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Verfasst: Fr 12. Mär 2010, 10:44
von Richard Stresemann
Original von Palin Waylan-Majere
Das Gleichheit ein Menschenrecht ist - wen kümmerts?
Aber Gleichheit vor dem Gesetz, nicht durch das Gesetz.

Verfasst: Fr 12. Mär 2010, 12:19
von Ot Helfsen
Original von Hans Sack
Das alle Menschen beispielsweise das göeiche verdienen und den gleichen stand haben, ist Unumsetzbar.
Auf längere Dauer als z.B. einen Tag ist das nicht machbar, das ist empirisch und logisch verständlich. Aber das will ja auch keiner.
Der Mensch möchte keine "Soziale gerechtigkeit" da sie ihm doch eigentlich widerspricht.
Nein, er möchte eine soziale Gerechtigkeit, die ihm subjektiv nutzt bzw. seinen Ansprüchen daran entspricht. Der Begriff ist nicht objektiv zu definieren, daher ist soziale Gerechtigkeit im Prinzip das, was sich jeweils zu einem bestimmten Zeitpunkt als solche durchsetzt.
Und Leistungsgerechtigkeit gibt es doch bereits und nennt sich Freie Marktwirtschaft.
Solche Ideal-Konstruktionen wie "Freie Marktwirtschaft" oder "Rationale Planwirtschaft" etc. gibt es meiner Interpretation nach nicht.
Wir leben immer in einer Form der mixed economy. Mischung aus Befehl und Freiwilligkeit, aus Abhängigkeit, Wechselseitigkeit, Willkür und zwischenzeitlichen bzw. begrenzten Ordnungsversuchen.
Ansonsten muss man klar sagen, das Leere Phrasen wie "Gerechtigkeit" oder "Gleicheit" nichts anderes als Definitionsfragen sind, die am ende sowieso von jedem Individuum anders interpretiert werden.
Ja natürlich ist das alles subjektiv. Aber kollektivierte Interessen und Gefühlslagen bilden den Kern des demokratischen Politik-Angebots als dessen Resonanz.
Original von Richard Stresemann

Aber Gleichheit vor dem Gesetz, nicht durch das Gesetz.
Idealistischer Liberalismus ist die Konstruktion von der Gleichheit aller vor dem (negativen) Recht.
Idealistischer Sozialismus ist die Konstruktion einer Ergebnis- und/oder auch nur tatsächlichen Chancengleichheit innerhalb einer allumfassenden, allsolidarischen Gemeinschaft.

Beide Vorstellungen sind in ihrem Idealbild utopisch. Aber beide Konstrukte sind als reale Auswirkungen teilweise in der Realität der heutigen politischen Gesellschaft vorhanden.

Verfasst: Fr 12. Mär 2010, 23:55
von Hans Sack
Original von Cameron Philips

'Ich selbst allein bin die Zukunft den deutschen Volkes' --Adolf Hitler--

Zitieren kann man immer viel wenn man zu faul ist selbst zu denken.

edit: Tippgicht.
Den größtei meiner Texte entspringen allein meinem geiste. Wenn ich mal etwas Zitire, dann weil ich es als Passend oder Gut Empfinde. Faktisch bleibt aber zu sagen, das niemand ein recht auf das gesprochene Wort hat. Was bedeutet schon das wort "Zitat" ? Nur weil es irgendwem vor mir in dem Sinn gekommen ist, besitzt er denn Satz doch nicht.

Wenn ich den Satz Tatsächlich als Zitat ausweise, oder gar den namen des Menschen nenne, dann tue ich das lediglich aus Anerkennung eines von mir geachteten Menschens. Ansonsten verwende ich worte und Sätze so wie es mir Gefällt.

Verfasst: Sa 13. Mär 2010, 05:59
von Cameron Philips
Gut, nicht dass wir uns dann mißverstehen. Adolf Hitler geniesst meine Anerkennung nicht!

Verfasst: Sa 13. Mär 2010, 12:09
von Ot Helfsen
Original von Cameron Philips
Gut, nicht dass wir uns dann mißverstehen. Adolf Hitler geniesst meine Anerkennung nicht!
In der Presse würde das jetzt vielleicht so zitiert: "Philips äußert sich über Adolf Hitler in Bezug auf Anerkennung. Näheres kleingedruckt auf Seite 16 unten." ;)

Verfasst: Sa 13. Mär 2010, 13:29
von Bernardo Macaluso
Original von Richard Stresemann
Aber Gleichheit vor dem Gesetz, nicht durch das Gesetz.
Das ist ein schwieriges Thema. Wer den modernen Staat so interpretiert, dass er nur sichern muss, dass die Rechtssprechung jeden Menschen gleich behandelt und dass die Gesetzgebung die elementaren Gleichheitsgebote beachten muss, macht es sich zu leicht. Ich meine, man muss ja nur eine beliebige Sonntagszeitung aufschlagen und findet totsicher einen Gastbeitrag irgendeines rechtsliberalen Zeitgenossen, der den angeblichen linken Mainstream anklagt, Gleichheit im Resultat anstatt Gleichheit der Chancen zu wollen. Da baut er sich aber einen fiktiven Gegner auf, der so nicht existiert. Wer auf angebliche ursprüngliche Ungleichheiten verweist, die der Staat nicht ausgleichen darf, muss 1.) erklären, wo es bitte so etwas wie individuelle Ursprünglichkeit jenseits der Gesellschaft geben soll, muss 2.) einen Nachweis führen, dass in dieser Ursprünglichkeit ganz bestimmte Ungleichheiten vorkommen. muss 3.) aufzeigen, was diese Ungleichkeiten unantastbar oder schützenswert macht und muss 4.) den normativen Wert von Ungleichheit überhaupt begründen. Wer das nicht kann (und diese Autoren können es allesamt nicht), muss wohl oder übel faktische Ungleichheit auf Chancenungleichheit zurückführen. Und genau dieser Annahme folgt die linke Argumentation.

Verfasst: Sa 13. Mär 2010, 15:04
von Hajo Poppinga
Die Frage ist doch, und die wird meines Erachtens ebenfalls zu wenig brücksichtigt, wer mit dem "gleichgemacht" werden soll. Erst dann kann man den, meiner Ansicht nach so nicht schlüssig zu folgenden, Schritten Deiner Argumentation folgen.

Verfasst: Sa 13. Mär 2010, 15:48
von Bernardo Macaluso
Ich zielte auf die allgemeine Tendenz in der öffentlichen Diskussion aber habe bei solchen Sachen immer vorallem die Bildungspolitik im Sinne. Die Diskussion in diesem Thread bezog sich aufs bGE.

Verfasst: Sa 13. Mär 2010, 16:52
von Hajo Poppinga
Ich weiß nicht, wem wie das bedingungslose Grundeinkommen überhaupt eine Chancenverbesserung bringen soll. Es gibt weder mehr Arbeits-, Studien- oder Ausbildungsplätze davon, noch bessere Kinderbetreuung oder Schulbildung. Mal davon abgesehen, daß es vielleicht (und das halt eich auch für fragwürdig) eine materielle Besserung bringt, führt es langfristig nur zu Preissteigerungen und danach zu einer Teuerungsspirale.

Verfasst: Sa 13. Mär 2010, 20:01
von Ot Helfsen
Original von Hajo Poppinga
Mal davon abgesehen, daß es vielleicht (und das halt eich auch für fragwürdig) eine materielle Besserung bringt, führt es langfristig nur zu Preissteigerungen und danach zu einer Teuerungsspirale.
Mit einem bedingungslosen Staatseinkommen wäre natürlich (noch) viel (mehr) Geld ohne reale Deckung bzw. ohne Wertschöpfung in irgendeiner Form auf dem Markt der Eitelkeiten. Aber was ändert das an der grundsätzlichen Tendenz. Ich schätze es derzeit so ein: Ein Staatseinkommen würde nichts Grundlegendes ändern. Es würde vielleicht die Zäsur/Währungsreform (wie man es nennen möchte) auf dem Zeitstrahl etwas früher erscheinen lassen. Aber dafür hätte man auch noch mal die angenehmen Seiten des Wohlfahrtsstaates für alle zur Verfügung gestellt. Das ist Chancengleichheit, und eigentlich eine noch fairere Form des Umverteilungsstaates als die derzeitige korporatistisch-lobbyistische Variante, bei der nur bestimmte Gruppen übermäßig und andere weniger profitieren.