinrich Julius von Jagonburg

Nein. Wenn wir die Gelegenheit, die Mittel und einen triftigen Grund haben es zu tun und uns halbwegs sicher sein können nicht dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden :) Ansonsten: Vollkommen richtig!
Du vergißt nur, dass wir sowas wie ethische Vorstellungen haben, die uns an einem solchen Verhalten hindern.

Verfasst: Mi 14. Nov 2007, 16:22
von Mikael Grönholm
Haben wir die?

Oder ist es doch eher so wie Schopenhauer sagte?
Der Mensch hat keinen freien Willen, denn der Wille kann nie frei sein. Wir sind ebenso wie Tiere an Triebe gebunden. Wie Marionetten werden wir von ihnen gelenkt. Zu diesen Trieben zählen nicht nur Dinge wie Hunger oder Sex, Schlaf oder Durst....auch Gefühle (Liebe, Hass etc.) und individuelle Wünsche und Träume. Der Wunsch der Erfüllung unserer Wünsche und der Sättigung unserer Triebe macht uns zu Sklaven jener Wünsche und Triebe.
Wir können persönliche Freiheit erreichen, Individualität, persönliche Ziele, können uns selbst frei entfalten, das wäre jedenfalls ideal....aber frei von unseren Trieben können wir nie sein. Und somit ist jeder Mensch egoistisch und auch fähig diese Egomanie über alles zu stellen.

Verfasst: Mi 14. Nov 2007, 16:23
von Heinrich Julius von Jagonburg
Du sagst es doch selbst. Wir haben "ethische Vorstellungen", aber wir haben keine Ethik. Soetwas existiert nicht.

Verfasst: Mi 14. Nov 2007, 16:50
von Nicolas Seroux de Fay
Original von Kauli
Aus Soldat = Mörder und Kauli = Soldat folgt nun mal Kauli = Mörder. Logik für Anfänger.
Verstehe ich genau so. Was du vergessen hast, Kauli, ist noch der Vergleich mit einem SS-Schergen und einem Milizionär aus Charles Taylor's Rebellenarmee, der kleinen Kindern Hände abhackt. Da gehören wir Gedienten alle ins selbe Boot.

Sowas müssen wir uns hier gefallen lassen. Allerhand.

Verfasst: Mi 14. Nov 2007, 16:52
von Oliver von Palm
Original von Nicolas Seroux de Fay

Verstehe ich genau so. Was du vergessen hast, Kauli, ist noch der Vergleich mit einem SS-Schergen und einem Milizionär aus Charles Taylor's Rebellenarmee, der kleinen Kindern Hände abhackt. Da gehören wir Gedienten alle ins selbe Boot.

Sowas müssen wir uns hier gefallen lassen. Allerhand.
WER hat bitte angefangen mit Nazis und Taylor :rolleyes:? Waren die SS Schergen und Taylors Terrorbanden keine Soldaten?