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Verfasst: Mo 2. Feb 2009, 00:29
von Christopher Adomeit
Original von Isabelle Corinne de La Fayette

Es bringt nur leider in der Sache nicht weiter. Das gesellschaftliche Klima in der Demokratischen Union befindet sich in einem bedenklichen Zustand. Das Verständnis für die Demokratie als ständiges Wechselspiel divergierender Kräfte scheint bei namhaften Repräsentanten verschiedenster politischer Spektren zu fehlen. Ein friedlicher und konstruktiver Wettbewerb, der von einem gemeinsamen Bemühen um das Wohl des Landes und seiner Menschen bestimmt ist, ist einem schon fast feindseligen Hass auf Andersdenkende gewichen. Es ist das Eine, den politischen Gegner sachlich im Unrecht zu sehen. Das muss nun mal so sein. Es ist aber etwas anderes, im politischen Konkurrenten das personifizierte Verderben zu sehen.
So sehr Sie mit Ihren Worten zum gesellschaftlichen Klima Recht haben: Die "Regime"-Bezeichnung von Frau Friedmann war im Vergleich zu dem, was andere Politiker in diesem Land bereits geäußert haben - undzwar von beiden Seiten! - eher harmlos. Mir ist nun, um diesem Vorwurf vorzubeugen, völlig bewusst, welche Bedeutung das Wort "Regime" hat, dennoch ist es kein - leider im negativen Sinne - Paradebeispiel dafür, was manch Politiker von sich gibt.

Das Problem, unter dem die Demokratische Union leidet, ist dass der unklaren Mehrheitsverhältnisse. Wenn es mal tatsächlich eine Wechselseitigkeit gäbe, wäre das sehr schön, was wir hier jedoch haben, ist viel mehr ein Verharren und Warten auf leichte Tendenzen nach links oder rechts. Eine wirklich sichere und satte Mehrheit hatte hier schon lange kein Lager mehr. Ganz egal ob links oder rechts würde es der Demokratischen Union sehr gut tun, mal wieder unter deutlichen Mehrheitsverhältnissen zu leben.

Verfasst: Mo 2. Feb 2009, 00:29
von Isabelle Corinne de La Fayette
Original von Christopher Adomeit
So charmant Sie auch sind, Madame de La Fayette, kann ich mir auch hier eine Gegenfrage nicht verkneifen: Wer hat nun zunächst die gewagte These aufgestellt, Wolfgang Müller oder Pandora Friedmann?

Ich würde dazu tendieren, dass beide Beteiligten damit nicht das Gelbe vom Ei getroffen haben.
Dieser Tendenz würde ich mich uneingeschränkt anschließen.

Mangels gesicherter Kenntis vermag ich mich jedoch keinem Urteil darüber anzuschließen, wer wann womit angefangen hat. Seit ich das politische Geschehen in diesem Land verfolge erlebe ich einen von Persönlichkeiten beider Seiten geführten regelrechten Krieg. Jeder sieht sich als Streiter gegen den von der anderen Seite verkörperten Tod und Verderben.

Verfasst: Mo 2. Feb 2009, 00:29
von Pandora Friedmann
Original von Isabelle Corinne de La Fayette

Halten Sie es nicht für unangemessen, Madame Friedmann, eine aus freien Wahlen hervorgegangene designierte Koalitionsregierung als "Regime" zu betiteln? :rolleyes:
Oh, pardon, in meinem wissenschaftlichen Umfeld an der Universität verwendet man die Bezeichnung Regime völlig wertungsfrei.

Verfasst: Mo 2. Feb 2009, 00:31
von Isabelle Corinne de La Fayette
Original von Christopher Adomeit
So sehr Sie mit Ihren Worten zum gesellschaftlichen Klima Recht haben: Die "Regime"-Bezeichnung von Frau Friedmann war im Vergleich zu dem, was andere Politiker in diesem Land bereits geäußert haben - undzwar von beiden Seiten! - eher harmlos.
Auch das mag stimmen. Es war nun in diesem Moment gerade diese Äußerung welche mir auffiel und welche ich mich kurz zu kommentieren bemüßigt fühlte. Meine Bemerkung erhebt keinen Anspruch auf eine ganzheitliche Analyse oder Bewertung.

Verfasst: Mo 2. Feb 2009, 00:32
von Isabelle Corinne de La Fayette
Original von Pandora Friedmann
Oh, pardon, in meinem wissenschaftlichen Umfeld an der Universität verwendet man die Bezeichnung Regime völlig wertungsfrei.
Wenn Sie einen Nachweis zur Hand hätten, wann und wo in Ihrem wissenschaftlichen Umfeld die jüngst abgewählte Regierung Rousseau-Mason als "Regime" bezeichnet wurde...?

Verfasst: Mo 2. Feb 2009, 00:39
von Pandora Friedmann
Original von Isabelle Corinne de La Fayette

Wenn Sie einen Nachweis zur Hand hätten, wann und wo in Ihrem wissenschaftlichen Umfeld die jüngst abgewählte Regierung Rousseau-Mason als "Regime" bezeichnet wurde...?
Regime ist ein Fachbegriff der Politikwissenschaft für jede Herrschaftsform und jede soziale Institution. Das ist unabhängig von irgendwelchen Machthabern. Erwarten Sie nicht überall Feinde, Madame.

Verfasst: Mo 2. Feb 2009, 07:42
von Joeli Veitayaki
ich amüsiere mich über die weinerlichen Aussagen aus dem Linken Lager, insbesondere von Kasper Müller, dass die Opposition an der Wahlniederlage schuld ist =)

Verfasst: Mo 2. Feb 2009, 10:00
von Isabelle Corinne de La Fayette
Original von Pandora Friedmann
Regime ist ein Fachbegriff der Politikwissenschaft für jede Herrschaftsform und jede soziale Institution. Das ist unabhängig von irgendwelchen Machthabern. Erwarten Sie nicht überall Feinde, Madame.
Wenn Sie es sagen wird das so sein, Madame. Doch bitte bedenken Sie, wir sind hier nicht politologischen Proseminar. Was würden die Vertreter des bürgerlichen Lagers sagen, wenn ich nur noch vom "ehemaligen Regime Rousseau-Mason" oder bezogen auf die Westlichen Inseln vom "ehemaligen Regime Veitayaki" spräche?

Meinen Sie, die Messieurs ließen sich besänftigen wenn Sie sie entsprechend über die politologische Fachsprache aufklärten? Oder würden sie nicht viel mehr einwenden, dass der Begriff unbeschadet seiner Verwendung im wissenschaftlichen Kontext in der Alltagssprache negativ konnotiert ist im Sinne von "diktatorisch, "undemokratisch", nicht rechtsstaatlich" usw.?

Verfasst: Mo 2. Feb 2009, 10:10
von Helen Bont
Original von pjotr

Und auf dem Gebiet haben Sie ja Erfahrung
Wie Sie meinen, Herr Professor. Offensichtlich sind auch Sie der Meinung, dass es Aufgabe der Opposition ist, der Regiierungsmehrheit zur Kanzlermehrheit zu verhelfen, und wenn sie dies nicht tut, einen Verrat begeht. ... Sehr realitätsnah, muss man schon sagen.

Verfasst: Mo 2. Feb 2009, 10:24
von Joeli Veitayaki
Das Wort "Regime" bezeichnet in der Umgangssprache in der Regel eine diktatorische Regierungsform. Der Begriff wird in diesem Fall ganz eindeutig abwertend verwendet.