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Verfasst: Mi 21. Okt 2009, 20:17
von Kathryn Janeway
Nun, der Jackpot ist natürlich die Regierungsstellung. Aber ich gebe zu bedenken: Auch in der Parteiendemokratie mit parlamentarischem Regierungssystem wird nach den Koalitionsvereinbarungen die Opposition die Opposition und die Regierung die Regierung sein. Daran wird sich in den 4 Monaten zwischen 2 Wahlen nichts ändern. Beide werden auch nur die ersten 1 bis 2 Monate aktiv sein und dann erst wieder vor den Wahlen aufwachen. Denn auch im Parlamentarismus ist man auf die Gunst des Wählers angewiesen und weiß, dass selbst gute Leistungen eine kurze Halbwertzeit haben. Wertvolles Pulver wird in der Demokratie immer erst dann verschossen, wenn es um die Wahl geht.

Weiter im Text: Ich würde die Unmöglichkeit einer Einzelliste akzeptieren, wenn dafür andere Möglichkeiten geschaffen werden, als nicht parteigebundener Interessent für die Wahl dennoch kandidieren zu können. Es wurde ja schon der Vorschlag mit der Bürgerliste gemacht. Solange für die Parteien und die Bürgerliste keine Mindestkandidatenzahl gilt wäre das das vielleicht eine akzeptable Lösung.

Verfasst: Mi 21. Okt 2009, 20:30
von Hajo Poppinga
@Ford: Bewirb Dich doch einmal für ein Prakitkum bei der Bild - die haben immer sehr prägnant formulierte Sätze, ein wenig Straffung täte Dir auch gut.

Insgesamt haben wir diese Diskussion schon x-Mal geführt. Ich halte das für ein Thema, was unsere SimOn-Strukturen behandelt und auch als solches dort behandelt werden sollte - wir nehmen uns auch sonst zu viel Diskussionsstoff im siminternen Bereich. Können wir uns das wirklich leisten? Soviel ist nämlich sonst, trotz anstehender Wahlen, nicht los.

Verfasst: Mi 21. Okt 2009, 21:19
von Amber Marie Ford
Die "Bild" strafft nicht, sie vereinfacht. ;) Während sie durch plakative Aussagen ihre Meinung propagieren will, will ich nur Überlegungen erläutern und zu deren kritischer Analyse und Kommentierung auffordern.

In die Simulationsinterne passt die ganze Diskussion meines Erachtens deshalb nur schlecht, weil Simulationsinterne und -externe zu trennen sind. Im realen Leben trete auch ich für eine Zurückdrängung des Einflusses der Parteien auf den Prozess der politischen Willensbildung, und für mehr direkte Demokratie durch Direktwahlen und Volksabstimmungen ein.

Für eine Micronation halte ich genau diese Ideen jedoch für unbrauchbar. Eine Micronation soll nicht der an realen Maßstäben gemessen perfekte Staat sein, sondern ein Staat, der seinen politisch interessierten und aktiven Bürgern möglichst viel Action, Spannung und Abwechslung bietet. Das sind zwei völlig unterschiedliche Kriterien!

Eine Micronation muss in ihrer Führungsstruktur elitär und exklusiv sein, denn ihr Spielprinzip beruht gerade darauf, sich in ihre Führungszirkel hochzuarbeiten und trotz Konkurrenzdrucks möglich lange dort zu halten. Das lässt sich nun simulationsintern denkbar schlecht erklären. ;)

Zu Janeways Kritik: diese trägt sicherlich im Ratelon seines derzeitigen Zustandes, indem fast nur noch Einzelpersonen um ihre Pöstchen schachern. In einer intakten Parteiendemokratie ist in einem parlamentarischen Demokratie jederzeit jede Regierung in Gefahr, denn ein parlamentarisches System bietet Raum für zahlreiche verschiedene Gruppierungen mit verschiedenen Überschneidungen:

Konservative und Sozialdemokraten vertragen sich auf Grund ihres Anspruches als "Volksparteien", Konservative und Liberale auf Grund ihrer wirtschafts- und steuerpolitischen Vorstellungen, Sozialdemokraten, Sozialisten und Grüne auf Grund ihrer wirtschafts- und sozialpolitischen Vorstellungen, Sozialisten, Liberale und Grüne auf Grund ihrer Haltung zu Menschen- und Bürgerrechten, Sozialisten und Grüne auf Grund ihrer Linien in der Umweltpolitik - in einem Vier- bis Fünf-Parteien-Parlament ist eigentlich ständig jede Koalition denkbar. Jede Meinungsverschiedenheit auf einem sensiblen Gebiet, jede Schwäche des Kanzlers kann jederzeit den Bruch bringen und eine Wende herbeiführen, mitten in der Leguislaturperiode.

Nur in einem präsidialen Regierungsystem, da thront der Regierungschef wie weiland Helmut Kohl. Und keiner kommt an ihn heran, während vier Monate für eine Micronation länger werden können als sechzehn Jahre für einen realen Staat.

Verfasst: Mi 21. Okt 2009, 23:17
von Joeli Veitayaki
Sorry, aber was du von dir gibst, lohnt sich nicht mal mehr zum Lesen.

"Eine Micronation muss in ihrer Führungsstruktur elitär und exklusiv sein"

So ein Quatsch....

Verfasst: Do 22. Okt 2009, 08:55
von Kathryn Janeway
Eine Diktatur wäre dann wohl auch die beste Regierungsform für eine Micronation :rolleyes:

Verfasst: Mi 28. Okt 2009, 14:57
von Amber Marie Ford
Nein, eine Diktatur halte ich als Staatsform für eine primär auf Politik fokussierte Micronation für ausgesprochen ungünstig.

Anstatt alles zu glauben, was Teriyaki erzählt, der mich nämlich sowieso einfach nur doof findet, solltest du lieber meine Äußerungen im Originalzusammenhang lesen und bewerten ;) Ich sagte nämlich:
Original von Amber Marie Ford
Eine Micronation muss in ihrer Führungsstruktur elitär und exklusiv sein, denn ihr Spielprinzip beruht gerade darauf, sich in ihre Führungszirkel hochzuarbeiten und trotz Konkurrenzdrucks möglich lange dort zu halten.
Das heißt also, die Führungspositionen in einer Micronation müssen von einer Elite besetzt werden, die aus der Mitte der Spielerschaft hervorgeht, und sich durch Engagement, Fantasie, Aktivität und Kreativität besonders auszeichnet.

Die Belohung für diesen speziellen Einsatz ist es dann, eben durch Wahlen an die Schaltstellen der Macht zu gelangen und dort Entscheidungen zu treffen, von denen andere Mitspieler, die sich bislang weniger ausgzeichnet haben, ausgeschlossen sind.

So sehr ich mir im realen Leben mehr "Quereinsteiger" in politischen Führungspositionen wünschen würde, und dafür weniger langgediente Parteisoldaten, die sich auf der Ochsentour vom Ortsverband hoichgearbeitet haben, eine Micronation braucht gerade diese Elitismus, nämlich als ständigen Anreiz für ihre Spieler.

Niemand investiert mehr Zeit, Mühe, Ideen und Arbeit in eine Micronation, wenn seine Anstrenungungen am Ende von Leuten verworfen werden, die aus Personalmangel schon ein paar Wochen nach ihrer Anmeldung gleich Abgeordnete des Unionsparlaments oder Unionsminister geworden sind.

Diese Ämter müssen von einer Elite besetzt werden, in die man sich hocharbeiten muss!

Verfasst: Mi 28. Okt 2009, 16:05
von Kathryn Janeway
Gut, das stimmt. Aber andererseits: Ich habe es nie toll gefunden, wenn der einzelne Mitspieler eher ohne Mitsprachemöglichkeiten ist. Man kann zwar in eine Partei eintreten, aber man hat nun mal auch das Problem wie im realen Leben: Es bilden sich Cliquen und die kann man als Neuling weniger gut durchdringen. Wenn man die Parteien massiv bevorteilen möchte bei den Unionswahlen muss man auch eben nicht nur die parteiinterne Demokratie stärken, sondern auch die Cliquenbildung vermeiden. Für einen Neuling ist eine Partei einfach zu uninteressant, wenn er keine Aufstiegsmöglichkeiten hat. Wenn wir zur Parteiendemokratie übergehen sollten wir außerdem die Mehrfachstimmen abschaffen und das verbesserte Verhältniswahlrecht einführen wie wir es rl in Bayern haben.

Verfasst: Mi 28. Okt 2009, 16:38
von Lord Macshire
Original von Amber Marie Ford
Eine Micronation muss in ihrer Führungsstruktur elitär und exklusiv sein, denn ihr Spielprinzip beruht gerade darauf, sich in ihre Führungszirkel hochzuarbeiten und trotz Konkurrenzdrucks möglich lange dort zu halten.
Oh, dieses böses E-Wort. Daß darf man doch in Deutschland nicht laut sagen, widerspricht es doch gänzlich der herrschenden, egalitären, sozialdemokratischen Auffassung. ;)
So sehr ich mir im realen Leben mehr "Quereinsteiger" in politischen Führungspositionen wünschen würde, und dafür weniger langgediente Parteisoldaten, die sich auf der Ochsentour vom Ortsverband hoichgearbeitet haben, eine Micronation braucht gerade diese Elitismus, nämlich als ständigen Anreiz für ihre Spieler.
Naja, auch ein "Quereinsteiger" wird nicht von heute auf morgen mal in ein Amt behoben - Ausnahmen bestätigen die Regel (s. Guttenberg) - sondern muß erst in einer Position sein, daß er dafür in Betracht kommt.

Verfasst: Mi 28. Okt 2009, 16:43
von Palin Waylan-Majere
Ersetze Elite durch Avantgarde und es passt. ;)

Verfasst: Mi 28. Okt 2009, 16:47
von Lord Macshire
Avantgarde ist doch nur ein anderes Wort für intellektuelle Elite.