Original von pjotr
Negative Einkommensteuer und Mindestlohn schließen sich doch nicht aus; im Gegenteil: Durch einen Mindestlohn kann man ja auch die nötigen Transferleistungen des Staates minimieren.
Herr Kollege Jerkov, meiner Ansicht nach brauchen wir keine negative Einkommenssteuer, wenn wir einen Mindestlohn haben. Zumindest einen vernünftigen, der auch das Existenzminimum abdeckt. Dann brauchen wir die negative Einkommenssteuer nicht mehr. Außerdem: wenn ein bedingungsloses Grundeinkommen existieren würde, können wir das Sozialsystem radikal vereinfachen. Das heißt, Zusatzleistungen gibt es nur in sehr verkleinerter Form. Zum Beispiel in Form von Kinder- oder Krankengeld ... Aber wie gesagt, es ist alles eine Frage des Förderns, aber eben auch des Forderns. Heißt: wer Arbeitsangebote seitens einer Unionsagentur für Arbeit ablehnt, muss mit Kürzungen der Sozialleistungen rechnen.
Original von Christopher Adomeit
Allerdings gibt es Branchen, in denen nur noch niedrige Löhne gezahlt werden können - denken wir hier doch an internationale Wirtschaftsstrukturen - und eben da wäre es doch sinnvoller, zumindest ein Teil an Gehalt zu erwirtschaften, der sich positiv auf die Wirtschaft auswirkt.
Wissen Sie, wenn man an der Arbeitsleistung anderer verdient, soll man auch dafür sorgen, dass diejenigen, die Leistung erbringen, angemessen entlohnt werden. Das ist der moralische Grundgedanke des Mindestlohns. Langfristig werden uns im übrigen volkswirtschaftlich sowieso damit abfinden müssen, dass z.B. Textilien in anderen Regionen der Welt billiger produziert werden.
Was das für die Welt bedeutet, ist heute aber noch unklar.
Höhere Jahresdurchschnittstemperaturen, höhere Klimaextreme, Verschiebungen von Klimazonen, Anstieg der Meeresspiegel oder eine größere globale Ausbreitung von Tropenkrankheiten in territorialer Hinsicht halte ich schon für ziemliche klare Anzeichen.
Original von Albert von Mauerbach
Moralisch halte ich es ebenso für verwerfenswert einen Mindestlohn einzuführen, auf Kosten derer die hart für ihr Geld gearbeitet haben.
Herr von Mauerbach, es tut mir leid, aber das ist schon - wenn Sie es so ausdrücken - sehr absurd. Lohnungerechtigkeit und mangelnde Arbeitsleistung stehen nicht zwangsläufig im Zusammenhang. Wenn mein Friseur oder mein Gärtner einen guten Job machen, sollen sie auch vernünftig entlohnt werden. Sie suggerieren ja, dass ganze unterbezahlte Berufsgruppen quasi selbst an ihrer Unterbezahlung schuld seien.
Bürger die Leistungen erbringen sollen dafür entlohnt werden, anstatt den Armen das Geld hinten hineinzupudern.
Sie argumentieren schon sehr konsequent an der Realität vorbei, Herr Kollege. Hier suggerieren Sie wiederum, Menschen seien stets an ihrer eigenen Armut alleinig schuld. In diesem Zusammenhang mal einige Schlagworte: Krankheit, Scheidung, familiäre Zerrüttung, Arbeitsunfähigkeit, ... Wenn Sie es für "hineinpudern" halten, dass eine Gesellschaft auf ihre Schwächsten Acht gibt, dann muss ich wirklich an Ihrem sozialen Verständnis zweifeln.