Original von Annelie Gatineau
Frau Unionskanzlerin, der Vorschlag scheint dem von vor einem Jahr zu entsprechend, deswegen heißt das doch noch lang nicht, dass der Vorschlag auch hinreichend diskutiert wurde. Außerdem halte ich diese Argumentation für verquer, denn offensichtlich wurde seit einem knappen Jahr über den Entwurf nicht mehr gesprochen und jetzt soll darüber abgestimmt werden, ohne weitere Aussprache. Sie haben selbst Mitglieder im Kabinett, die vor einem Jahr noch nicht einmal politisch auf Unionsebene in Erscheinung getreten sind. Das trifft auch auf andere zu, die diese Diskussion damals nicht mitgeführt haben können.
Frau Premierministerin, niemandem war es verwehrt in den letzten Monaten sich an der Konferenz zu beteiligen und konkrete Kritikpunkte anzuführen. Korrigieren Sie mich bitte, wenn ich falsch liege, aber es gab doch seit dem 30. April 2014 keinen einzigen Beitrag.
Natürlich können wir den ganzen Prozess in der Schwebe halten, immer darauf bedacht nur keine Entscheidungen zu fällen oder Verantwortung zu übernehmen. Eine solche Einstellung ist aber nicht die der KDU. Wir handeln und legen den Menschen jetzt ein Konzept zur Überwindung der Krise vor. Jetzt soll das Volk das Wort haben
Original von Annelie Gatineau
Das weiß ich wohl, nur das ist dem Einsatz des damaligen Premierministers Fabian Montary gelungen. Er hat den Druck auf die Unionsregierung gemacht, dass der „kleine Grenzverkehr“, wie Sie ihn nennen, Einzug gehalten hat. Das war kein Projekt der Unionsregierung. Und das konnte er aus einer starken Position eines Premierministers heraus statt nur deren eines Provinzverwalters, wie sie ihn jetzt installieren wollen. Nehmen Sie das doch bitte einfach mal zur Kenntnis.
Da sind Sie leider nicht richtig informiert. Ihr Amtsvorgänger hat sich damals ausdrücklich bei mir beschwert, nicht eingebunden worden zu sein und das die Zone für den grenznahen Verkehr zu dünn bemessen sei. Der kleine Grenzverkehr war auch nicht seine Idee, sondern ist während der Verhandlungen mit der US-Administration auf meinem Mist gewachsen.
Original von Annelie Gatineau
Ihr Oberste Unionsanwältin – nicht Unionsstaatsanwältin, Sie scheinen Ihre Behörden nicht einmal zu kennen – ist mittlerweile Generalstaatsanwältin im Kabinettsrang, also sprich Justizministerin, in der roldemischen Administration. Frau Dr. Barré-Sinoussi hat Ihre Ausschreibung ohne vormalige Absprache dahingehend gedeutet, dass sie nicht mehr gelitten als Oberste Unionsanwältin und sich auf ihre baldige Ablösung vorbereitet und sich selbstverständlich umgeschaut, wo sie woanders Ihre Arbeitskraft hineinstecken kann. Im Gespräch mit mir haben wir uns vereinbart, dass sie das Justizressort in Roldem übernehmen kann.
Beim Unionsbankpräsidenten verhält es sich ähnlich, nur dass seine Amtszeit schon des Längeren beendet war. Herr Prof. Dr. Schenk zu Lissa wurde ebenfalls nicht von der Unionsregierung angehört.
Ihre Umdeutung der Geschichte ist schlichtweg falsch. Die fehlende Kommunikation über Ihre Partei- und Kabinettsgrenzen hinaus ist aber etwas, dass Ihr ganz persönliches Defizit ist, an dem Sie anscheinend auch nicht arbeiten wollen.
Frau Premierministerin, wenn ich mich in der Bezeichnung der Ämter irre, heißt das nicht, dass ich die Behörden als solche nicht kenne.
Es gibt in der Tat ein Kommunikationsproblem, dass sich zum Beispiel auch in einer Verunsicherung zum Ausdruck kommt, wenn die Oberste Unionsanwältin sich etwa fünf Monate nicht mehr in der Öffentlichkeit zeigt. Ich habe das mal nachrecherchiert: am 13.09.2014 meldete sie sich mit Bemerkung zurück, dass sie ja noch im Amt sei. Davor hatte sie sich am 17.04.2014 das letzte Mal in der Öffentlichkeit sehen lassen. Ich denke, dass irgendwann nun wirklich jedem einsichtig sein muss, dass gehandelt werden muss.
Bei Unionsbankpräsident a.D., Herrn Hans-Adam Schenk Pfeiffer zu Lissa, war es eine Stufe krasser: bevor er sich am 13.09.2014 zurückmeldete um seinen Rücktritt zu verkünden, war er mehr als 18 Monate nicht mehr in Erscheinung getreten.
Einmal knapp fünf Monate, einmal deutlich über 18 Monate; und da sagen Sie mir, dass die fehlende Kommunikation mein ganz persönliches Defizit sei...
Original von Annelie Gatineau
Frau Unionskanzlerin, wenn Sie meinen, dass mit dieser Verfassung der Bundesstaat gewahrt bleibt, dann muss ich Sie doch zurück in den Politikunterricht schicken. Jeder Zentralstaat hat irgendwie Untergliederungen. Deren alleinige Existenz macht deswegen noch keine staatliche Ebene unter dem Zentralstaat aus, was jedoch notwendig ist für einen föderalen Staatsaufbau. Föderalismus ergibt sich nicht durch das Festhalten an Kulturgrenzen. Mit der Einsetzung von Provinzverwaltern und der Weisungsbefugnis durch die Unionsebene ist die Qualität des Föderalismus schlichtweg nicht mehr gegeben. Dann ist die „Demokratische Union“ jedenfalls keine Union mehr.
Tatsache ist, Frau Premierministerin, dass Handlungsbedarf besteht. Und zwar nicht erst in drei, fünf oder 20 Jahren, wenn die x-te Föderalismus- oder Verfassungskonform versandet und zig Sachverständige, die nichts von sich hören lassen,ernannt und entlassen wurden, sondern jetzt, so lange es noch nicht ganz zu spät ist.
Denn eines ist sicher: kommt die Föderalismusreform nicht, wird bald weder Unionsländer noch die Unionsebene geben, dann wird hier Brachland sein.
In wie vielen Unionsländern haben wir denn derzeit überhaupt eine Regierung?
die Westlichen Inseln sind spätestens seit Ende April 2014 ohne Regierung;
Salbor-Katista ist spätestens seit Ende Juni 2014 ohne Regierung;
Imperia dürfte seit etwa Mitte 2013 keine Regierung mehr haben;
Heroth dürfte seit etwa November 2013 keine Regierung mehr haben;
Freistein hat seit dem Weggang von Cheman September/August 2012 keine aktive Regierung mehr gehabt. Ministerpräsident Hans Sack ließ sich wählen und verschwand und davor hatten wir den nicht weniger inaktiven Wilhelm Land;
bleibt nur Roldem übrig.
Deshalb treten wir Konservative dafür ein, dass alle Personalressourcen auf die Unionsebene konzentriert werden. Wenn es uns gelingt, auf Unionsebene wieder einen funktionierenden Staat und eine lebendige Gesellschaft in den Ländern aufzubauen, dann wird die Demokratische Union auch wieder attraktiv genug sein, dass wir irgendwann wieder so viele Bürger haben, dass damit auch wieder die Unionsländer belebt werden können.
Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg.