Seite 7 von 25

Verfasst: Mo 22. Sep 2008, 21:30
von Arthur von Mauerbach
Im Grunde genommen sollte man jede Religion mit vorsicht genießen. Schließlich haben die Christen ebenso keine Weiße Weste, wenn ich an die Kreuzzüge, Hexenverbrennungen, Inquisition etc. erinnern dürfte. Der Islam führt letztendlich das selbe fort was das Christentum begonnen hat, nur auf andere Weise. Nein, keine Rechtfertigung, lediglich eine Darlegung dass uns, der "westlichen, christlichen" welt ebenso bewusst sein sollte was auf den mist unserer religion gewachsen ist.

Verfasst: Mo 22. Sep 2008, 21:31
von Oliver von Palm
Original von Albert von Mauerbach
Im Grunde genommen sollte man jede Religion mit vorsicht genießen. Schließlich haben die Christen ebenso keine Weiße Weste, wenn ich an die Kreuzzüge, Hexenverbrennungen, Inquisition etc. erinnern dürfte. Der Islam führt letztendlich das selbe fort was das Christentum begonnen hat, nur auf andere Weise. Nein, keine Rechtfertigung, lediglich eine Darlegung dass uns, der "westlichen, christlichen" welt ebenso bewusst sein sollte was auf den mist unserer religion gewachsen ist.
Nur, das Christentum ist spätestens seit dem 18. Jahrhundert darüber hinweg und hat sich vor allem in den letzen 40 Jahren so liberalisiert, liberaler gehts nicht mehr. Ich glaube, dass wir heute den Lehren Jesu näher sind als je zuvor.

Verfasst: Mo 22. Sep 2008, 21:32
von Oliver von Palm
Original von Rainer Zufall
1. heißt das Ding DITIB.
2. ist die Ditib nicht die türkische Religionsbehörde (Diyanet), sondern nur ihr deutscher Ableger.
Vertipper ;). Ich dachte, die heißt auch in der Türkei so?

Verfasst: Mo 22. Sep 2008, 21:32
von Rainer Zufall
Im Islam existierte keine Aufklärung, das ist der Punkt.

Verfasst: Mo 22. Sep 2008, 21:35
von Oliver von Palm
Original von Rainer Zufall
Im Islam existierte keine Aufklärung, das ist der Punkt.
Nun, Kant ist sicher auch auf Arabisch verfügbar. Das wäre schon mal ein Anfang. Die Arbeit wurde schon mal getan, die müssen sich nur öffnen und es aufnehmen.

Verfasst: Mo 22. Sep 2008, 21:40
von Stigman
Original von Tennessee Rockefeller
Das Problem ist ja nun folgendes: in einer modernen Gesellschaft muss es jedermanns freie Entscheidung sein, ob und welchem religiösen Glauben er anhängt, und inwiefern er seine Lebensführung an den Lehren und Geboten seiner Religion ausrichtet.Die Religionsfreiheit des einen endet dort, wo das Selbstbestimmungsrecht des anderen beginnt, und gerade das ist im Islam vielfach gerade nicht gewährleistet.

Über die mitunter haarsträubenden Aussprüche z. B. eines Kardinal Meisner mag man sich empören, man kann aber auch einfach über sie schmunzeln, denn niemand wird mit Gewalt seinem Diktat unterworfen.

Es hat hingegen nichts mit "Multikulturalismus" oder der "Abkehr von einem einseitig auf die auch nicht perfekte westliche Welt und ihre Ansichten zentrieten Weltbild" zu tun, sondern ist zwingendes Gebot der Humanität, dass auch für Muslime Religionsfreiheit nicht nur nach islamischen Recht - jeder hat Recht, zum Islam zu konvertieren und kein Muslim darf an der Ausübung seiner Releigion gehindert werden - sondern in jeder Hinsicht besteht: jeder Muslim muss jederzeit frei entscheiden können, ob er weiterhin dieser Religion anhängen will, und inwieweit er sein Leben an deren Lehre ausrichtet. Und das auch für - ich nehme bewusst ein Extrembeispiel - die jugendliche, nach deutschem Recht über das religiöse Selbstbestimmungsrecht verfügende Tochter muslimischer Eltern.

Solange zahlreiche muslimische Gemeinden in Deutschland, islamische Rechtsgelehrte und Interessenvereinigungen usw. ihren Angehörigen und deren Kindern das natürliche Selbstbestimungsrecht über sich und ihre Leben absprechen, als "westliche Verirrung" verwerfen und unter Verweis auf ihre Religionsfreiheit und Respekt vor ihrer Tradition und Kultur das Recht einfordern, Menschen gegen deren Willen ein Leben unter einem toalitären Verständnis des Islam aufzuzwingen kann man nicht so tun, als ließen sich alle Probleme mit einer Führung durch die Moschee und anschließendes Beisammensitzen in der Teestube lösen.

So wie selbstverständlich Nichtmuslime zu respektieren haben, dass wer sich aus seiner eigenen und freien Überzeugung heraus zu diesem Glauben bekennt sich auch für einen Lebenswandel entscheidet, der nach den sog. "westlichen" Maßstäben erschreckend erscheint, so müssen alle, und nicht nur der aufgeklärte Teil der Muslime akzeptieren, dass niemandem unter Verweis auf die Religionsfreiheit der Eltern, des Ehepartners oder der ethnischen Gruppe eines Menschen der Islam aufgezwungen werden darf.
:klatsch:

Verfasst: Mo 22. Sep 2008, 21:40
von Arthur von Mauerbach
Original von Oliver von Palm

Nur, das Christentum ist spätestens seit dem 18. Jahrhundert darüber hinweg und hat sich vor allem in den letzen 40 Jahren so liberalisiert, liberaler gehts nicht mehr. Ich glaube, dass wir heute den Lehren Jesu näher sind als je zuvor.
Problem ist nur, dass der Islam immer mehr Anhänger gewinnt, wogleich das Christentum immer mehr Anhänger zu verlieren scheint. NOCH hat der Christ einen Vorsprung, aber bei dem Tempo nicht mehr lange und wir werden Minderheit werden. Es muss sich also etwas ändern, trotz der liberalen Einstellung. Und schließlich haben die Christen auch 1700 Jahre gebraucht um sich weiterzuentwickeln. Der Islam entstand wann? 6 Jhdt. nach Chr. soweit ich mich erinnern kann.

Verfasst: Mo 22. Sep 2008, 21:41
von Rainer Zufall
Original von Oliver von Palm

Nun, Kant ist sicher auch auf Arabisch verfügbar. Das wäre schon mal ein Anfang. Die Arbeit wurde schon mal getan, die müssen sich nur öffnen und es aufnehmen.
Das sind komplexe kulturhistorische Prozesse, die kann man nicht mir nichts, dir nichts nachvollziehen.
Problem ist nur, dass der Islam immer mehr Anhänger gewinnt, wogleich das Christentum immer mehr Anhänger zu verlieren scheint. NOCH hat der Christ einen Vorsprung, aber bei dem Tempo nicht mehr lange und wir werden Minderheit werden. Es muss sich also etwas ändern, trotz der liberalen Einstellung. Und schließlich haben die Christen auch 1700 Jahre gebraucht um sich weiterzuentwickeln. Der Islam entstand wann? 6 Jhdt. nach Chr. soweit ich mich erinnern kann.
Weltweit gesehen wächst auch das Christentum.

Verfasst: Mo 22. Sep 2008, 21:42
von Stigman
Original von Oliver von Palm

Nun, Kant ist sicher auch auf Arabisch verfügbar. Das wäre schon mal ein Anfang. Die Arbeit wurde schon mal getan, die müssen sich nur öffnen und es aufnehmen.
Das beste, schönste Buch nützt nichts, wenn man es nicht lesen kann!

Verfasst: Mo 22. Sep 2008, 21:42
von Montgomery Scott
Original von Albert von Mauerbach
Problem ist nur, dass der Islam immer mehr Anhänger gewinnt, wogleich das Christentum immer mehr Anhänger zu verlieren scheint. NOCH hat der Christ einen Vorsprung, aber bei dem Tempo nicht mehr lange und wir werden Minderheit werden. Es muss sich also etwas ändern, trotz der liberalen Einstellung. Und schließlich haben die Christen auch 1700 Jahre gebraucht um sich weiterzuentwickeln. Der Islam entstand wann? 6 Jhdt. nach Chr. soweit ich mich erinnern kann.
Das Fortschrittliche am Christentum ist ja gerade, das es verplasst und entschwindet. Würde es nicht diese Tendenz aufweisen, hätte es dem Islam in Sachen Fortschrittlichkeit nichts voraus.