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Verfasst: So 19. Jul 2009, 13:46
von Helen Bont
Original von Montgomery Scott
Der Grundsatz der sexuellen Selbstbestimmung hat für mich irgendwie gar nichts Beliebiges sondern ein sehr klares und absolutes sittliches Prinzip.
Herr Kollege Scott, wenn Sie in Verbindung mit der Polygamie von sexueller Selbstbestimmung reden, dann wäre es begrüßenswert, wenn Sie sich vorher darüber informiert hätten, was "sexuelle Selbstbestimmung" beinhaltet. Als rein juristisches Rechtsgut bezeichent "sexuelle Selbstbestimmung" das Recht, über seine Sexualität frei zu bestimmen. Sexuelle Selbstbestimmung ist aber keine Frage, ob man zwischen Monogamie oder Polygamie wählen kann. Denn diese sind Institutionen, über die in der Gesellschaft ein Grundkonsens herrscht, der lautet: Monogamie ist die einzige dauerhafte und erfüllende Partnerschaft zwischen Mann und Frau und die einzige Institution, die die Gesellschaft und letztendlich auch den Staat, unser Gemeinswesen im Kern zusammenhält.
Original von Montgomery Scott
Davon redet niemand aber die Oppositionsparteien treten dafür ein, dass es ein recht auf (gerne auch "egoistische") Selbstbestimmung gibt, solange die Rechte anderer nicht verletzt werden.
Das Problem, Herr Kollege Scott, ist, dass die Opposition vor den auftretenden Problemen der Polygamie die Augen verschließt. Denn abgesehen davon, dass durch die Einführung der Polygamie das sittliche Empfinden vieler, gerade junger Menschen, die persönlich noch nicht gefestigt sind, verwirrt werden kann, würden wir die Menschen, die eine polygame Ehe eingehen, unnötig der Gefahr aussetzen, dass sie zu einer solchen Ehe - aus welchen Gründen auch immer - gezwungen werden. Und auch diejenigen, die ursprünglich eine solche Ehe freiwillig eingehen, werden wir der realen Gefahr eines erheblichen sozialen Stresses aussetzen, nämlich dann, wenn es zu Eifersucht kommt. Denn nur die wenigsten Menschen - nämlich die Heiligen - bringen die notwendige Selbstsicherheit mit, die eine polygame Ehe erfordert, auf.
Nein, Herr Kollege Scott, sexuelle Selbstbestimmung, wie ich sie vorhin beschrieben habe, ja, aber Nein zu solchen Eheexperimenten, die nur im zwischenmenschlichem und gesellschaftlichem Desaster enden können.
Verfasst: So 19. Jul 2009, 14:11
von pjotr
1) Aufgrund von was schließen Sie darauf, dass die polygame Ehe anfälliger für Zwangsehen ist als die Monogamie?
2) Gibt es das Problem der Eifersucht nicht auch in monogamen Ehene? Wollen Sie Ehebruch auch wieder unter Strafe stellen?...
Verfasst: So 19. Jul 2009, 14:35
von Helen Bont
Original von pjotr
1) Aufgrund von was schließen Sie darauf, dass die polygame Ehe anfälliger für Zwangsehen ist als die Monogamie?
Es gibt hierüber in der Demokratischen Union keine Statistiken, wenn Sie das meinen.
2) Gibt es das Problem der Eifersucht nicht auch in monogamen Ehene? Wollen Sie Ehebruch auch wieder unter Strafe stellen?...[/quote]
Natürlich gibt es das Problem der Eifersucht in monogamen Ehen, wenn der Partner fremdgeht. Es ist aber auch nicht darum, Ehebruch unter Strafe zu stellen, sondern darum, ob wir das Fremdgehen, irrigerweise unter dem Stichwort der "sexuellen Selbstbestimmung" legalisieren wollen.
Verfasst: Mo 20. Jul 2009, 02:36
von Montgomery Scott
Original von Helen Bont
Herr Kollege Scott, wenn Sie in Verbindung mit der Polygamie von sexueller Selbstbestimmung reden, dann wäre es begrüßenswert, wenn Sie sich vorher darüber informiert hätten, was "sexuelle Selbstbestimmung" beinhaltet. Als rein juristisches Rechtsgut bezeichent "sexuelle Selbstbestimmung" das Recht, über seine Sexualität frei zu bestimmen. Sexuelle Selbstbestimmung ist aber keine Frage, ob man zwischen Monogamie oder Polygamie wählen kann.
Das sehe ich absolut nicht so. Welche Sexualität man praktiziert, hat grundsätzlich mit der Praxis der Partnerwahl zu tun, was auch die Anzahl der Partner betreffen kann.
Das Problem, Herr Kollege Scott, ist, dass die Opposition vor den auftretenden Problemen der Polygamie die Augen verschließt. Denn abgesehen davon, dass durch die Einführung der Polygamie das sittliche Empfinden vieler, gerade junger Menschen, die persönlich noch nicht gefestigt sind, verwirrt werden kann...
Quod sit demonstrandum.
...würden wir die Menschen, die eine polygame Ehe eingehen, unnötig der Gefahr aussetzen, dass sie zu einer solchen Ehe - aus welchen Gründen auch immer - gezwungen werden.
Das sollte doch dann auf jede Ehe, sogar jede Partnerschaft zutreffen, nicht?
Und auch diejenigen, die ursprünglich eine solche Ehe freiwillig eingehen, werden wir der realen Gefahr eines erheblichen sozialen Stresses aussetzen, nämlich dann, wenn es zu Eifersucht kommt. Denn nur die wenigsten Menschen - nämlich die Heiligen - bringen die notwendige Selbstsicherheit mit, die eine polygame Ehe erfordert, auf.
Sprechen Sie aus Erfahrung oder haben Sie sich das jetzt mal eben aus den Fingern gesogen?
Nein, Herr Kollege Scott, sexuelle Selbstbestimmung, wie ich sie vorhin beschrieben habe, ja, aber Nein zu solchen Eheexperimenten, die nur im zwischenmenschlichem und gesellschaftlichem Desaster enden können.
Bitte, Sie zwingt ja niemand dazu. Aber schließen Sie nicht von sich auf andere und vorallem: Zwingen Sie niemanden in Ihr Normalitätsverständnis.
Verfasst: Mo 20. Jul 2009, 02:54
von pjotr
Original von Helen Bont
Es gibt hierüber in der Demokratischen Union keine Statistiken, wenn Sie das meinen.
Naja, ich wollte halt wissen, worauf Sie die Behauptung stützen, dass polygame Ehen anfälliger für Zwangsehen seien.
Eine Statistik wäre zum Beispiel eine Möglichkeit dessen, ja.
Natürlich gibt es das Problem der Eifersucht in monogamen Ehen, wenn der Partner fremdgeht. Es ist aber auch nicht darum, Ehebruch unter Strafe zu stellen, sondern darum, ob wir das Fremdgehen, irrigerweise unter dem Stichwort der "sexuellen Selbstbestimmung" legalisieren wollen.
Manche Leute nennen die Unschuldsvermutung auch "Opferschutz". Durch Kakophemismen hat man noch nie die Argumentationshoheit auf seine Seite gebracht, Frau Bont.
Verfasst: Mo 20. Jul 2009, 10:02
von Joeli Veitayaki
Ich sehe, dass man hier zu keiner Einigung kommt, ergo kann man jetzt auch darüber abstimmen.
Verfasst: Mo 20. Jul 2009, 10:49
von Montgomery Scott
Bezeichnend, dass die Regierung es nicht für nötig hält, auf Kritik einzugehen. Die eigenen Standpunkte werden auch noch aufrechterhalten, wenn sie ganz offensichtlich nicht gegen Kritik gerechtfertigt werden können.
Verfasst: Mo 20. Jul 2009, 11:11
von Joeli Veitayaki
Bezeichnend ist, dass die Opposition nicht einmal merkt, dass das Gesetz von der Fraktion der FDU und damit auch von der Opposition eingereicht wurde. Seitens der Regierung herrscht Einigkeit, das Gesetz nicht anzunehmen. Und das mit der mangelnden Kritikfähigkeit kann ich locker zurückgeben Herr Scott.
Verfasst: Mo 20. Jul 2009, 11:30
von Fabian Montary
=)
Herrlich, das beste Kabarett könnte hiermit nicht mithalten... :klatsch:
Verfasst: Mo 20. Jul 2009, 11:42
von Montgomery Scott
Original von Joeli Veitayaki
Bezeichnend ist, dass die Opposition nicht einmal merkt, dass das Gesetz von der Fraktion der FDU und damit auch von der Opposition eingereicht wurde.
In welchem Zusammenhang steht die Tatsache, dass der Entwurf von der FDU kommt, mit meiner Äußerung, dass die Regierung es nicht für nötig hält, ihre entkräfteten Standpunkte zu überdenken?
Seitens der Regierung herrscht Einigkeit, das Gesetz nicht anzunehmen.
Genau das meine ich.