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Verfasst: So 15. Jun 2008, 22:23
von Konrad Grimm
Original von Julia Elián
... aber dennoch nie stark genug gewesen, um eine hegemoniale Rolle auszüben.
Deutschland hat beide Weltkriege nur wegen des Eingreifens der Amerikaner verloren. In Europa hat nie irgendeine Macht Deutschland widerstehen können seit der Reichseinigung von 1870.
Insofern nützt die EU keinesfalls der deutschen Sicherheit, sondern eben nur der Sicherheit vor Deutschland.

Dazu passt, wie ich gestern in einer Reportage auf Phoenix gesehen habe, dass die europäische Einigung in Deutschland in den Fünfzigern massivst von der US-Regierung propagiert worden ist, um den Deutschen eine Alternative Leitidee zur Wiederherstellung der deutschen Einheit zu geben.

Von wegen Verschwörungstheorie.

Es mag ja sein, dass diese Motive heute alle überholt sind. Tatsächlich hat sich die Idee der europäischen Einigung ganz einfach verselbstständigt und läuft weiter, ohne, dass ihre Begründung noch weiter bestehen würde. Aber es geht eben genau darum das einzusehen: Dass die EU keinen Sinn mehr hat, dass ihre ursprüngliche Zielsetzung nicht mehr existiert, diese aber darauf ausgelegt war, Deutschland zu kastrieren, und dass deswegen Deutschland mehr als alle anderen zum Widerstand gegen Europa aufgerufen ist.

Verfasst: So 15. Jun 2008, 22:53
von Rainer Zufall
Deutschland hat beide Weltkriege nur wegen des Eingreifens der Amerikaner verloren.
Will sagen, gottseidank!! Oder siehst du das anders? Ich wüßte nicht, was an einem hegemonial durch Deutschland geführten Europa erstrebenswert wäre, tut mir leid. Klar, das mit der Sprachenfrage, das sollte man nochmal neu aushandeln, aber ansonsten sehe ich Deutschland in der EU ausreichend repräsentiert.

Verfasst: So 15. Jun 2008, 22:58
von Konrad Grimm
Original von Rainer Zufall
Will sagen, gottseidank!! Oder siehst du das anders?
Es ist müßig, darüber nachzudenken.

Verfasst: Mo 16. Jun 2008, 13:53
von Damian Fuller
Original von Julia Elián
Dieses Ganze "Die EU unterdrückt Deutschland" ist natürlich dumme Verschwörungstheorie...
Ich glaube Thorsten geht es hier eher um die Frage, welche Interessen die verschiedenen Mächte Europas an der EG hatten. Dass diese Politik auch immer eine der Machtverteilung war und nicht allein (aber auch) für einen dauerhaften Frieden in Europa betrieben wurde ist glaube ich einsichtlich.

Dabei kann es sogar sein, dass gerade diese Einbindung Deutschlands auch zum dauerhaften Frieden in NATO-Europa geführt hat, den es glücklicherweise seit dem 2. Weltkrieg hat.

Vielleicht also beides, Entmachtung der "deutschen Gefahr" und gleichzeitig konstruktive Zusammenarbeit zwischen den großen Nationen Europas. Das Vereinigte Königreich hat sich dabei aber immer - auch mit Verweis auf eigene Interessen und Wahrung von Unabhängigkeit eher zurückgehalten.

Die Umwandlung von der lockeren EG zur jetzt schon Machtpolitik betreibenden EU war glaube ich eher ein deutsch-französisches Projekt.

Thorstens Ansicht würde ich hier in der Schärfe also nicht teilen, aber es ist keine Verschwörungstheorie, sondern eher die Frage, wer welche Interessen mit der Gründung und dem Ausbau der EG verfolgte.