Seite 8 von 18

Verfasst: So 8. Nov 2009, 22:09
von Montgomery Scott
Original von Heinrich Julius von Jagonburg
Ich bin gerade sehr in Erkenntnistheorie und Bewusstseinsphilosophie drin weil ich die Chance nutzen muss bei einigen der weltweit fähigsten Leute auf diesem Gebiet studieren zu können, wer weiß wie lange so jemand Professor an einer Uni bleibt.
Der da wäre? ;)
Ich würde die Konsenstheorie inhaltlich bei Korrespondenztheorie, Kohärenztheorie und Evidenztheorie einordnen, also bei den epistemischen Wahrheitstheorien und die haben alle ein entscheidendes Problem mit dem Wahrmacher. Hinzu kommt, dass die epistemischen Wahrheitstheorien und ebenso die Konsenstheorie wenn ich die Funktionsweise der Theorie richtig verstanden habe, voll im Agrippa-Trilemma hängen, im Rechtfertigungszirkel. Dass der Rechtfertigungszirkel mitunter so groß ist das man ihn nicht mehr überblicken kann, ändert nichts an der Tatsache, dass das dadurch entstandene Konstrukt keinerlei Verbindung mit der Realität aufweist. Versucht man das zu beheben endet man also entweder, wie immer, im infiniten Regress oder im Rechtfertigungsabbruch und beides ist logisch unzulässig. Das Agrippa-Trilemma ist eine zu große Nuss für die Konsenstheorie.
Der Witz ist ja gerade, dass es der Diskursphilosophie (wenn ich das mal so nennen darf) ausdrücklich nicht um Letztbegründungen geht. So weit wollt eich aber eigentlich gar nicht ins Detail gehen, was der springende Punkt ist: Wahrheiten werden nicht allein durch die cartesische Methode gefunden sondern nur im Zusammenspiel mit anderen.
Der Begriff ist besser ja, aber wir hatten ja die ganze Zeit schon "Fiktion" benutzt ;)
Der aber einfach etwas ganz anderes bedeutet ;)

Verfasst: So 8. Nov 2009, 22:35
von Heinrich Julius von Jagonburg
Original von Montgomery Scott
Der da wäre? ;)
Siehe hier und hier. Letzere ist leider seit diesem Semester an der Universität Bonn, aber vorher habe ich Erkenntnistheorie und Logik bei ihr gehabt. Bei Metzinger belege ich Bewusstseinsphilosophie.
Der Witz ist ja gerade, dass es der Diskursphilosophie (wenn ich das mal so nennen darf) ausdrücklich nicht um Letztbegründungen geht. So weit wollt eich aber eigentlich gar nicht ins Detail gehen, was der springende Punkt ist: Wahrheiten werden nicht allein durch die cartesische Methode gefunden sondern nur im Zusammenspiel mit anderen.
Da gebe ich dir insofern Recht, dass Descartes Philosophie zum finden von Wahrheit genau so unzulänglich ist wie alle anderen Methoden auch. Objektive Wahrheiten erreichen wir ohnehin nicht, aber intersubjektive Wahrheiten muss man wohl oder übel im Verbund erlangen.
Der aber einfach etwas ganz anderes bedeutet ;)
Ich habe den Begriff in der Bedeutung verwendet, in der ich ihn in dieser Diskussion aufgefunden habe ;)

Verfasst: So 8. Nov 2009, 22:45
von Montgomery Scott
Original von Heinrich Julius von Jagonburg

Siehe hier und hier. Letzere ist leider seit diesem Semester an der Universität Bonn, aber vorher habe ich Erkenntnistheorie und Logik bei ihr gehabt. Bei Metzinger belege ich Bewusstseinsphilosophie.
Lesen sich beide sehr interessant. Zum Thema [Analytische] Philosophie des Geistes und Erkenntnistheorie haben wir leider keinen echten Experten in Frankfurt. Dafür findet unser Professor für Sozialphilosophie zur Zeit wöchentlich Erwähnung im Spiegel ;)
Da gebe ich dir insofern Recht, dass Descartes Philosophie zum finden von Wahrheit genau so unzulänglich ist wie alle anderen Methoden auch. Objektive Wahrheiten erreichen wir ohnehin nicht, aber intersubjektive Wahrheiten muss man wohl oder übel im Verbund erlangen.
Wobei man eben fragen muss, was eine objektive Wahrheit eigentlich ist bzw. welche unerfüllbaren Erwartungen an sie gerichtet werden und ob sie zurecht an sie gerichtet werden.

Verfasst: Mo 9. Nov 2009, 18:20
von Hans Sack
Original von joukersendler
Ich weiß schon warum ich nicht Philosophie studiere ;)
Mir geht es da ähnlich.

Ob wohl ich sagen muss das mcih die Philosophie sehr Interessiert, ist mir ein solches Studieum zu viel Theorien bezogen und stützt sich meiner meinung nach zu wenig auf den eigenen ansatz.

Ich halte es lieber so, bei einem guten glas Alkohol über die Welt und das Leben zu senieren. Ich erfinde sozusagen das Rad neu für mich und die meisten meiner Ansätze sind schlicht mir selbst entsprungen. Beispielsweise der Link welchen ich oben aufgeführt habe, ist wie ich nun auch bemerkt habe schon ein jahr alt und heute ist der stand der dinge schon wider anders. So fasse ich mir immer wider Themen und entwikel sie mir über die Zeit stetig weiter und erfreue mich immer wider daran für mich eine Neue Erkentniss gefunden zu haben.

Eventuell ist meine form der Philosophie nicht "offiziell Intelektuell"oder Gesellschaftsfähig, aber für mich ist Philosophie, die denkerische Außeinandersetzung des Individuums mit den Begebenheiten seiner Existenz.

Allerdings würden mich Universitätslesungen zu dem Thema schon sehr Interessieren. Ich würde gene mal in meiner Freizeit eine Aufsuchen., nur leider muss man dazu Student sein, dabei würde ich sogar eintritt bezahlen.

Das wäre allgemein Praktisch wenn man einfach gegen Eintritt in Interessante vorlesungen seiner wahl gehen könnte.

Verfasst: Mo 9. Nov 2009, 19:10
von Heinrich Julius von Jagonburg
Allerdings würden mich Universitätslesungen zu dem Thema schon sehr Interessieren. Ich würde gene mal in meiner Freizeit eine Aufsuchen., nur leider muss man dazu Student sein, dabei würde ich sogar eintritt bezahlen.

Das wäre allgemein Praktisch wenn man einfach gegen Eintritt in Interessante vorlesungen seiner wahl gehen könnte.
Das ist der Fall.

Verfasst: Mo 9. Nov 2009, 19:21
von Hans Sack
Und was Kostet das ?

Verfasst: Mo 9. Nov 2009, 19:32
von Heinrich Julius von Jagonburg
http://www.gidf.de

Da findest du alles wichtige.

Verfasst: Mo 9. Nov 2009, 19:45
von Montgomery Scott
Original von Heinrich Julius von Jagonburg

Das ist der Fall.
Unsinn ;) Geh einfach in eine Vorlesung deiner Wahl und setz Dich hin. Das interessiert keine Sau, gescheigedenn, dass es jemanden stören würde.

EDIT: Wobei Vorlesungen etwas aus der Mode sind, das meiste läuft über Seminare, zumindest an meinem Institut. Da wird es dann etwas schwieriger, "einfach so" hinzugehen.

Verfasst: Mo 9. Nov 2009, 21:33
von Hans Sack
Nun eine solche GasthörerCard kostet wie ich gerade sehe 100 Euro pro Semester das wäre Notfalls noch Machbar.

Verfasst: Mi 11. Nov 2009, 00:07
von Francis Taubenschlag
Bei uns würden Schwarzhörer nicht auffallen.