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Original von Konrad Grimm
Es gibt ihn nicht und man kann ihn nicht ausüben, also sollte man sich auch von der Illusion (womit man sagen könnte: Es gibt die Illusion von Altruismus) lösen, es zu tun.
Da machst Du es Dir meiner Meinung nach etwas zu einfach. Vielleicht kann man nicht wirklich aus selbstlosen Motiven handeln aber man kann trotzdem nach selbstlosen Maximen handeln.
 

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Kaiser
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Beitrag von Konrad Grimm »

Original von Montgomery Scott
Da machst Du es Dir meiner Meinung nach etwas zu einfach. Vielleicht kann man nicht wirklich aus selbstlosen Motiven handeln aber man kann trotzdem nach selbstlosen Maximen handeln.
Die dann doch immer noch nur verkappter Egoismus sind. Was soll das also?
 

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Inwiefern denn genau verkappter Egoismus? Was ist die egoistische Motivation, altruistisch zu handeln?
 

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Kaiser
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Beitrag von Konrad Grimm »

Original von Montgomery Scott
Inwiefern denn genau verkappter Egoismus? Was ist die egoistische Motivation, altruistisch zu handeln?
Habe ich doch grade schon beantwortet.

Ich glaube, ich kann es am Beispiel am besten verdeutlichen. Ich habe zuletzt die Frage "warum tust du das alles für mich?" beantwortet mit:

"Ich tue gar nichts für dich. Ich tue das für mich. Ich tue es, weil du mir verdammt wichtig bist. Weil es mir wichtig ist, dass es dir gut geht."

Altruismus ist eine Lüge. Ich bin mir über die egoistischen Motive meines Handelns im Klaren, auch dann, wenn ich scheinbar altruistisch handle.

"Soll Ich etwa an der Person des anderen keine lebendige Teilnahme haben, soll seine Freude und sein Wohl Mir nicht am Herzen liegen, soll der Genuss, den Ich ihm bereite, Mir nicht über andere eigene Genüsse gehen? Im Gegenteil, unzählige Genüsse kann Ich ihm mit Freuden opfern, Unzähliges kann Ich Mir zur Erhöhung seiner Lust versagen, und was Mir ohne ihn das Teuerste wäre, das kann Ich für ihn in die Schanze schlagen, mein Leben, meine Wohlfahrt, meine Freiheit. Es macht ja meine Lust und mein Glück aus, Mich an seinem Glücke und seiner Lust zu laben. Aber Mich, Mich selbst opfere Ich ihm nicht, sondern bleibe Egoist und - geniesse ihn. Wenn ich ihm alles opfere, was Ich ohne die Liebe zu ihm behalten würde, so ist das sehr einfach und sogar gewöhnlicher im Leben, als es zu sein scheint; aber es beweist nichts weiter, als dass diese eine Leidenschaft in Mir mächtiger ist, als alle übrigen." - S. 323 im "Einzigen"
 

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Ich habe lange genauso gedacht, glaube aber mittlerweile, dass das ein Fehlschluss ist. Die Tatsache, dass jeder Altruismus auch als Egoismus formulierbar ist, bedeutet nicht, dass es nicht sinnvoll ist, von Altruismus zu reden. Ist es nicht ein grundsätzlicher Unterschied, ob es mir wichtig ist, dass etwas zu meinem Wohle geschieht oder ob mir wichtig ist, dass etwas zum Wohle eines anderen geschieht?
 

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Beitrag von Konrad Grimm »

Original von Montgomery Scott
Ist es nicht ein grundsätzlicher Unterschied, ob es mir wichtig ist, dass etwas zu meinem Wohle geschieht oder ob mir wichtig ist, dass etwas zum Wohle eines anderen geschieht?
Nein, ich sehe da keinen. Ich sehe nur einen eingebildeten, der daher rührt, dass Altruismus als positiv dargestellt wird. Ja warum wird er das wohl? Weil die Schafe, die sich selbst opfern, dem Wolf am liebsten sind!

Stirner schreibt das ja auch der Arbeiterbewegung ins Buch. Diese Waschlappen, diese erbärmlichen Würstchen heute mit ihrem Geheule von "Gerechtigkeit" und "Ausbeutung"! Die "Ausbeutung" geschieht ihnen ganz recht, wenn sie sich ausbeuten lassen! Mindestlöhne wollt ihr? "Was hast Du denn? »Ich habe ein Gut von tausend Morgen.« Und Ich bin dein Ackerknecht und werde Dir deinen Acker fortan nur für 1 Taler Tagelohn bestellen. »Da nehme Ich einen andern.« Du findest keinen, denn Wir Ackersknechte tun's nicht mehr anders, und wenn einer sich meldet, der weniger nimmt, so hüte er sich vor Uns. Da ist die Hausmagd, die fordert jetzt auch so viel, und Du findest keine mehr unter diesem Preise."
Egoismus löst jedes Problem. Altruismus ist für die Schwachsinnigen.

Er ist sogar noch dazu irre. Denn würden wir alle konsequent altruistisch handeln, wir würden sofort sterben, denn wir müssten zugunsten der anderen aufhören, die Luft zu atmen, die die vielleicht auch gerne hätten, das Wasser zu trinken und die Speisen zu essen.
 

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Ich behaupte aber im Gegenteil, dass die eben genannte Definition von Altruismus in Wirklichkeit die einzige sinnvolle ist. Eine andere ist mit Subjektivität gar nicht vereinbar. Wie soll ein Subjekt bewusst handeln, ohne sich dafür zu entscheiden? Wie soll es eine Entscheidung geben, die in ihrer Formulierung kein "Ich" beinhaltet?
 

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Beitrag von Konrad Grimm »

Ich möchte das nochmal hervorheben:

Wir leben deswegen in einer Gesellschaft, die Altruismus zur Tugend erklärt, weil die Moral von den Herrschenden gemacht wird und Altruismus die Tugend der Sklaven ist.
 

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Beitrag von Konrad Grimm »

Original von Montgomery Scott
Ich behaupte aber im Gegenteil, dass die eben genannte Definition von Altruismus in Wirklichkeit die einzige sinnvolle ist. Eine andere ist mit Subjektivität gar nicht vereinbar. Wie soll ein Subjekt bewusst handeln, ohne sich dafür zu entscheiden? Wie soll es eine Entscheidung geben, die in ihrer Formulierung kein "Ich" beinhaltet?
Gar nicht. Es gibt keinen Altruismus. Es gibt nur die Illusion von Altruismus. Wenn man das einsieht, dann wird man feststellen: Man bräuchte selbst diesen Begriff nicht. Niemand tut jemals irgendetwas für irgendwen anderen.

Nachtrag: Diese Verwirrung, diese Illusion, führt gleichwohl dazu, dass wir plötzlich beginnen, gegen unsere eigentlichen Interessen zu agieren, da wir ja glauben, etwas für uns zu tun sei schlecht und deswegen bewusst uns dem Schein des Altruismus hingeben, was dann zu realem Altruismus, also Selbstschädigung führt.
 

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Original von Konrad Grimm
Gar nicht. Es gibt keinen Altruismus. Es gibt nur die Illusion von Altruismus. Wenn man das einsieht, dann wird man feststellen: Man bräuchte selbst diesen Begriff nicht. Niemand tut jemals irgendetwas für irgendwen anderen.
Natürlich kann ich etwas für jemand anderen tun. Das passiert ständig. Dass der Handelnde dabei trotzdem letztendlich eine auf sich selbst bezogene Abwägung macht, ändert daran nichts, dass die Handlung dann nicht egoistisch ist.
 

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