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Verfasst: So 3. Feb 2008, 19:39
von Jonathan Buren
Original von Konrad Grimm
Das aber ist ein geradezu klassischer "naturalistischer Fehlschluss", denn die Natur kennt nur Sein, nicht Sollen.
Mal sehen, ich beschäftige mich im Moment mit Metaethik und stehe auch eher auf der Seite des Nonkognitivismus. Auf die Idee, den naturalistischen Fehlschluss auf den Krankheitsbegriff anzuwenden, bin ich aber nicht gekommen. Du sollst dein Gegenargument haben. ;)

So wie du es definierst, ja, da "sollen" impliziert, das der Ausgangszustand "richtig" ist. Ob sich das allerdings ohne weiteres auf den Krankheitsbegriff ausweiten lässt, bezweifle ich. Ohne das jetzt wasserdicht definieren zu können, gehe ich davon aus, dass es eine (wertungsfrei) "richtige" Funktion des Körpers gibt. Die Wissenschaft kann aus den menschlichen Genen herausfinden, wie der menschliche Körper funktionieren soll (und dieses "sollen" ist objektiv, nicht synthetisch!). Ich könnte den Satz auch beenden mit "... würde, ohne Einfluss eines Faktors von Außen, der diese Funktionen beeinträchtigt (=Krankheit)".

Verfasst: So 3. Feb 2008, 19:48
von Konrad Grimm
Original von Jonathan Buren
Ohne das jetzt wasserdicht definieren zu können, gehe ich davon aus, dass es eine (wertungsfrei) "richtige" Funktion des Körpers gibt.
Dagegen spricht bereits, dass die Evolution jeweils auf "Fehlfunktionen", nämlich Mutationen, basiert.
Ich könnte den Satz auch beenden mit "... würde, ohne Einfluss eines Faktors von Außen, der diese Funktionen beeinträchtigt (=Krankheit)".
Das umfasst ja nichtmal den gesamten Krankheitsbegriff. Was ist mit angeborenen "Krankheiten"? Was ist eigentlich "außen"?

Die Natur kennt kein richtig. Es ist für die Natur völlig gleichgültig, ob Menschen oder Bakterien den Kampf gewinnen. Beide sind gleichwertige Naturwesen.

Der Krankheitsbegriff ist zu nichts gut. Ich werde mich gegen Bakterien, die sich in mir einnisten, natürlich wehren, aber dafür brauche ich keine "objektive" Rechtfertigung. Sie stören mich, und so setze ich dem ihren meinen Egoismus entgegen. Gewinne ich - gut für mich. Gewinnen sie - gut für sie. Objektiv? Gleichgültig.

Verfasst: So 3. Feb 2008, 20:03
von Teri Shark
Original von Oliver von Palm
Nur, dass Homosexuelle in Ländern wie Iran teilweise noch aufgehängt werden, eben bloß weil sie schwul sind. Das ist Unrecht, natürlich. Die Intoleranz ist nur nun mal verbreitet. Und ein schwuler Kanzler würde da auf wenig Gegenliebe stoßen.
Und Frauen werde bis heute in Saudi-Arabien bestraft, wenn sie vergewaltigt werden - weil sie ihrem Ehemann untreu waren.

Verfasst: So 3. Feb 2008, 20:06
von Michael Schneider
Original von Konrad Grimm

Mein Widerspruch galt auch nur Deiner Behauptung, dass es sich dabei um eine einhellige Meinung in der Wissenschaft handeln würde.
Ok, der Wissenschaftler, die sich nicht durch ihre Religion beeinflussen lassen in möglichst objektiven Ergebnissen.

Im übrigen ist Objektivität immer davon ausgehend was für den Mensch gut ist und in Zukunft gut sein wird (und nachfolgender Generationen). Von daher scheißen wir auf die Drecksbakterien. :)