Nein, nur wenn so Vollspaten meine ihre Klischees in die Welt hinauszuposaunen.
Mag sein, dass die Thesen der Person, die du angegriffen hast, durchaus mal etwas gewagt sind und sich nicht in die politische Korrektheit einreihen, aber im Gegensatz zu dir - entschuldige, wenn ich das so sage - sehe ich da eine Argumentationsstruktur mit echten Argumenten, nicht einfach nur Thesen, die in den Raum geworfen werden.
Das ist Klischeedenken. Die Juristen sind nicht zu realistischen und praxisorientierten Denken fähig, sondern Fachidioten, die überall irgendwelche Probleme sehen und eigentlich nur von Jura Ahnung haben, aber dann meinen über Arbeitsmarktpolitik schwadronieren zu können, ohne überhaupt einen blaßen Schimmer davon zu haben, Angestellter zu sein.
Dann hast du ja verstanden, was ich sagen will, denn mit dem Klischeedenken hast du eingesetzt - dass man Jurist ist, heißt ja wohl nicht gleichzeitig, von Arbeitsmarktpolitik keine Ahnung zu haben.
Ein Angesteller muss vom Politikbereich des Arbeitsmarktes übrigens auch nicht unbedingt eine Ahnung haben, das einzige Kompetenzkriterium ist doch hier nicht die Erfahrung als Teilnehmer am Markt. Das würde bedeuten, man ginge hier nach Individualinteressen, in einem Land, in dem Politik für mehrere Millionen Menschen betrieben werden kann, sind Individualinteressen aber nur sehr schwer vertretbar.
Es gibt so einige Dinge, an denen man nicht herumkommt. Da ist mir ein Realist mit seinen Argumenten zur Arbeitsmarktpolitik lieber, weil er den Kern der Sache erfasst und idealerweise das an Veränderung rausholen wird, was er rausholen kann.
Ein Vertreter von Utopien wird mit seinen traumhaften Vorstellungen auftreten und nach kurzer Zeit scheitern, ohne etwas zu erreichen. Ich denke aber, wir müssen keinen Stillstand in Kauf nehmen, nur weil Utopien existieren. Das ist ein wenig wie mit dem klassischen Drama: Die Darstellung von Idealtypen ist ja schön und gut, für die Realität aber kaum brauchbar.
Man kann Realpolitik betreiben, man muss auch zurückschauen um nach vorne zu schreiten.
Beim Zurückschauen muss aber eine differenzierte Betrachtungsweise vorliegen. Rede ich mit dem typischen, linken Juso, so höre ich was über Industrialisierung und Zerschlagung des Kapitalismus, Marx usw. Das ist nicht differenziert, das ist völlig ideologiebezogen.
Drohsel ist ein Fall, wo ich mir denke, dass der mal ein paar Jahre Arbeit in der privaten Wirtschaft gut täten. Halt eben ein typischer Juristenfall, wie schon angemeckert.
Drohsel ist inkompetent, so viel dazu.
Pah, viele kennen gelernt, dass sind nur Plakatkleber und Winkewinke-/Fotomachmänneken, die nur nachlabern, was man denen eintrichtert. Teilweise findet da keine Bildung eigener Meinungen statt.
Stimmt. Eben weil ihnen von den obersten Strukturen - vom Bundesvorstand an! - irgendwelche sozialistischen Theorien vor den Latz geknallt werden. Sozialsmus ist toll, Kapitalismus ist doof, und wenn die SPD mal nicht ganz links ist, ist sie sowieso der letzte Scheiss. Ich habe mir das angesehen und mit einigen Jusos geredet - die haben nur für einen Kandidaten gestimmt, weil er es halt sowieso machen würde - und kein Mensch hat sich den Leitantrag durchgelesen, wozu auch. Die sind determiniert von einer Art der Werbung, der sie als Teil dieser Struktur gar nicht entfliehen können, wenn sie nich wissen, was für eine Gehirnwäsche da betrieben wird.
Utopien sind gut, um eine Richtschnur zu haben. Man will ja nicht alles umsetzen, ist aber froh über jeden kleinen Teil den man umsetzen kann.
Gut, Richtschnuren. Das mag ja sein - aber zeig mir mal auf Bundes- oder Landesebene Juso-Arbeit, in der der Sozialismus nicht Mittelpunkt, sondern Richtschnur konkreter Zielsetzungen ist...?