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Verfasst: Mi 14. Nov 2007, 14:38
von Palin Waylan-Majere
Im übrigen: Wie hätte man Europa von der Barbarei des Nationalsozialismus befreien können, wenn nicht mit Waffengewalt, mit dem Einsatz des Militärs? Wie hätte man einen Warlord wie Charles Taylor, der in Afrika vor ein paar Jahren den Kindern die Hände abhacken liess, in seinem Treiben stoppen können, wenn nicht mit dem Einsatz von Soldaten? Dieser Satz gilt auch für Herrn von Palm mit der Aufforderung, mal über den Rand seines voll gefüllten Tellers zu blicken.
Hat dieser Taylor den Kindern die Hände selber abgehackt oder waren das etwa seine Untergebenen (um nicht von *Soldaten* zu sprechen...)?

Nach pazifistischer Lesart stammen solche Phänomene wie der Faschismus aus einer militaristischen, gewalttätigen und menschenverachtenden "Tradition" - folgerichtig darf man nicht nur den einzelnen jeweiligen Diktator absetzen, sondern einem solchen System von vorneherein die Grundlage entziehen - indem man sich der Logik von Gewalt vollständig entzieht. Und ja, das kann funktionieren.

Verfasst: Mi 14. Nov 2007, 15:01
von Nicolas Seroux de Fay
Klingt theoretisch gut. Und wenn aus Warlords und ihren Soldaten doch keine Blumenkinder werden, wie löst man dann das Problem wenn nicht mit militärischer Gegengewalt?

Warum beantwortet niemand meine konkrete Frage? Weil ihr mir recht geben müsstet und das wollt ihr nicht. Also die bösen Soldaten sind da und können nur mit den guten Soldaten vertrieben werden, so ist doch die Realität. Alles andere ist nicht real, reines Wunschdenken.

Ok, ihr seid due Guten und so einer wie ich ist der böse. Das wolltet ihr doch hören.

Der Soldat wird verdammt, wie es die Hure auch wird. Und beides wird von der Gesellschaft benötigt. Komische Moral. Ich finde, ihr macht es euch schon sehr einfach. Vergleiche zur Doppelmoral im übrigen auch hier.

Verfasst: Mi 14. Nov 2007, 15:16
von Kauli
Der Friedensheld

Ganz unverhofft, an einem Hügel,
Sind sich begegnet Fuchs und Igel.
"Halt", rief der Fuchs, "du Bösewicht!
Kennst du des Königs Order nicht?

Ist nicht der Friede längst verkündigt,
Und weißt du nicht, daß jeder sündigt,
der immer noch gerüstet geht? -
Im Namen seiner Majestät,

Geh her und übergib dein Fell!"
Der Igel sprach: "Nur nicht so schnell!
Laß dir erst deine Zähne brechen,
Dann wollen wir uns weiter sprechen."

Und alsogleich macht er sich rund,
Schließt seinen dichten Stachelbund
Und trotzt getrost der ganzen Welt,
Bewaffnet, doch als Friedensheld.

Wilhelm Busch

Mehr hab ich zur ganzen Diskussion hier nicht zu sagen, außer vielleicht, das ich, als ich gelobte "das Recht und die Freiheit des deutschen Volhkes tapfer zu verteidigen" auch das Recht einiger Leute verteidigt habe, einen fürchterlichen Unsinn zu erzählen.

Und von mir aus nennt mich dafür einen Mörder...

Verfasst: Mi 14. Nov 2007, 15:18
von Palin Waylan-Majere
Original von Nicolas Seroux de Fay
Alles andere ist nicht real, reines Wunschdenken.
Unsinn. Es gibt wesentlich mehr Möglichkeiten, einen Unterdrücker zu überwinden, als durch Gewehrläufe. Es mag ausgeleiert sein, aber wenn du hier permanent mit dem NS kommst, verweise ich mal auf Gandhi oder den Herbst 89 in der ehemaligen DDR.

Im übrigen produziert eine kaputte Gesellschaft Warlords und Kindersoldaten und zwingt Menschen zur Prostitution. Militärs werden genutzt, um solche gesellschaftlichen Verhältnisse zu zementieren - siehe Burma/Myanmar.

Verfasst: Mi 14. Nov 2007, 15:27
von Oliver von Palm
Wie Palin schon sagte: Weder hat Charles Taylor Kindern selbst die Hände abgehackt noch hat Hitler selbst den Holocaust durchgeführt. Das waren Soldaten. Wie war doch gleich die Ausrede diverser SS-Männer für ihre Greuel? Ich war Soldat und musste meine Befehle befolgen. Kein Tyrann hätte auch nur die geringste Macht, gäbe es das Soldatentum nicht.

Und vSzP hat wiederum Recht, wenn er sagt: Lasst uns weder gute noch böse Armeen haben.

Verfasst: Mi 14. Nov 2007, 15:28
von Konrad Grimm
Original von Oliver von Palm
Wegen "widerwärtig und amoralisch?
Ja.

Verfasst: Mi 14. Nov 2007, 15:30
von Oliver von Palm
Original von Konrad Grimm

Ja.
Und zu meiner Argumentation sagst du ncihts ;)

Verfasst: Mi 14. Nov 2007, 15:31
von Oliver von Palm
Mehr hab ich zur ganzen Diskussion hier nicht zu sagen, außer vielleicht, das ich, als ich gelobte "das Recht und die Freiheit des deutschen Volhkes tapfer zu verteidigen" auch das Recht einiger Leute verteidigt habe, einen fürchterlichen Unsinn zu erzählen.

Und von mir aus nennt mich dafür einen Mörder...
Warum müssen manche Leute rethorische Allgemeinplätze wie "Soldaten sind Mörder" gleich auf sich beziehen und es persönlich nehmen?

Verfasst: Mi 14. Nov 2007, 15:32
von Heinrich Julius von Jagonburg
Und vSzP hat wiederum Recht, wenn er sagt: Lasst uns weder gute noch böse Armeen haben.
Und du beschwerst dich anderswo über Gutmenschenpampe? Das was du da von dir gibst ist, um es deutlich zu sagen, für den Arsch weil es die Natur des Menschen genauso verkennt wie der Kommunismus, wenn du gestattest, das ich mich deines Argumentes bediene.

Verfasst: Mi 14. Nov 2007, 15:35
von Kauli
Original von Oliver von Palm

Warum müssen manche Leute rethorische Allgemeinplätze wie "Soldaten sind Mörder" gleich auf sich beziehen und es persönlich nehmen?
Aus Soldat = Mörder und Kauli = Soldat folgt nun mal Kauli = Mörder. Logik für Anfänger.