Nein, Stirner. Wobei ich nicht behaupten möchte, dass Stirner auch nur ansatzweise meiner Meinung gewesen wäre, denn was ihn und mich trennt, ist sein Bekenntnis "Ich liebe die Menschen auch, nicht bloss einzelne, sondern jeden." (Der Einzige und sein Eigentum, S. 324)Original von Literoy Goldheart
Darwinismus pur?
Ich nicht.
Stirners Philosophie in Kurzfassung:
MS gehörte einer Gruppe von Junghegelianern an, darunter Ludwig Feuerbach, Bruno Bauer, Karl Marx und Friedrich Engels. Großes Thema insbesondere für die ersten beiden war es, Gott zu überwinden. Feuerbach gilt bis heute als einer der wichtigsten Kritiker der christlichen Religion.
MS geht weiter. Er sagt: "Ihr habt den Gott außerhalb von euch überwunden, aber den Gott in euch nicht." Der Gott in uns entspricht dem, was die Psychoanalyse später das "Über-Ich" nennen wird. Wir sind immer noch besessen, selbst wenn - wie Nietzsche, dessen ganzes Lebenswerk nichts als ein steter Kampf mit den Ideen Stirners war, später schreiben wird - Gott "tot" ist; wir sind Sklaven der Ideen, die in unsere Köpfe hineingehämmert worden sind. Alles, was uns heilig ist, dessen Sklave sind wir. Wo kommen sie her? Sie werden frühkindlich in uns hineingepresst in Form der Erziehung, um uns demütig zu machen, um uns zu brechen. Nun kriechen wir vor den Götzen, vor Nation, Staat, Familie, vor Eigentum, vor Recht, Gerechtigkeit und Gesetz, vor heiliger Liebe und heiliger Wahrheit und heiliger Freiheit.
Weg damit! "Mir geht nichts über mich!", das ist die Parole der Befreiung.
Daraus folgt dann auch: Recht ist Macht. Ich habe jedes Recht, das ich durchsetzen kann, und sonst keines. Behaupte ich, ich dürfte Sprechen, auch wenn man es unterbindet, so ist das, als behauptete ich, ich hätte das Recht, durch eine Wand zu laufen. Das ist nur sinnlose Dampfplauderei, in den Wind geschriene Forderungen. (Wobei Stirner selbst sagt, dass dies eigentlich nur eine Hilfsdefinition ist; hat man sie erst verstanden, so versteht man auch, dass es für Eigner das Wort "Recht" eigentlich nicht gibt)
Soweit Stirner.
Was man dann damit macht, wenn man frei ist, darin ist man - eigen.
Ich bin nicht bereit, mir das Gesülze so eines Dummschwätzer freiwillig anzuhören. Ihr, so meine ich, wärt es auch nicht, denn Euch fällt nichts besseres ein, als Euch auf ein Heiligtum - Meinungsfreiheit - zu berufen. Macht Euch frei davon.
Ich akzeptierte, wenn Ihr dies anders sehen würdet und Eigner wärt. Doch solang Ihr Sklaven seid - was schert mich Euer religiöses Geschwätz?
Ah, und noch was zu meinem Blogeintrag: Die eigentliche Kritik dieses Blogs lässt sich auf genau einen Satz reduzieren, nämlich den vorletzten. Der Rest ist provokative Füllmasse.
