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Verfasst: Fr 1. Mai 2009, 17:24
von pjotr
Original von Konrad Grimm

Die Berliner Regierung beruft sich darauf, dass Art. 7 III GG aufgrund der sog. "Bremer Klausel" nicht für Berlin gilt. Das heisst im Grunde: Berlin behauptet, es sei Bremen. Das Bundesverwaltungsgericht hält diese Argumentation zwar für richtig, bisher gibt es aber keine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, dass die Bremer Klausel für Berlin anwendbar wäre.
Wüsstest du jetzt, dass die "Bremer Klausel" im Grundgesetz aber nicht mit "Bremer Klausel" überschrieben ist, sondern schlicht mit "Artikel 141", dann wüsstest du auch, dass ein Land nicht "Bremen" heißen muss, um sie anzuwenden.

Verfasst: Fr 1. Mai 2009, 22:30
von Kathryn Janeway
Original von Lady Enigma
Eher zusammen mit denen , die den Bund beherrschen.....
Chile 73 kann ein Vorbild sein....
Ohja, Pinochet war ja auch so geil.

Verfasst: Fr 1. Mai 2009, 22:32
von Kathryn Janeway
Original von Konrad Grimm

Laut dem - zum Grundrechtekatalog zählenden - Art. 7 Abs. 3 des Grundgesetzes muss an jeder Schule in Deutschland Religionsunterricht erteilt werden. Dieses Recht wird vom Berliner Senat ignoriert.
"Mit Ausnahme der bekenntnisfreien Schulen". Es gibt keine Pflicht, Bekenntnisschulen einzurichten.

Verfasst: Fr 1. Mai 2009, 22:32
von Heinrich Julius von Jagonburg
Original von Lady Enigma
Chile 73 kann ein Vorbild sein....
Deutschland 33 auch.

Verfasst: Sa 2. Mai 2009, 15:20
von Lady Enigma
@Jagonburg: Reflex funktioniert einwandfrei.... :D
@Janeway: Die einen sagen so, die anderen so.
Er hatte durchaus seine Verdienste. Und ich hab nie gesagt, daß man alles so machen sollte, wie er.

Verfasst: Sa 2. Mai 2009, 15:28
von Montgomery Scott
Original von Vanessa Garland
Na gut, in der Sekundarstufe I nicht, das stimmt schon. In der Oberstufe aber schon, vor allem im Leistungskurs. ;)
Dazu kann ich nichts sagen aber definitiv nicht im Grundkurs an einem hessischen Gymnasium ;)
Nein, das würde ich deshalb nicht sagen, weil die (normative) Ethik eine Disziplin der Philosophie ist, und sich als solche einmal mit einer klar definierten Fragestellung befasst, die zwar auch in den Curricula des Berliner Schulfaches auftaucht, das sich aber gerade nicht in dieser erschöpft, und sich dabei zum anderen der wissenschaftlichen Methodik bedient, was in dem Schulfach ja wiederum weder der Fall ist, noch sein soll.
Das ist aber schon eine recht beliebige Interpretation. In der Ethik geht es darum, wie man normativ richtig handelt bzw. wie diese Frage überhaupt aufzufassen ist. Und das ist meines Erachtens Kernthema des Ethikunterrichtes, auch wenn es dabei nicht immer um die Grundmotive wissenschaftlicher Ethik geht.
Was privilegiert denn z. B. den in solchen Diskussionen zeitgeschichtlich gerne als Ideal bemühten, weil als vermeintlich nichtspirituell betrachteten Humanismus gegenüber der Religion? Bzw. was legitimiert ihn sogar als geistige Grundlage eines, sagen wir mal nach Hobbes, Gesellschaftsvertrages, der in der Folge die Religion zur öffentlich irrelevanten Privatsache herabsetzt?

Selbst eine konsequent materialistische, jede Metaphysik negierende oder zumindest aus ihrer Betrachtung ausschließende Ethik ist letztlich doch auch eine metaphysische Anschauung. Was hat es mit dem Bildungsauftrag der Schule zu tun, diese zum normativen Maßstab zu erheben?
Nein, Ethik besteht in der vernünftigen Auseinandersetzung über Fragen des richtigen Handelns. Religion besteht im Handeln nach dogmatisch vorausgesetzten Wahrheiten, die per definitionem nicht zur Diskussion stehen.
Dass es gerade nicht so ist rührt daher, dass heutzutage wie gesagt verbreitet als dogmatisch antispirituell gesehene gedankliche Konzepte wie etwa der Humanismus ihre Wurzeln tatsächlich in der Religion haben.
Ich habe, wie schon erwähnt, in meiner Schulzeit fast durchgängig Ethik-Unterricht gehabt und wir haben dort thematisch zu einem Großteil religiöse Konzepte behandelt, nur eben auf Meta-Ebene, nicht im Rahmen religiöser Dogmen. Im Übrigen ist Atheismus nicht "dogmatisch antispirituell". Er ist überhaupt nicht dogmatisch, das ist ja sein großer Vorteil.
Natürlich gibt es, wie ebenfalls schon gesagt, auch rein materialistische Ethik, nur muss man sich fragen, ob sie den gesellschaftlichen Bedürfnissen dauerhaft wirklich zu genügen vermag.

Denn ein einzelner Materialist kann durchaus anspruchsvolle sittliche Ideale verfechten, indem er von seiner spirituell beeinflussten Umwelt entwickelte Werte aufgreift und in einen neuen gedanklichen, z. B. positivistischen Kontext, überführt.

Eine ganze Gesellschaft kann das ohne jede Spiritualität meines Erachtens aber nicht, sie kommt bei rein materialistischer Betrachtung zu keinem über minimale Zweckmäßigkeit hinausgehenden Gesellschaftsvertrag, um noch mal Hobbes zu bemühen.
Dass der Atheist nur sittlich ist, weil (und wenn) er religiöse Motive von Sittlichkeit aufgreift, ist eine These, die absolut nicht aufrecht zu erhalten ist. Sittlichkeit lässt sich problemlos aus sozialen Emotionen und aus rationaler Wahl ableiten. Die monotheistischen Religionen haben aber für mich ethisch noch nie mehr ausgesagt, als dass ich mich an die zehn Gebote halten soll, weil Gott mich sonst in der Hölle schmoren lässt. Andernfalls darf ich es mir später mal bei den Engeln gut gehen lassen. Tolle Wurst.

Verfasst: Sa 2. Mai 2009, 17:49
von Palin Waylan-Majere
Original von Lady Enigma
@Jagonburg: Reflex funktioniert einwandfrei.... :D
@Janeway: Die einen sagen so, die anderen so.
Er hatte durchaus seine Verdienste. Und ich hab nie gesagt, daß man alles so machen sollte, wie er.
Welche Verdienste denn? Leere Rentenkassen?

Verfasst: Sa 2. Mai 2009, 19:37
von Kathryn Janeway
Original von Lady Enigma
@Jagonburg: Reflex funktioniert einwandfrei.... :D
@Janeway: Die einen sagen so, die anderen so.
Er hatte durchaus seine Verdienste. Und ich hab nie gesagt, daß man alles so machen sollte, wie er.
Menschenrechtsverletzungen als Verdienst?

Verfasst: Sa 2. Mai 2009, 20:02
von Lady Enigma
Die Frage war jetzt aber nicht ernst gemeint, oder?

Verfasst: So 3. Mai 2009, 03:05
von Palin Waylan-Majere
Uns reflexhaften Menschen fällt jetzt eben spontan nichts ein, was wir der chilenischen Militärdiktatur als Vorbild abgewinnen könnten. Du hast den "ernsthaften" Vorschlag hier eingebracht, also bitte.