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Verfasst: Mo 26. Mai 2008, 16:14
von vSzP
Ich schlage vor, in der nächsten Großen Koalition teilen sich SRM und ich das Wirtschafts- und Arbeitsministerium, integrieren das Finanzministerium und richten den Laden wieder her.
Ich stimme ihm nämlich vollständig überein :daumen:
Verfasst: Mo 26. Mai 2008, 16:20
von SRM
Original von vSzP
Ich schlage vor, in der nächsten Großen Koalition teilen sich SRM und ich das Wirtschafts- und Arbeitsministerium, integrieren das Finanzministerium und richten den Laden wieder her.
Ich stimme ihm nämlich vollständig überein :daumen:
Was sehen meine entzündeten Augen?

Verfasst: Mo 26. Mai 2008, 16:25
von vSzP
Original von SRM
Was sehen meine entzündeten Augen?
Na, wie du schon geschrieben hast. Dein BWL-Studium macht sich bezahlbar. Ich glaube, du warst früher auch eher ein Anhänger von Sozialgeschenken und einem "starken", fürsorgenden Sozialstaat, oder? Heute bist du eher der Anhänger eines flexiblen Sozialsstaats der die Arbeitnehmer (Sozialabgaben) und Bürger/Unternehmen (Steuern) nicht überfordert. Das lob ich mir.
Verfasst: Mo 26. Mai 2008, 16:29
von SRM
Wäre ja auch traurig, wenn ich in den letzten Jahren nix gelernt hätte

Ab August lässt mich die Uni auf den Arbeitsmarkt los
Es ist aber richtig, dass man im Laufe der Zeit einen anderen Blick für die Situation gewinnt. Nicht jeder verdient die Unterstützung des Staates, Faulheit und Bequemlichkeit ist schon viel zu lange gesellschaftsfähig.
Verfasst: Mo 26. Mai 2008, 16:30
von Montgomery Scott
Original von SRM
Vor zwei, drei Jahren waren Lehramtsstudenten quasi ohne Perspektive. Im Zuge dessen wurden an der Uni Stuttgart auch die entsprechenden Studiengänge entweder massiv limitiert oder ganz gestrichen. Inzwischen sucht man wieder händeringend - da steckt halt kein Plan dahinter
Richtig, erst eine Erhöhung des verfügbaren Einkommens (im Normalfall durch höhere Löhne

oder geringere Abgaben

) erhöht den Konsum und die Nachfrage. Deine Ausführungen zielen letztlich aber nicht auf die Arbeit als solche ab, sondern auf den Arbeitstypus, der variiert. Dass es insgesamt an Arbeitsplätzen mangelt, ist schlicht eine Lüge. Natürlich passt nicht jeder mit seinem Profil auf jede Stelle, hier kommt aber auch die europäische Integration ins Spiel, die ausdrücklich befürworte. Man wird sich mit dem Gedanken anfreunden müssen, dass der Deutsche nach Polen geht und nicht mehr umgekehrt.
"Zu wenig", "genug" oder "zu viel" ist zunächst mal immer eine Verkürzung? Die Frage ist doch: Wofür genug? Klar, wenn wir den Menschen noch mehr in die Zwänge von Flexibilität, Mobilität, zweckrationaler Familienplanung und gedrilltem Tagesablauf reinzwängen, nimmt auch irgendwann wieder jeder an der Produktion teil.
Verfasst: Mo 26. Mai 2008, 16:31
von Montgomery Scott
Original von SRM
Es ist aber richtig, dass man im Laufe der Zeit einen anderen Blick für die Situation gewinnt. Nicht jeder verdient die Unterstützung des Staates, Faulheit und Bequemlichkeit ist schon viel zu lange gesellschaftsfähig.
Quatsch, Faulheit zulasten anderer ist immer und überall geächtet. Du entwickelst da ein unrealistisches Feindbild.
Verfasst: Mo 26. Mai 2008, 16:32
von SRM
Original von Konrad Grimm
Ja, auch der geistig zurückgebliebene wird von niemandem daran gehindert, ein Studium aufzunehmen. Allein, das hilft ihm auch nichts. Im übrigen führt Höherqualifikation gesamtwirtschaftlich zu gar nichts, sondern hat lediglich den Effekt, dass die immer weniger werdenden Arbeitsplätze auf überqualifiziertes Personal verteilt werden.
Dass der Kapitalismus Arbeit durch Kapital substituiert, sollte ja niemanden überraschen.
Siehe dazu Rifkin "Das Ende der Arbeit"
Von geistig Zurückgebliebenen oder Behinderten spricht hier keiner, wobei letztere zunehmend in das Wirtschaftsleben, entsprechend ihren Fähigkeiten integriert werden (bspw. Lebenshilfe, die große Automotive Player beliefern) und somit eine angemessene Rolle spielen. Das tut zum einen dem Sozialsystem gut, zum anderen befriedigt es den Behinderten selbst auch, in dem er seinen Wert dokumentieren kann.
Verfasst: Mo 26. Mai 2008, 16:57
von Konrad Grimm
Du kannst auch Menschen mit einem IQ von 80 oder 90, die normalerweise ihren Hauptschulabschluss machen würden, nicht ein Studium zumuten. Die taugen nun mal nur für körperliche Arbeit. Und wenn die zunehmend durch Maschinen gemacht wird, werden sie eben arbeitslos. Und dieser Vorgang hat längst den Mittelstand erreicht. Schalterangestellte in den Banken? Pah, wozu gibt es Online-Banking und Geldautomaten! Mit jedem Schritt technologischen Fortschritts werden mehr Menschen überflüssig. Und ohne Arbeit bleibt ihnen die Chance zum Aufstieg dauerhaft verwehrt - einzig die Hoffnung auf den Lotto-Gewinn bleibt (insofern: Lotto ist Opium fürs Volk!)
Und wenn der Bogen überspannt wird, dann werden die Besitzlosen sich eben erheben gegen die Besitzenden. Sähe schrankenlosen Kapitalismus, und du wirst Sozialismus ernten! Bismarck hat das deutsche Sozialsystem nicht aus Menschenfreundlichkeit geschaffen...
Verfasst: Mo 26. Mai 2008, 17:01
von SRM
Original von Konrad Grimm
Du kannst auch Menschen mit einem IQ von 80 oder 90, die normalerweise ihren Hauptschulabschluss machen würden, nicht ein Studium zumuten. Die taugen nun mal nur für körperliche Arbeit. Und wenn die zunehmend durch Maschinen gemacht wird, werden sie eben arbeitslos. Und dieser Vorgang hat längst den Mittelstand erreicht. Schalterangestellte in den Banken? Pah, wozu gibt es Online-Banking und Geldautomaten! Mit jedem Schritt technologischen Fortschritts werden mehr Menschen überflüssig. Und ohne Arbeit bleibt ihnen die Chance zum Aufstieg dauerhaft verwehrt - einzig die Hoffnung auf den Lotto-Gewinn bleibt (insofern: Lotto ist Opium fürs Volk!)
Und wenn der Bogen überspannt wird, dann werden die Besitzlosen sich eben erheben gegen die Besitzenden. Sähe schrankenlosen Kapitalismus, und du wirst Sozialismus ernten! Bismarck hat das deutsche Sozialsystem nicht aus Menschenfreundlichkeit geschaffen...
Ich verweise nur nochmals auf die europäische Integration, vor allem die 'neuen' Länder.
Verfasst: Mo 26. Mai 2008, 17:51
von David G. Whitman
Original von Palin Waylan-Majere
SRM: Wie erklärst du dann die Tatsache, dass die wenigsten Studenten aus Arbeiterfamilien kommen, im Gegensatz zu Studierenden mit bildungsbürgerlichem Hintergrund?
In der Tat kommen aus diesem Bereich wenige Studenten, wobei man dazu auch die Tatsache beachten sollte, dass ein "Arbeiterkind" heutzutage kein Regelfall ist und ein "Arbeiterkind" nicht unbedingt eine schlechtere oder bessere Perspektive hat, als ein "Dienstleistungskind". Es kommt eben immer auf die Umstände an, und für die Umstände ist sicher das Bildungssystem zum Teil mitverantwortlich, aber auch diverse andere Dinge, wie Sozialisation etc.. Während Akademiker von ihren Kindern logischerweise den Gang zur Uni erwarten und vielleicht auch forcieren, ist das Studium in einkommensschwächeren Schichten vielleicht zu unsicher - und man zieht "etwas vernünftiges" (wie sich meine Eltern auch so schön ausdrückten), also eine Berufsausbildung vor. Eine ähnliche Haltung gibts sicher auch in der Wahl der Schulform etc.. Massive finanzielle Gründe gegen ein Studium sehe ich nicht; wem das Geld fehlt, der bekommt Bafög, und wer Bafög bekommt, der bekommt hier in NRW auch die Studiengebühren von der NRW Bank geschenkt. Wo der Wille da ist, da ist auch hierzulande ein Weg.
Im übrigen verschließt du deine Augen vor der Realität, dass ein normaler Job eben durchaus nicht ausreichen kann. Aus deiner schwäbischen Perspektive als junger und dynamischer Uniabsolvent, dem quasi alles offensteht, mag das so erscheinen. Doch wunderst du dich nicht, dass so viele ihre kümmerlichen Entlohnungen noch mit Alg II aufstocken müssen?
Und wie viele Menschen es erst aufregt, dass man von seinem kümmerlichen Lohn noch immens viele Abgaben abziehen lassen muss - wodurch der Lohn eigentlich oft erst kümmerlich wird...