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Verfasst: Fr 20. Feb 2009, 01:36
von Konrad Grimm
Original von Palin Waylan-Majere
Ohne jeden Zweifel. Der Vorposter wollte uns jedoch erklären, Marx hätte den Kommunismus abgelehnt und wäre "nicht so radikal" gewesen, was ich doch für arg fehlinterpretiert halte.
Ja, das stimmt.

Mir drängt sich grade die Frage auf: Kann man eigentlich Marxist sein und in der Linken? Ich meine, Parteien, Wahlen, das ist doch aus marxistischer Sicht völliger Unsinn, da der Sozialismus ja durch die Revolution erreicht werden muss...

Verfasst: Fr 20. Feb 2009, 02:42
von Montgomery Scott
Original von Konrad Grimm
Mir drängt sich grade die Frage auf: Kann man eigentlich Marxist sein und in der Linken? Ich meine, Parteien, Wahlen, das ist doch aus marxistischer Sicht völliger Unsinn, da der Sozialismus ja durch die Revolution erreicht werden muss...
Kommt drauf an, wie man die Bezeichnung "Marxist" interpretiert. Im streng orthodoxen Sinne konnte man natürlich nur im 19 Jhd. Marxist sein. Das heißt aber eben nicht, dass "marxistische Gesellschaftsanalyse" (SPD-Parteiprogramm ;) ) im 20. und 21. Jahrhundert obsolet ist. Ich sehe mich durchaus als Marxist, obwohl ich nichts von Revolutionsgefasel in deutschen Fußgängerzonen halte.

Verfasst: Fr 20. Feb 2009, 13:12
von Konrad Grimm
Je mehr ich über die Linke nachdenke, desto weniger gefährlich erscheint sie mir - denn desto weniger ernst nehme ich sie. Das sind keine revolutionären Umstürzler, das sind - Schlaftabletten.

Verfasst: Fr 20. Feb 2009, 15:10
von Damian Fuller
Original von Konrad Grimm
Je mehr ich über die Linke nachdenke, desto weniger gefährlich erscheint sie mir - denn desto weniger ernst nehme ich sie. Das sind keine revolutionären Umstürzler, das sind - Schlaftabletten.
Eine "marxistisch-leninistische Kampfpartei" sind Sie jedenfallls nicht. Dafür fehlt aber vermutlich vor allem die im dynamischen und wörtlichen Sinne schlagkräftige Jugendmasse.

Verfasst: Fr 20. Feb 2009, 15:22
von pjotr
Original von Damian Fuller

Eine "marxistisch-leninistische Kampfpartei" sind Sie jedenfallls nicht. Dafür fehlt aber vermutlich vor allem die im dynamischen und wörtlichen Sinne schlagkräftige Jugendmasse.
Dafür haben wir ja jetzt die Junge Union :D

Verfasst: Fr 20. Feb 2009, 20:12
von Damian Fuller
Original von pjotr
Dafür haben wir ja jetzt die Junge Union :D
Ohne diesen Karriere-Klub beleidigen zu wollen. Aber das sind doch hochgradig an das System angepasste Anzugträger. Von denen geht vermutlich keine gewaltsame Revolution aus.

Verfasst: Fr 20. Feb 2009, 23:11
von Wolfgang Müller
Original von Konrad Grimm
Hab was hübsches gefunden :D

Bild
Man könnte meinen, der Soldat schießt gleich die Bäuerin ab. ;)

Sehr zweideutig. :evil:
Original von Konrad Grimm

Ja, das stimmt.

Mir drängt sich grade die Frage auf: Kann man eigentlich Marxist sein und in der Linken? Ich meine, Parteien, Wahlen, das ist doch aus marxistischer Sicht völliger Unsinn, da der Sozialismus ja durch die Revolution erreicht werden muss...
Deswegen gibt es ja auch Marxisten, die Linke, DKP usw. als sozialdemokratisch/reformistisch ablehnen.
Original von Montgomery Scott

Kommt drauf an, wie man die Bezeichnung "Marxist" interpretiert. Im streng orthodoxen Sinne konnte man natürlich nur im 19 Jhd. Marxist sein. Das heißt aber eben nicht, dass "marxistische Gesellschaftsanalyse" (SPD-Parteiprogramm ;) ) im 20. und 21. Jahrhundert obsolet ist. Ich sehe mich durchaus als Marxist, obwohl ich nichts von Revolutionsgefasel in deutschen Fußgängerzonen halte.
Man kann sich auch als Sozialist oder Kommunist titulieren und undogmatisch sein. Sowie halt eben den Weg in entsprechende Gesellschaften durch Reformen erreichen wollen oder durch eine friedliche Umwälzung.
Original von Damian Fuller

Ohne diesen Karriere-Klub beleidigen zu wollen. Aber das sind doch hochgradig an das System angepasste Anzugträger. Von denen geht vermutlich keine gewaltsame Revolution aus.
Gibts auch in anderen Jugendorgas von Parteien.

Verfasst: Sa 21. Feb 2009, 00:19
von pjotr
Original von Damian Fuller

Ohne diesen Karriere-Klub beleidigen zu wollen. Aber das sind doch hochgradig an das System angepasste Anzugträger. Von denen geht vermutlich keine gewaltsame Revolution aus.
Naja, aber keine andere Partei deren Jugendorganisation es gibt (auch nicht die Linke) redet zur Zeit öffentlich von Verstaatlichungen ;)

Verfasst: Sa 21. Feb 2009, 00:46
von Wolfgang Müller
Bei uns Jusos reden wir von Verstaatlichung!

Verfasst: Sa 21. Feb 2009, 13:18
von Montgomery Scott
Original von Wolfgang Müller
Man kann sich auch als Sozialist oder Kommunist titulieren und undogmatisch sein. Sowie halt eben den Weg in entsprechende Gesellschaften durch Reformen erreichen wollen oder durch eine friedliche Umwälzung.
Vorallem steht dieser Fehleinschätzung für einen weit verbreiteten Vulgärmarxismus. Im Marxismus geht es nicht um ein "Wollen" der gewaltsamen Revolution sondern um eine aus Perspektive des 19. Jahrhunderts gegebene historische Notwendigkeit. Ganz im Gegenteil, gerade der frühe Engels hat sich dafür ausgesprochen, politisch dafür zu agieren, dem Klassenkonflikt die Aggressivität zu nehmen um eine friedliche Revolution zu ermöglichen. Aber mit Beginn des 20. Jahrhunderts hatte sich die marxistische Theorie der Verschärfung des Klassenkonflikts, die ja aus Marxens Perspektive absolut schlüssig war, erledigt, weshalb sich natürlich auch die Grundannahmen des Marxismus verändert haben.