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Verfasst: Sa 10. Jan 2009, 14:14
von Montgomery Scott
Original von Konrad Grimm
Wer braucht denn die Linke eigentlich noch in Zeiten, da Schwarz-Rot Forderungen durchsetzt, die sonst allenfalls von der Kommunistischen Plattform zu hören waren (Verstaatlichung der Banken etc) ?
Mit dem Unterschied, dass Schwarz-Rot in Zeiten verstaatlichen will, wo Banken Verluste machen und Kommunisten die Anteile auch halten wollen, wenn es wieder Gewinne gibt. Letztere möchte Schwarz-Rot dann gerne wieder privatisieren.
Verfasst: Sa 10. Jan 2009, 14:58
von Michael Schneider
Original von Montgomery Scott
"Ein Gewirr von Vorwürfen und Unterstellungen" Diese Zwischenüberschrift ist eigentlich recht treffend. Gewisse Leute konnten ihre Positionen in der hessischen Linken eben nicht durchsetzen. Und einige davon springen nun mit ziemlich schlechtem Stil ab. Wie schon anfangs gesagt, solche Konflikte gibt es in der Linken schon länger. Dafür, dass dieser Pit Metz, der zurecht als Spitzenkandidat ausgewechselt wurde, das Weite sucht, braucht sich die Linke jedenfalls nicht zu schämen.
Es geht nach wie vor um die Art und Weise: bei der Linken kann eben auch nur eine Elite Karriere machen und nicht jeder einfache Arbeiter. Der Nimbus der besonders gerechten Partei etc. ist damit jedenfalls im Eimer.
Verfasst: Sa 10. Jan 2009, 15:37
von Palin Waylan-Majere
Original von Montgomery Scott
Mit dem Unterschied, dass Schwarz-Rot in Zeiten verstaatlichen will, wo Banken Verluste machen und Kommunisten die Anteile auch halten wollen, wenn es wieder Gewinne gibt. Letztere möchte Schwarz-Rot dann gerne wieder privatisieren.
Die Größte Koalition alle Zeiten hat soviel Geld für die Commerzbank ausgegeben, dass es gereicht hätte, 4 Commerzbanken zu 100% zu besitzen. Was hat man jetzt? Lächerliche 25%.
Verfasst: Sa 10. Jan 2009, 16:52
von Konrad Grimm
Original von Montgomery Scott
Mit dem Unterschied, dass Schwarz-Rot in Zeiten verstaatlichen will, wo Banken Verluste machen und Kommunisten die Anteile auch halten wollen, wenn es wieder Gewinne gibt. Letztere möchte Schwarz-Rot dann gerne wieder privatisieren.
Ich glaube nicht, dass die Commerzbank unter Führung eines staatlichen Oberbankrats mit Die-Linke-Parteibuch jemals Gewinne erzielen würde.
Und der Unterschied ist ja auch nur hypothetisch - Hans Eichel hat zu dem Thema gesagt, dass es keine privaten Verluste gibt, denn letztlich sei das Erwirtschaften von Verlusten ja die Vernichtung von Steuereinnahmen, die "dem Staat zustehen". Sprich, wer Verluste macht, bestiehlt den Staat. "Du bist nichts, dein Staat ist alles" steckt halt doch in jedem dieser Politclowns, egal, unter welcher Fahne sie segeln. Oder zeitgeistiger ausgedrückt: "Wir haben uns unser Eigentum nur von der Gesellschaft geborgt" (und ich möchte diesem Satz ausdrücklich zustimmen - im Bezug auf das Eigentumsrecht gilt wie bei jedem Recht: der Staat gibt's, der Staat nimmt's)
Verfasst: Sa 10. Jan 2009, 17:12
von Isabelle Corinne de La Fayette
Original von Michael Schneider
Ja deswegen wird ja auch nie ein böses Wort über die 4 genannt und die immer hochgejubelt...sagt mal glaubt ihr das echt? Ihr seid ja schon fast Baylors mit euren Verschwörungstheorien! =)
Im Gegensatz zu euren Ansichten nutzen nämlich ALLE Medien ihre Möglichkeiten die Schwachpunkte JEDER Partei mit irgendwelcher Bedeutung herauszustellen und nicht nur der Linken. Zeitungen und Zeitschriften sind in der Hinsicht äußerst neutral. Ich kenne keine Zeitung, die nicht direkt einer Partei gehört die nicht auch solche Inhalte über Parteien veröffentlicht würde, egal welcher politischer Coleur.
Und wenn die Zahl der Austritte aus CDU oder SPD in einem Bundesland ansteigt wird das gleich als Symptom für den Zerfall dieser Parteien gesehen, natürlich.
Wer FDP oder Grüne nicht leiden kann spekuliert darauf, dass sie nach einmaligen Verfehlen der 5%-Hürde nie mehr wiederkämen, ist klar.
Überhaupt wird ständig über die Ernsthaftigkeit der Programme und Ziele aller Parteien gestritten. Genauso wie über ihre politisch-gesellschaftliche Daseinsberechtigung, gar keine Frage.
:rolleyes:
Verfasst: So 11. Jan 2009, 01:38
von Michael Schneider
Original von Isabelle Corinne de La Fayette
Und wenn die Zahl der Austritte aus CDU oder SPD in einem Bundesland ansteigt wird das gleich als Symptom für den Zerfall dieser Parteien gesehen, natürlich.
Wer FDP oder Grüne nicht leiden kann spekuliert darauf, dass sie nach einmaligen Verfehlen der 5%-Hürde nie mehr wiederkämen, ist klar.
Überhaupt wird ständig über die Ernsthaftigkeit der Programme und Ziele aller Parteien gestritten. Genauso wie über ihre politisch-gesellschaftliche Daseinsberechtigung, gar keine Frage.
:rolleyes:
Ja genau das wird getan. Oder habe ich nur die berichte über sinkende SPD-Mitgliederzahlen geträumt? oder sich wiederholende Diskussionen darüber in wieviel Länderparlamenten FDP und Grüne noch vertreten oder an Regierungen beteiligt sind? Stichwort Hamburg um jeden Preis in die regierung rein!
Verfasst: So 11. Jan 2009, 09:20
von Isabelle Corinne de La Fayette
Die Berichte gibt es, ja. Aber es glaubt doch keiner, hofft keiner und tut auch keiner so, dass diese Parteien nach der nächsten Bundestagswahl in der Versenkung verschwänden. Ihre Krisen werden als Teil der Normalität beschrieben. Streiten sich zwei Linke-Politiker und einer von ihnen tritt am Ende aus, sind gleich alle ganz spitz auf das Ende der ganzen Partei. Das ist der Unterschied.
Verfasst: So 11. Jan 2009, 09:25
von Fiete Schulze
Original von Konrad Grimm
Wer braucht denn die Linke eigentlich noch in Zeiten, da Schwarz-Rot Forderungen durchsetzt, die sonst allenfalls von der Kommunistischen Plattform zu hören waren (Verstaatlichung der Banken etc) ?
Das ist doch der ganze kapitalistische Irrsinn....die Bahn privatisieren wollen und gleichzeitig mit der Verstaatlichung privater Banken beginnen. Der Wahnsinn hat Methode.
Verfasst: So 11. Jan 2009, 11:05
von Montgomery Scott
Vorallem wird der Staat ja selbst zum gewissenlosen Kapitalisten. Habe gerade wieder gelesen, dass die Zuständigen gar nicht daran denken, die Unternehmensführung der Commerzbank zu beeinflussen, beispielsweise Personalabbau zu vermeiden oder sich aus Steueroasen zurückzuziehen.
Verfasst: So 11. Jan 2009, 11:57
von Konrad Grimm
Original von Montgomery Scott
Vorallem wird der Staat ja selbst zum gewissenlosen Kapitalisten. Habe gerade wieder gelesen, dass die Zuständigen gar nicht daran denken, die Unternehmensführung der Commerzbank zu beeinflussen, beispielsweise Personalabbau zu vermeiden oder sich aus Steueroasen zurückzuziehen.
Ich musste gestern herzhaft lachen,
als ich gelesen habe, dass die deutschen Landesbanken - also absolut staatliche Institute (die LBen gehören zu 50 % den jeweiligen Bundesländern, zu 50 % den Sparkassen, die wiederum den Gemeinden als Körperschaften der Länder gehören, i.e. jede Landesbank ist voll staatlich) eine Tochter in der Schweiz betreiben, deren Geschäftsmodell faktisch auf deutsche Steuerflüchtlinge baut.
Nun ja. Man kommt der desillusionierenden Natur des realisierten Sozialismus näher, wenn man den Begriff des Sozialismus ersetzt durch "Staatskapitalismus" (meinetwegen mag man noch das Wort "Monopol" hineinquetschen - StaMoKap -, ich habe das aber für redundant). Anders wäre es freilich im "utopischen Sozialismus", der sich aber bereits begrifflich entlarvt als das, was er ist: eine quasi-religiöse Heilslehre.
Viel Weisheit steckt in dem DDR-Spruch: "Kapitalismus ist die Ausbeutung von Menschen durch Menschen. Im Sozialismus ist es anders rum." Ich möchte noch hinzufügen: "Und in der sozialen Marktwirtschaft trifft beides zu!"
Ich muss sagen, dass es mir inzwischen völlig wurscht ist, wie sich das System schimpft.