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Verfasst: Di 24. Mär 2009, 15:23
von Alessio Barbaresi
Original von Michael Schneider
Die Eltern tragen die Hauptschuld. ich sagte nicht Alleinschuld.
Oh, ein erstes revidieren.

Verfasst: Di 24. Mär 2009, 16:36
von Leif Kyrkogård
Original von Michael Schneider
Die Eltern tragen die Hauptschuld. ich sagte nicht Alleinschuld.
Die Hauptschuld für einen Amoklauf tragen immer noch diejenigen, die ihn auslösen, also mobbende Mitschüler und eine Gesellschaft, die für Modernitätsverlierer keine Möglichkeiten bietet.

Im Übrigen:

:klatsch: für die Großherzogin

Verfasst: Di 24. Mär 2009, 18:07
von Robert Cullen
Original von Carmen de Mora-Trauenstein
Das ist doch nicht richtig!

Kinder lechzen nach Anerkennung unter ihres Gleichen. Sie wollen freiwillig keine Aussenseiter sein. Welcher Gruppe sie sich anschließen, richtet sich danach, welches Selbstwertgefühl sie haben. Oftmals fühlen sie sich zu Gegensätzlichkeiten hingezogen, wären gerne auch so, wie ihr Gegenüber, weil es eine Charaktereigenschaft ist, die ihnen fehlt, sie aber toll finden. Uns so wird ratzfatz der Obermacker der Gang, der immer cool angezogen ist, dem "alle" folgen und der die hübschesten Mädchen am Start hat, zur Gallionsfigur der eigenen Wünsche. Da ist es sowas von egal, welche Meinung man im Elternhaus darüber hat, ob man dort akzeptiert, geliebt und wohl behütet ist. Wenn man außerhalb des Elternhauses in den Augen von Gleichaltrigen als "nicht der Regel entsprechend" angesehen wird und dadurch evt. mit Repressalien zu rechnen hat, dann ist das der Auslöser für den immer größer werdenden Wunsch "anders zu sein und dazu zu gehören", egal, was von einem verlangt wird.
Ich stimme dem zum einen zu, zum anderen nicht. Sollte ein Kind nicht lernen, dass es so ist wie es ist, und das das richtig ist? Ich sage auch nicht, dass Einflüsse nicht auch eine Rolle spielen können. Aber wachsame Eltern sollten a) veränderungen an ihrem Kind bemerken und b) mit dem Kind im Gespräch bleiben. Ich glaube, wenn Kind und Eltern eine gute Verbindung haben, dass es nicht so Austickt.

Verfasst: Di 24. Mär 2009, 20:22
von Heinrich Julius von Jagonburg
Ist es für Kinder dieses Alters nicht natürlich eine Privatsphäre aufbauen zu wollen und daher ganz besonders draauf zu achten ihr Innenleben vor ihren Eltern zu verbergen?

Verfasst: Di 24. Mär 2009, 20:26
von pjotr
Original von Heinrich Julius von Jagonburg
Ist es für Kinder dieses Alters nicht natürlich eine Privatsphäre aufbauen zu wollen und daher ganz besonders draauf zu achten ihr Innenleben vor ihren Eltern zu verbergen?
Anscheinend träumen hier einige Nachts neben dem "Gläsernen Bürger" auch vom "Gläsernen Teenager".

Verfasst: Di 24. Mär 2009, 20:27
von Heinrich Julius von Jagonburg
Das ist nicht erstrebenswert. Vielmehr lässt sich manches wohl nicht nur durch Kontrolle verhindern.

Verfasst: Di 24. Mär 2009, 20:27
von Robert Cullen
Aber wir sind uns einig dass jemand der sowas tut ein wenig, naja gestört sein muss... Das sollte man doch merken. Aber ich rewidiere mich, die Eltern tragen mitschuld und nicht die Hauptschuld...

Verfasst: Di 24. Mär 2009, 20:31
von Heinrich Julius von Jagonburg
Es ist eben die Frage ob wir hier "gestört" als Adjektiv oder als Verb im Passiv betrachten.

Verfasst: Mi 25. Mär 2009, 02:12
von Carmen I.
Original von Robert Cullen
Sollte ein Kind nicht lernen, dass es so ist wie es ist, und das das richtig ist?
Ja, sollte es. Aber wie vielen Menschen fällt es schwer sich 100%ig so anzunehmen wie sie sind? Wer wird nicht hie und da von Selbstzweifel geplagt? Mit gut zureden erreicht man da nichts. Das "Ja" zu sich selbst erreicht man nur durch Erfahrungen zu denen man selbst sagen kann: "Ja, sie waren wichtig, da lehrreich, auch wenn sie negativ waren." Um dann aber auch noch mit Rückgrad zu sagen: "Ich bin wie ich bin und das ist gut so" und das laut vor anderen, zu seinen Stärken, aber auch Schwächen zu stehen, sie zu bejahen und sich nicht dafür zu schämen....... das können die Allerwenigsten und sei es nur aus Scham der eigenen Fehler wegen, leider.
Ich sage auch nicht, dass Einflüsse nicht auch eine Rolle spielen können. Aber wachsame Eltern sollten a) veränderungen an ihrem Kind bemerken und b) mit dem Kind im Gespräch bleiben. Ich glaube, wenn Kind und Eltern eine gute Verbindung haben, dass es nicht so Austickt.
Dem will ich nicht widersprechen, nur eine Garantie ist es nicht. Jeder Mensch ist verschieden, hat seine eigene Art mit Dingen umzugehen, zurecht zu kommen und die muss nicht mit der der Eltern übereinstimmen. Am besten schaut jeder mal auf sich selbst und vergleicht sich mit seinen Eltern. Ich wette, da gibt es neben Übereinstimmungen auch einige Unterschiede, die man weder bei Vater noch Mutter wiederfindet.

Aber selbst wenn die Eltern sich bemühen, so man es von außen von ihnen erwartet, dass Kind aber das Gefühl hat, es würde nicht verstanden, weil es nicht glaubt, dass Eltern, die ja einer "anderen" Generation angehören, nicht so offen sind, wie sie selbst oder Angst vor Strafen haben, wenn sie beichten?

Ich sagte ja eingangs: Das Spektrum der Ursachen für das Verhalten von Menschen ist so vielfältig, dass die Aussage, die Eltern tragen die alleinige oder zumindest Hauptschuld absolut nicht haltbar ist.

Verfasst: Mi 25. Mär 2009, 10:18
von Michael Schneider
Ich frage was anderes.

Gab es vor diesem und dem letzten Jahrhundert Amokläufer?
Gab es vor heute keine anstrengende Arbeitswelt, ungerechte Vorgesetzte oder gemeine Kollegen? War früher alles gerecht und nett udn deswegen keiner der sogenannten gründe für ein Amoklauf vorhanden? Vielelicht sind es ja doch die PC-Spiele, denn die gab es (im Gegensatz zu festgefügten Elternhäusern) früher nicht.