Seite 7 von 8
Verfasst: Mi 25. Mär 2009, 15:10
von pjotr
Original von Fabian Montary
Ach, wer wird denn gleich eingeschnappt sein? Wie bezeichnen Sie sich denn? Als Sozialist? Bis heute konnte mir noch niemand den Unterschied zwischen Sozialismus und Kommunismus erklären, Herr Professor. Herr Unionskanzler zog sich gar aus einem Gespräch zurück, als ich ihn danach fragte. Vielleicht können Sie es mir erklären?
Der Kommunismus ist eine der Ausprägungen des Sozialismus, meiner Ansicht nacht aber nicht die heilsversprechende.
Insbesondere ist der Kommunismus in dem Sinne vor allem aber auch eine Wirtschaftstheorie mit darum herumgebauten politischen Strukturen, wobei der Begriff Sozialismus ein Überbegriff für eine politische Strömung ist, die das Allgemeinwohl generell für wichtiger hält als die individuelle Entfaltung. Das ist aber auch nicht in dem Sinne zu nehmen, dass jeder Sozialist Kollektivist wäre.
Im Sozialismus gibt es Strömungen vom indidivualistischen Flügel der Anarchosyndikalisten, über Sozialdemokraten, bis hin zu kollektivistischen Kommunisten.
Verfasst: Mi 25. Mär 2009, 15:22
von Fabian Montary
Na also, damit kann man ja schon mal arbeiten. Da sind jedoch noch ein paar Fragen, die kann man aber mal bei einem Whisky besprechen. Und Sie sind dann welche Art von Sozialist?
Verfasst: Mi 25. Mär 2009, 15:51
von pjotr
Nuja, ich bin Individualist und überzeugter Demokrat; aber ich sehe auch, dass in vielen Fällen das Allgemeinwohl bedeutender ist als die freie Entfaltung des Einzelnen.
Verfasst: Mi 25. Mär 2009, 16:05
von Fabian Montary
Also Teilzeitsozialist?
Verfasst: Mi 25. Mär 2009, 16:07
von Michael Schneider
Original von Fabian Montary
Falsch. Der Staat muss das nicht wissen. Wenn Verträge gebrochen werden, dann schreitet auch nicht der Staat ein, sondern die Vertragspartner einigen sich, wenn das auch qua Gericht geschehen kann. Dass dieses angerufen kann, hat einfach damit zu tun, dass der Staat hier als einziger eine unparteiische Position einnehmen kann. Private Gerichte wäre bestechlich. Das ist aber alles Privatrecht und wie das die Privaten untereinander regeln, ist egal, sofern es nicht strafrechtlich relevant wird. Da ist kein Staat.
Sollten unberechtigt Steuern nicht gezahlt werden, dann hat er Mittel und Wege. Wie das Unternehmen das Geld aber erwirtschaftet, hat den Staat nicht zu interessieren.
Falsch. Der Staat hat dafür zu sorgen, dass es überhaupt nciht erst zum Schaden kommt. Und der Staat kann sehr wohl selbst der Geschädigte sein und mithin alle Bürger. Der Staat hat stets Partei zu ergreifen und zwar für die Gesamtheit seiner Bürger.
Verfasst: Mi 25. Mär 2009, 16:10
von pjotr
Original von Fabian Montary
Also Teilzeitsozialist?
Wie kommen Sie darauf? Ich hab einen - wie würde man in Roldem wohl sagen - Full-Time-Job.
Verfasst: Mi 25. Mär 2009, 16:17
von Fabian Montary
Original von Michael Schneider
Falsch. Der Staat hat dafür zu sorgen, dass es überhaupt nciht erst zum Schaden kommt. Und der Staat kann sehr wohl selbst der Geschädigte sein und mithin alle Bürger. Der Staat hat stets Partei zu ergreifen und zwar für die Gesamtheit seiner Bürger.
Dem Staat haben die Geschäfte zwischen zwei Privaten nichts zu interessieren. Natürlich kann der Staat der Geschädigte sein. Entweder tritt er ebenfalls als Privater auf oder aber als Fiskus. Als Privater muss er mit bestimmten Unternehmen nicht zusammenarbeiten und als Fiskus hat er die Möglichkeiten nach den Strafgesetzen. Der Staat hat nur Partei zu ergreifen, wenn er um Steuern betrogen wird. Alles andere ist für ihn Tabu, weil wir Privatautonomie haben und das ist auch gut so.
Original von pjotr
Wie kommen Sie darauf? Ich hab einen - wie würde man in Roldem wohl sagen - Full-Time-Job.
Naja, sie sagten, Sie seien so halb Individualist, was Sie vorhin gesagt haben, eher widerspricht.
Verfasst: Mi 25. Mär 2009, 16:20
von pjotr
Original von Fabian Montary
Naja, sie sagten, Sie seien so halb Individualist, was Sie vorhin gesagt haben, eher widerspricht.
Ich wiederhole mich ja nur ungern, aber: Ich habe Ihnen doch oben erläutert, dass für die sozialistische Bewegung das Allgemeinwohl im Vordergrund steht, es jedoch durchaus auch individualistischere und kollektivistischere Ausrichtungen des Sozialismus gibt.
Verfasst: Mi 25. Mär 2009, 16:21
von Wolfgang Müller
Ich muss mal den Genossen Pjotr ergänzen.
Sozialismus ist ein System, welches in verschiedenen Ausprägungen gibt. Der Begriff wird sehr kontrovers diskutiert. Im allgemeinen geht man beim Sozialismus von einem Staatssystem aus, bei dem alle Menschen den gleichen besitzmäßigen Anteil an Unternehmen und Betrieben haben, die gleichen Chancen auf Bildung, weitesgehende Demokratisierung etc. Also kurz gefasst eine sozial gerechte Wirtschafts- und Sozialordnung basierend auf den Grundwerten Freiheit, Gerechtigkeit, Gleichheit und Solidarität. Streitpunkte zwischen Störmungen sind die Einführung der Ordnung, also Revolution oder Reform, Ausprägung des Übergangssystems, parlamentarische Demokratie oder Rätedemokratie oder eine sogenannte Volksdemokratie unter Führung einer Partei, dann auch das Wirtschaftssystem im Übergangs- oder Zukunftsystem.
Bevor ich weiter aushole, möchte hinzufügen, dass Kommunismus ein utopisch bzw. idealistische Gesellschaftsordnung bezeichnet, in dem es keine Benach- oder Bevorteilung von Menschen gibt auf Grund ihrer Abstammung, Ethnie, Hautfarbe, Geschlecht etc. Weiterhin gibt es keine Staatsgrenzen mehr und alle Entscheidungen werden basisdemokratisch im Konsensverfahren entschieden. Umsetzung wäre durch ein Rätesystem.
Verfasst: Mi 25. Mär 2009, 16:25
von Heinrich Julius von Jagonburg
Original von pjotr
Jop, das einzige was schimmelt, sind Sie nämlich selbst..
Ich erbitte doch einen höflicheren Umgang.