Verfasst: Di 21. Aug 2007, 03:52
argumentum ad auctoritatem?Original von Montgomery Scott
Nicht wenige der großen Sozialphilosophen des 20. Jhds. sehen den Faschismus als Produkt der kapitalistischen Ordnung.
Diese Autoritäten (z.B. Reinhard Kühnl, "Formen bürgerlicher Herrschaft. Liberalismus - Faschismus") sehen das vor allem so, weil sie es so sehen wollen. Ein "Schwarzer Peter", mehr noch, das ultimative Böse, das man versucht, dem Gegner unterzujubeln, auf beiden Seiten. Interessant ist aber in dem Zusammenhang, dass der Begriff "Faschismus" für den Nationalsozialismus das erste Mal 1941 verwendet worden ist - von den Propagandaabteilungen Josef Stalins. Denn: National(er) Sozialismus - das war eine Idee aus der Ecke des Sozialismus (man beachte die Begriffsgeschichte, siehe wikipedia), und das war auch die Ideologie Stalins (hierzu Trotzki, "Die permanente Revolution"), und diese Nähe - und sei sie nur begrifflich - wollte man loswerden.
Und diese Lesart hat die intellektuelle "Elite" 1968 ff. in Deutschland dann gerne übernommen.
Aber was soll das? Jede Ideologie ist geeignet, ihre Schrecken zu entfalten. Die Demokratie hat ihre Fratzen hervorgebracht, der Kapitalismus, dieses überdimensionierte Laufrad für die Massen, sogar die durch und durch pazifistischen Lehren eines verrückten jüdischen Wanderrabbis... Alle Geister sind geeignet, einen Spuk und Schrecken zu verbreiten.