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Verfasst: Do 20. Sep 2007, 19:45
von Kreittmayr
Original von Konrad Grimm
ICH meine, dass wenn wir uns von den Gespenstern in unserem Kopf gelöst haben, die andere uns eingetrichtert haben, nichts mehr bleibt, an dem wir uns orientieren könnten als unsere dann "gesäuberten" Gefühle.
Ach, übrigens, das ist genau wieder die künstliche Dichotomie, die ich oben angeprangert habe. Wenn das Über-Ich weg ist, bleibt nur noch das Es übrig.

Das ist falsch. Es gibt eine dritte Alternative: den Vernunft praktizierenden, geistig unabhängigen, handlungstechnisch selbstbestimmen, in Prinzipien denkenden Menschen. Freiheit und Moral sind kein Widerspruch.

Verfasst: Fr 21. Sep 2007, 01:31
von Jonathan Metternich Hughes

Verfasst: Fr 21. Sep 2007, 01:41
von Konrad Grimm
Original von Jonathan Metternich
Kurz zum Thema zurück. (SPON)
=) =) =) =)

:klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch:

HAB ICH EUCH DAS NICHT GESAGT? HAB ICH DAS NICHT GESAGT?

Und Ihr seid diesem Amateurschauspieler aufgesessen!

Da mir das vorhin beim Fußball verwehrt war:



So seh'n Sieger aus, scha-la-la-la-la, so sehen Sieger aus, scha-la-la-la-la-la...




Verfasst: Fr 21. Sep 2007, 02:30
von Konrad Grimm
Original von Kreittmayr
...
Da sagt uns die Wissenschaft aber etwas anderes.

Tatsächlich bestätigt die Psychologie heute mehr und mehr die Annahme David Humes: Die "Vernunft" ist die Sklavin unserer Emotionen.

Ich hatte Dir den Artikel von Prof. Haidt geschickt, nicht?

In Wahrheit ist es so: Wir werden von unseren unbewussten Gefühlen beherrscht. Sollen wir diese begründen, verantworten, dann verlangen wir von unserem Gehirn etwas, was es nicht kann. Unser Gehirn steht vor dem Dilemma, dass es weiss, was wir wollen, aber nicht, warum. Also erfindet es eine Begründung, relativ willkürlich. Die Psychologie nennt diese Situation eine "kognitive Dissonanz", unsere Antwort darauf "Rationalisieren".

Ich dagegen vertrete einen rein instrumentellen Vernunftbegriff. Der Verstand kann mir nicht sagen, was ich will; nur, wie ich es bekomme. Er ist nur Werkzeug.

Verfasst: Fr 21. Sep 2007, 11:53
von Literoy Goldheart
Original von Jonathan Metternich
Kurz zum Thema zurück. (SPON)
Das überrascht mich wenig.

Verfasst: Fr 21. Sep 2007, 12:56
von Kreittmayr
Die sog. Wissenschaft, gerade wenn es um die Psychologie geht, bringt heute verdammt viel Scheiße auf den Markt. Kein Wunder, wenn die methodologischen Grundlagen nicht ausreichend geklärt sind. Insofern beeindruckt mich ein "die Wissenschaft sagt es aber anders"-Argument gar nicht, abgesehen davon, dass dieser Vogel Haidt gewiss nicht "die Wissenschaft" ist.

Verfasst: Fr 21. Sep 2007, 13:57
von Literoy Goldheart
Wo Grimms Denkmodell aufstößt: Du sprichst immer davon, das wir uns von dem überkommenen Wertemodell befreien sollen, welches und, bildlich gesehen, auf dem Boden festnagelt und uns von Kindheit an eingepflanzt wurde.
Als ich dich einmal gefragt habe, wie Du Dir denn das ideale Leben vorstellst, war einer der Punkte, dass du Deine Kinder frei aufziehen möchtest und ihnen dabei Werte vermitteln möchtest. Das ehrt Dich, kollidiert dabei aber wiederum mit dem, was du bekämpfst - nämlich einem oktroyierten Gerüst für Verhaltensmaßstäbe.
Ich meinerseits bin von antiautoritären Eltern erzogen worden. Ich habe mir meine Werte selbst vermitteln müssen, auch nicht leichter. Dennoch komme ich mit dem System Deutschland recht gut zurecht und störe mich auch nicht großartig daran, da ich es sogar zweimal verlassen durfte und es mich trotzdem wieder zurückgenommen hat ;-)

Verfasst: Fr 21. Sep 2007, 13:58
von Literoy Goldheart
Original von Konrad Grimm
Wir werden von unseren unbewussten Gefühlen beherrscht. Sollen wir diese begründen, verantworten, dann verlangen wir von unserem Gehirn etwas, was es nicht kann.
Endlich sagst du mal was, was ich gebrauchen kann... spätestens fürs nächste Mal, wenn mich meine Allerliebste fragt "Was denkst Du gerade." =) :evil: :P

Verfasst: Fr 21. Sep 2007, 14:17
von Konrad Grimm
Original von Literoy Goldheart
Als ich dich einmal gefragt habe, wie Du Dir denn das ideale Leben vorstellst, war einer der Punkte, dass du Deine Kinder frei aufziehen möchtest und ihnen dabei Werte vermitteln möchtest.
Lang, lang scheint's her zu sein. Heute will ich ja nicht mal mehr Kinder ;) Nun, meine Meinungen unterliegen in den letzten Jahren ja permanenter Veränderung. Ich war bis letztes Jahr noch überzeugter Libertärer, aber dann kam mit Stirner eine neue Stufe (die Entwicklung verläuft nicht willkürlich: katholisch-konservativ -> katholisch-liberal -> agnostisch-libertär -> existenzialistisch-postanarchistisch)
Das ehrt Dich, kollidiert dabei aber wiederum mit dem, was du bekämpfst - nämlich einem oktroyierten Gerüst für Verhaltensmaßstäbe.
Das ist wahr.
Ich meinerseits bin von antiautoritären Eltern erzogen worden. Ich habe mir meine Werte selbst vermitteln müssen, auch nicht leichter.
Naja, erstens hat's Dir jedenfalls nicht geschadet, wie ich mal feststellen möchte. ;)

Zweitens, täusch Dich nicht. Du magst vielleicht weniger durch Deine Eltern geprägt worden sein, aber andere Sozialisierungsinstitutionen musstest Du ja genauso durchlaufen. Schulsystem und Medien sind nur zwei davon.

Drittens, anti-autoritäre Erziehung ist immer noch Erziehung. Stirner lässt sich, wenn überhaupt, nur mit den Ideen der Anti-Pädagogik vereinbaren. Sprich: Jeder moralische Einfluss auf Kinder ist zu unterlassen.

Verfasst: Fr 21. Sep 2007, 18:06
von Kreittmayr
Original von Konrad Grimm
katholisch-konservativ -> katholisch-liberal -> agnostisch-libertär -> existenzialistisch-postanarchistisch
Vom einen zum anderen Extrem. Und irgendwann bestimmt auch wieder zurück. ;)