Original von Literoy Goldheart
Als ich dich einmal gefragt habe, wie Du Dir denn das ideale Leben vorstellst, war einer der Punkte, dass du Deine Kinder frei aufziehen möchtest und ihnen dabei Werte vermitteln möchtest.
Lang, lang scheint's her zu sein. Heute will ich ja nicht mal mehr Kinder

Nun, meine Meinungen unterliegen in den letzten Jahren ja permanenter Veränderung. Ich war bis letztes Jahr noch überzeugter Libertärer, aber dann kam mit Stirner eine neue Stufe (die Entwicklung verläuft nicht willkürlich: katholisch-konservativ -> katholisch-liberal -> agnostisch-libertär -> existenzialistisch-postanarchistisch)
Das ehrt Dich, kollidiert dabei aber wiederum mit dem, was du bekämpfst - nämlich einem oktroyierten Gerüst für Verhaltensmaßstäbe.
Das ist wahr.
Ich meinerseits bin von antiautoritären Eltern erzogen worden. Ich habe mir meine Werte selbst vermitteln müssen, auch nicht leichter.
Naja, erstens hat's Dir jedenfalls nicht geschadet, wie ich mal feststellen möchte.
Zweitens, täusch Dich nicht. Du magst vielleicht weniger durch Deine Eltern geprägt worden sein, aber andere Sozialisierungsinstitutionen musstest Du ja genauso durchlaufen. Schulsystem und Medien sind nur zwei davon.
Drittens, anti-autoritäre Erziehung ist immer noch Erziehung. Stirner lässt sich, wenn überhaupt, nur mit den Ideen der Anti-Pädagogik vereinbaren. Sprich: Jeder moralische Einfluss auf Kinder ist zu unterlassen.