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Ein Mensch der raucht, säuft und jede Menge ungesundes Zeug frisst, kommt den Staat billiger als ein vegetarischer Gesundheitsfanatiker, der jeden Tag joggen geht.
Kann ich gerade nicht glauben, interessiert mich auch herzlich wenig, wenn ich persönlich durch die Folgen belastet werden. Ich habe Menschen deshalb sterben sehen, pflegen müssen und meinen Kummer kann mir keiner bezahlen!

Ich selbst habe Verantwortung für ein Kind, aber was bringt mir alles reden und diskutieren, würde der Staat mich nicht ein wenig unterstützen in dem er gewisse Schranken setzt? Er hat sich diese ja nicht willkürlich ausgedacht, vielmehr sind sie eine Folge der Ereignisse. Und wer hat die wohl zu verantworten?
 

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Anna Maria von Kurzschluss
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Beitrag von Julia Elián »

1) Zum Thema "Kosten": In der Tat habe ich auch mal gelesen, dass nach einer hollaendischen Studie uebergewichtige Raucher z.B. fuer den Staat insgesamt billiger sind als normalgewichtige Nichtraucher, sofern man fuer erstere unterstellt, dass sie frueher sterben. Das ist natuerlich etwas makaber so zu rechnen, aber es soll nur deutlich werden, dass Raucher oder "Trinker" nicht die entscheidenden Kostenfaktoren im Gesundheitssystem sind. Was die Gesundheit immer teurer macht sind neue Behandlungsmethoden und v.A. die Ueberalterung der Gesellschaft.

2) Zum "Komasaufen": Mein Beispiel - und ich denke da werden die meisten hier aus persoenlicher Erfahrung beipflichten hier - sollte eigentlich nur zeigen, dass Partys, Alkohol, weiche Drogen etc. in den meisten Faellen eben nicht dazu fuehren, dass die Leute in irgendeiner Weise "abrutschen", sondern ganz normal trotzdem ihre Schule fertig machen und "sogar" einen Uni-Abschluss hinkriegen. Ich denke, dass das Ueberschreiten von Grenzen zum Kennenlernen dieser gerade mit Unter 20 dazugehoert.

3) Ich wuerde ja auch nicht per se alles verurteilen, was der Staat aus Fuersorge macht. Ich habe da wahrscheinlich dennoch ein liberaleres Verstaendnis als Kurzschluss und bin andererseits wahrscheinlich "staatsglaeubiger" als Amber (na gut, das ist nicht schwer). Was mich aber einfach stoert ist, dass der Staat - teilweise getrieben von den Medien - dazu neigt in einen gewissen Aktionismus zu verfallen, der den Fakten nicht gerecht wird. Bleiben wir beim Alkoholbeispiel: Dieser 16 jaehrige Tequilla-Trinker haette bereits mit den bestehenden Gesetzen gestoppt werden koennen. Es handelte sich also um eine Uebertretung. Ein haerteres Gesetz haette da auch nicht gewirkt. Ausserdem ist insgesamt der Alkoholkonsum ja sogar ruecklaeufig. Warum also sollte es weitere Massnahmen geben, die die Leute weiter einschraenken, obwohl sich die Dinge hinter der reisserischen Bild-Schlagzeile doch in die "richtige" Richtung entwickeln? Das dahinter stehende Phaenomen, dass die Leute immer besser und sicherer leben, aber immer mehr und vor immer mehr immer mehr Angst bekommt, karikiert Michal Moore (obwohl ich den insgesamt sehr kritisch sehe) sehr schoen bei "Bowling for Columbine" Wir sind da auch noch nicht ganz so schlimm wie die Amis, aber auf dem besten Weg dahin...

4) Ich nehme mal ein Beispiel hier aus Chile auf: Ich habe gelesen, dass die Zahl der Verkehrstoten hier genauso hoch ist, wie in Deutschland... Das ist interessant, da Chile nur 16 Millionen, also nur ein Fuenftel Einwohner Deutschlands hat. Ausserdem duerfte es der Anteil der Autobesitzer in Deutschland an der Gesamtbevoelkerung wesentlich hoeher sein. Und in Chile ist doppelt so gross und hat einsame Gegenden, wo es schwerer wird, andere Autofahrer zu treffen.... Daraus leite ich mal ab, dass Deutschland verhaeltnismaessig einen wesentlich sichereren Strasseverkehr hat, was aber z.b. nicht auf beliebte Argumente wie "Promillegrenze" oder "Tempolimit" zurueckgeht, denn da ist Chile sogar eher strenger (es gibt hier ein Tempolimit). Was folgt daraus: Auch hier hat die deutsche Debatte mit der Realitaet nichts zu tun.

5) Eine Sache noch: Ich greife mal Ambers "Asketenkrankenkasse" auf. Ich denke, dass diese "Alle muessen aus Solidaritaet gesund leben" konsequent umgesetzt, verheerende Auswirkungen, v.A. im Bezug auf die doch so gerne beschworene "soziale Gerechtigkeit" haette, denn ein solches System waere gerade nicht mehr solidarisch, weil es, wenn es jede Form von Gefahr oder Genuss nicht gleich verbietet, diese Dinge finanziell abstufen muesste. Soll heissen: "Oh, sie trinken Alkohol... Na dann muessen sie mal 100 Euro im Monat mehr zahlen... Was, sie rauchen auch noch... Na das macht dann 200 Euro... Skiurlaub naechstes Jahr? Sehr gefaehrlich! Da muss ich wohl den Beitrag fuer die Seit auf 250 Euro hochsetzen...

In der Konsequenz eines solchen Systems wuerden sich die Leute, die es sich leisten koennen, den "Genuss" einfach weiter kaufen und die Anderem am unteren Ende koennen das dann eben nicht mehr...
 

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Und warum sollte man ? Ist doch denen ihr Bier.
Ist es zum Glück nicht. Wenn man Jugendliche alles selbst entscheiden ließe, wäre die menschliche Rasse bald ausgestorben.
 

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2) Zum "Komasaufen": Mein Beispiel - und ich denke da werden die meisten hier aus persoenlicher Erfahrung beipflichten hier - sollte eigentlich nur zeigen, dass Partys, Alkohol, weiche Drogen etc. in den meisten Faellen eben nicht dazu fuehren, dass die Leute in irgendeiner Weise "abrutschen", sondern ganz normal trotzdem ihre Schule fertig machen und "sogar" einen Uni-Abschluss hinkriegen. Ich denke, dass das Ueberschreiten von Grenzen zum Kennenlernen dieser gerade mit Unter 20 dazugehoert.

3) Ich wuerde ja auch nicht per se alles verurteilen, was der Staat aus Fuersorge macht. Ich habe da wahrscheinlich dennoch ein liberaleres Verstaendnis als Kurzschluss ...
Mag sein, dass meine Aussagen etwas "hart" klingen, aber ich bin dennoch der Meinung, dass auch wenn der überwiegende Teil sehr vernünftig agiert, der andere Teil geschützt werden muss. Grenzen testen und überschreiten ist dabei nicht das Ding, aber es muss ja nicht so weit ausarten, dass dabei ernstliche gesundheitliche Schäden auftreten.
Und wenn ich manchmal so in dem MNs lese, dass der ein oder andere seine Wochenenden hauptsächlich mit dem "Testen" dieser Grenzen beschäftigt ist und sich dabei auch noch "ach so toll" findet, dann kommen mir, als erwachsener, reifer Mensch doch echte Bedenken. Ich verstehe, dass Party machen unheimlich Spaß bringt, aber ich verstehe nicht, wo der Spaß liegt, wenn man jeden Abend fast schon komatös ins Bett fällt und am nächsten Morgen/Mittag zu nichts zu gebrauchen ist, weil die Birne brummt.

Mich würde mal interessieren, wie die Eltern dieser noch Minderjährigen darauf reagieren?
 

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