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Verfasst: Di 30. Sep 2008, 12:04
von Damian Fuller
Original von Wolfgang Müller
Naja, die Linke und die NPD gehen in zwei unterschiedliche Richtungen. Thorsten ist eher eine Wundertüte aus FDP, DVU, REP, NPD, CSU und irgendwelchen elitären, technokratischen und individualanarchistischen Gesülze.
Ihr habt alle einen Plan wer wie denkt und handelt und welcher schlechten Ideologie er anhängt. Gerade bei Leuten, die Ihr nicht kennt.
Nur Eure Ideologie ist natürlich stringent durchdacht, konsequent und moralisch gut.

Ich hingegen weiß nur Folgendes: FPÖ 18%, BZÖ 11%! Yeah. ;)

Verfasst: Di 30. Sep 2008, 15:23
von Oliver von Palm
Original von Wolfgang Müller

*lacht*

Naja, die Linke und die NPD gehen in zwei unterschiedliche Richtungen. Thorsten ist eher eine Wundertüte aus FDP, DVU, REP, NPD, CSU und irgendwelchen elitären, technokratischen und individualanarchistischen Gesülze.
Thorsten wäre eigentlich der perfekte Satanist. Selbstvergottung des Menschen, das ich über allem stehend, sich selbst Mitgefühl stets versagend.

Verfasst: Di 30. Sep 2008, 15:50
von Konrad Grimm
Ach, wie gut, dass ihr alle wisst, wie ich bin. Und soviel besser als ich selbst.

Ich kenne meine Weltanschauung selbst nur fragmentarisch, nicht systematisch. Und wenn meine Aussagen widersprüchlich wirken, hat das auch mit der Erkenntnismethodik von trial and error zu tun. Jede gewonnene Erkenntnis ist nur vorläufig, steht stets der kritischen Prüfung gegenüber, ob nicht bessere Erkenntnis möglich ist. Ich glaube, dass man nach bestem Vermögen die Realität so akzeptieren sollte, wie sie ist. Wunschdenken und Realitätsverleugnung wären somit erste Untugend. Erster Leitsatz: Es ist, wie es ist.
Eigentlich könnte ich damit auch aufhören, denn alles weitere leitet sich daraus ab. Da ich somit das gleiche Spiel betreibe wie die Objektivisten, könnte ich mir deren Label klauen, aber das wäre Etikettenschwindel, denn wo Objektivist drauf steht ist Ayn Rand drin.
Zweite Erkenntnis: Egoismus und Kampf ums Dasein ist die Grundlage des Existierens; man kann es auch den "Willen zum Leben" (äh, Schopenhauer, glaub ich) oder den "Willen zur Macht" (Nietzsche) nennen, das ist alles das gleiche.
Drittens: Gleichwohl ist das Einzelne auch Teil des Ganzen. Jeder trägt notwendig soweit Verantwortung, wie es in seiner Macht steht.
Viertens: Soweit er Verantwortung trägt, steht ihm Freiheit zu.
Fünftens: Die unterschiedliche Befähigung zu Freiheit und Verantwortung begründen für das menschliche Zusammenleben notwendig das aristokratische Prinzip.

Das ist nicht vollständig, aber grade spontan das beste, was ich dazu zu sagen weiss.

Verfasst: Di 30. Sep 2008, 15:54
von Jörg Schermann
Original von Konrad Grimm
Fünftens: Die unterschiedliche Befähigung zu Freiheit und Verantwortung begründen für das menschliche Zusammenleben notwendig das aristokratische Prinzip.
*prust* =)

Verfasst: Di 30. Sep 2008, 17:45
von Damian Fuller
Original von Konrad Grimm
Die unterschiedliche Befähigung zu Freiheit und Verantwortung begründen für das menschliche Zusammenleben notwendig das aristokratische Prinzip.
Aristokratie im Sinne der Herrschaft der Besten. Dann ist halt die Frage, wer die Besten sind, also was den Aristokraten ausmacht.

Anarchie ist für mich zwar weiterhin sympathisch, aber im Sinne von absoluter Herrschaftslosigkeit eine nicht realistische Option.
Feststellung nach derzeitiger Einschätzung:
- Die Mehrheit der Menschen sind Konformisten.
- Viele Menschen möchten versorgt werden, eine Orientierung haben -> Kirchen/Religion, Ideologie, Volksgemeinschaft, etc.
- Der Feudalismus hat manchmal funktioniert, allerdings oft mit wirtschaftlich mäßigen bis saumäßigen Ergebnissen.
- Junge Menschen streben nach Revolte, Erneuerung, und nach einem Platz im Leben/einem guten sozialen Ansehen. Die Gesellschaft in den westlichen Staaten altert aber und tendiert eher zum statischen oder konservativen, auf Harmonie und Frieden ausgelegten Sozial- und Verwaltungsstaat.

Hm.

Verfasst: Di 30. Sep 2008, 17:50
von Kreittmayr
Original von Damian Fuller
Die Gesellschaft in den westlichen Staaten altert aber und tendiert eher zum statischen oder konservativen, auf Harmonie und Frieden ausgelegten Sozial- und Verwaltungsstaat.

Hm.
Tipp: Vielleicht sollte man solche Dinge auch mal mit Bezug auf kulturell vorherrschende Ideen erklären. Die demographischen Fakten allein sagen _gar nichts_ aus. Das Durchschnittsalter einer Gesellschaft ist unwesentlich dafür, ob sie freiheitsliebend oder autoritär ist. Wenn Alter und Regulierungsausmaß nach dem Muster "je älter, desto regulierter" kausal korrelieren würden, dann müsste die islamische Welt ein Hort der Freiheit sein.

Verfasst: Di 30. Sep 2008, 17:55
von Damian Fuller
Original von Kreittmayr
Wenn Alter und Regulierungsausmaß nach dem Muster "je älter, desto regulierter" kausal korrelieren würden, dann müsste die islamische Welt ein Hort der Freiheit sein.
Nein, so war's nicht gemeint. Das Alter tendiert nur meiner Einschätzung nach eher zu Ruhe und Ordnung, während die Jugend nach Veränderung und Bewegung (in welche Richtung auch immer) strebt.
Und die islamische Welt mit derzeit großem Jugendüberschuss ist in Bewegung. Das können auch die meist autoritären Regime nicht mehr befrieden/ruhigstellen.

Verfasst: Di 30. Sep 2008, 17:58
von Konrad Grimm
Original von Damian Fuller
Aristokratie im Sinne der Herrschaft der Besten. Dann ist halt die Frage, wer die Besten sind, also was den Aristokraten ausmacht.
Sehr richtig. In gewisser Weise herrschen ja immer "die Besten", seien es nur diejenigen, die am besten wissen, wie man zur Herrschaft gelangt.

Vielleicht, dass er das am besten weiß. Dass er das Notwendige tut. Hübsche Phrasen, aber ich schätze, das ist einfach nur situationsabhängig zu beantworten, was das konkret heisst. Letztlich bleibt nichts anderes übrig, als nach bestem Wissen und Gewissen das zu tun, was das richtige scheint; mehr ist ja unmöglich.

Vielleicht ist es so, dass die Aristokratie, wie ich sie meine, nichts konkretes beschreibt, sondern ein sinnvolles Ideal, das von jedem einzelnen verlangt, sich über- oder unterzuordnen, je nachdem, wie es in der Gesamtabwägung sinnvoll erscheint.

Verfasst: Di 30. Sep 2008, 18:01
von Kreittmayr
Ich halte nicht sehr viel von der Youth Bulge Theorie. Monokausale Erklärungen sind meist eher schwach auf der Brust; und wie gesagt, der zentrale Faktor bei der Formung menschlichen Verhaltens sind immer noch die Ideen, die er für wahr und gut hält, und die, die er für falsch und bösartig hält. Ein Fakt, wie demographischer Jugendüberschuss oder Überalterung, gibt nicht von sich aus vor, wie man sich ihm gegenüber zu verhalten hat. Das tun die Ideen.

Und die Behauptung, das Alter tendiere halt zur Ruhe und die Jugend zur Bewegung, ist doch auch eher flach und wenig befriedigend als Erklärung.

Verfasst: Di 30. Sep 2008, 18:10
von Tennessee Rockefeller
Man muss wohl von der totalen bzw. totalitären Demokratie geschädigt sein, um den Sinn eines autoritaristisch geführten Gemeinwesens zu erkennen: ihm fehlt selbst die scheinbare Legitimation für die Durchdringung des Lebens der Menschen.

In Deutschland feiern die Erhebung bekloppter Ideologien zum für jedermann und überall verbindlichen Handlungsmaßstab, damit einhergehend die schrankenlose Kontrolle, Bevormundung, Maßregelung und (Um-)Erziehung der Menschen fröhliche Urstände weil man sie ja mit dem vermeintlichen Totschlagsgrund "demokratisch beschlossen" rechtfertigen kann.

Eine rigoros auf die Bewahrung des inneren und äußeren Friedens beschränkte Führung hätte keine moralische Handhabe, Menschen irgendetwas vorzuschreiben, außer sich an die eine Regel zu halten: lass verdammt noch mal deinen Nachbarn in Ruhe!