Seite 8 von 8
Verfasst: Mo 19. Mai 2008, 13:22
von Palin Waylan-Majere
Original von Carl Philipp van Tulpe
Die Oktoberrevolution ist für mich nichts anderes als ein Putsch machtgierieger Bürokraten unter dem Edikett des Sozialismus, um die in der Februarrevolution geschaffenen demokratischen Verhältnisse in eine Oligarchie von Parteibonzen zu verwandeln.
Leute wie Lenin und Stalin waren doch zur Oktoberrevolution keine Bürokraten. Und du vergisst, dass die Bolschewiki genau das vertraten, was für die Mehrheit der Russen zu diesem Zeitpunkt elementar gewesen ist (was die Kerenski-Regierung nicht erfüllen wollte): 1. Frieden 2. Bodenreform. Den folgenden roten Terror kannst du auch nicht einfach so ohne den weißen Terror hinstellen als quasi naturgemäße Folge einer Revolution.
Zu deinem anderen Beispiel: wie stellst du dir denn bitte die Französische Revolution ohne Revolution vor? Sollte die Nationalversammlung denn nach der Verfassung von 1791 sagen: "war nicht so gemeint, lasst mal nach Hause gehen"?
Verfasst: Mo 19. Mai 2008, 16:36
von vSzP
Original von Montgomery Scott
Ich bezweifle aber in der Tat, ob es überhaupt sinnvoll ist, hier negative Urteile über Menschen abzugeben. Denn diese Menschen sind nichts als Angestellte, die für genau die Entscheidungen gut bezahlt werden, die hier getroffen wurden. Nun könnte man den betreffenden Leuten vielleicht vorwerfen, eine unmoralische Arbeit zu machen, da sind sie im Kapitalismus allerdings guter Gesellschaft mit so einigen, die gerne schnell sind mit solchen Vorwürfen. Es geht eben um die Systemfrage. Ist es legitim, dass sich im Spätkapitalismus gigantische Kapitalkonzentrationen ergeben haben, deren rendite- und/oder wachstumsbezogenes Wirtschaften fatale soziale Folgen hat?
Die Frage ist schon ganz gut. Denn die Lösung zu dieser Frage zeigt einen interessanten Kreislauf an, der die herkömmliche Denkweise aufbricht. Denn viele Fonds handeln mit dem Geld ihrer Anleger. Die Anleger, die u.a. solche Praktiken wie die von Nokia regelrecht fordern, sind oftmals Rentner oder eben Arbeitnehmer, die ihre Rente dadurch aufbessern wollen.
Der Kreislauf schließt sich also wieder. Die Banken und Versicherungen, die in der Öffentlichkeit auftreten, handeln ja oftmals nicht mit Eigenkapital - sondern im Auftrag ihrer Kunden!
Verfasst: Mo 19. Mai 2008, 18:55
von Palin Waylan-Majere
Original von vSzP
Die Anleger, die u.a. solche Praktiken wie die von Nokia regelrecht fordern, sind oftmals Rentner oder eben Arbeitnehmer, die ihre Rente dadurch aufbessern wollen.
Das glaubste doch selbst nicht.
btw. ist aber ein schönes Argument gegen private Altersvorsorge.
Verfasst: Mo 19. Mai 2008, 19:20
von vSzP
Original von Palin Waylan-Majere
Das glaubste doch selbst nicht.
btw. ist aber ein schönes Argument gegen private Altersvorsorge.
Nein, du verstehst es immer noch nicht. Nenn doch mal ein Unternehmen, was 35 Mrd. Euro Kapital besitzt (in Aktien oder bar)? Die Unternehmen handeln mit dem Geld ihrer Anleger, nicht mit ihren eigenen Gewinnen - die im Übrigen ja auch in den meisten Fällen Aktionären zufallen.
Und wenn du das für ein schönes Argument gegen private Altersvorsorge nennst. Kennst du die größten Fonds der Welt? Das sind alles Staatsfonds! Der größte private Fond hat ein Volumen von vielleicht ~ 50. Mrd. Euro.
Das ist ein Witz... nimm doch zum Beispiel mal den Abu Dhabi Investment Authority... der hat ein Volumen von über 870 Mrd. Euro - und gehört den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Du willst es weniger exotisch? Der drittgrößte Fond der Welt - der Goverment Pension Fund - Global mit einem Volumen von über 300 Mrd. Euro gehört Norwegen.
Dagegen wirkt der nationale Pensionsfond Irlands mit 29 Mrd. Euro oder der Australian Goverment Future Fond mit 50 Mrd. Euro mickrig. Privat wären das aber Branchenriesen.
Überall da, wo du Geld erst bündelst und anschließend anlegst können Fonds entstehen. Die Frage ist aber, wie agressiv und mit welchen Mitteln so ein Fond arbeitet.