Das ist interessant, wusste ich so nicht. Hier ist aber in diesem Fall wichtig, ob es um Karriere-Verbesserung durch Titel/Abschlüsse geht, das ist wohl in den meisten formalisierten bürgerlichen Gesellschaften so. Oder ob es, wie bei unserem Thema, um politisches soziales Ansehen durch formales Titelsammeln geht.Original von Anastasia von Metternich
Ich sollte gerade andere Dinge machen und habe deswegen keine Zeit, Links zu suchen, aber die entsprechenden Debatten über unnötige PhD-Programme gibt es im britischen und amerikanischen Raum ebenso.
Aber Dr. Bush und Dr. Clinton hieß es nicht - oder etwa doch?Original von Anastasia von Metternich
Mir war das bekannt.Worauf ich hinaus wollte, ist: Auch im Englischen heißt es offiziell-offiziös "Dr. Wolfowitz"
Akademische Würden mit Titeln etc. sind hauptsächlich ein Phänomen der kleinbürgerlichen Gesellschaft. Und damit mindestens eins des historisch bzw. zeitalter-phasenmäßig noch avantgardistischen (wertneutral) Westens.
Natürlich gibt es Doktortitel auch in den USA und auch im Nicht-Westen. Aber ich habe bisher vermutet, dass es in der Nuance, bzw. in dieser Form in Deutschland und Österreich schon sehr ausgeprägt ist, auch noch mal relativ zu vergleichbaren Ländern.
Die interessante Frage ist doch also dann eher, wie viele us-amerikanischen Politikgrößen etc. einen inhaltlich bedeutungslosen Doktortitel gemacht haben, nur um in ihren politischen Status damit verbessern zu können. Daraus könnte man dann eine gesellschaftliche (konstruierte, aber vorhandene) Wertschätzung von formalen Titularien ableiten und diese "soziale Wichtigkeit/Relevanz" auch mit den vermuteten Spitzenreitern Deutschland, Österreich und Italien vergleichen.


Prof. Dr. med. Anaïs Gribonne-Fritz