Seite 6 von 13
Verfasst: Mi 12. Nov 2008, 10:10
von Wolfgang Müller
Original von Konrad Grimm
Genau, kritisches Denken ala Schulsystem... Wieviele Kinderhirne sollen die 68er noch zerstören?
Ja, das dir bei deinem Elitismus emanzipatorisches Denken ein Graus ist, ist klar.
Verfasst: Mi 12. Nov 2008, 11:49
von Montgomery Scott
Original von Hajo Poppinga
Durch Steuern?
Eben. Eine Zwangseinheitsabgabe
Was ich für keine schlechte Entwicklung hielte. Immerhin gibt es schon jetzt viele Nischenschulen, die sich dort eine Existenzberechtigung verschafft haben, etwa Lietz- oder Waldorfschulen. Vielleicht könnten so viel mehr Eltern/kinder zu ihrem Recht kommen, als derzeit, wo die gesamte Debatte sehr ideologisch geprägt ist.
Klar kann das für bestimmte Schichten eine Verbesserung gegenüber dem Status quo bringen. Die darunter liegenden Schichten fallen aber hinten über. Und nach meiner Auffassung ist der Staat dazu verpflichtet, allen Kindern über das Schulsystem die gleichen Chancen zu bieten. Dass es da mächtigen Widerstand gibt, allen voran die CDU, die hier in Hessen auf Wahlplakaten für "Chancen
vielfalt im Bildungswesen" geworben hat, versteht sich.
Verfasst: Mi 12. Nov 2008, 12:03
von Hajo Poppinga
Original von Nina Rügen
ich frage mich ob hier von euch überhaupt einer auf der haupt oder realschule war.
Jo, erst Realschule und entsprechender Abschluß, dann Gymnasium und Abitur. Der Aufstieg ist zu schaffen.

Verfasst: Mi 12. Nov 2008, 12:04
von Hajo Poppinga
Original von Wolfgang Müller
@Hajo:
Warum dann nicht direkt in Selbstverwaltung, als Körperschaft des öffentlichen Rechts mit freier Lehrerwahl?
Warum nicht als Unternehmen, in eigener Verwaltung, mit freier Lehrerwahl?
Verfasst: Mi 12. Nov 2008, 12:05
von Montgomery Scott
Original von Hajo Poppinga
Jo, erst Realschule und entsprechender Abschluß, dann Gymnasium und Abitur. Der Aufstieg ist zu schaffen.
Klar ist es zu schaffen aber es geht doch um die, die es eben
nicht schaffen.
Verfasst: Mi 12. Nov 2008, 13:27
von Rafael van der Linden
Original von Montgomery Scott
Ach komm, willst Du ernsthaft mit jemandem diskutieren, der fordert, die Schulen komplett zu privatisieren?
Das zeigt, dass Du sehr offen bist, mit allen zu diskutieren..... die einen staatssozialistischen Mindeststandard erfüllen.
Sozialistisches Elitedenken.

Verfasst: Mi 12. Nov 2008, 13:28
von Hajo Poppinga
Original von Montgomery Scott
Klar ist es zu schaffen aber es geht doch um die, die es eben nicht schaffen.
Ja, aber es ist doch nicht so, daß es jeder schaffen müßte. Es gibt halt auch Leute, die nicht fähig sind, das Abitur zu erreichen. Ich hab mich auch auf den Hintern setzen müssen, um das zu schaffen.
Verfasst: Mi 12. Nov 2008, 13:33
von Rafael van der Linden
Original von Montgomery Scott
Ist es nicht. Das ist einwandfrei nachgewiesen.
Belege, Argumente.
Nach meiner Erfahrung kann jeder, der es will und seinen Talenten nach dafür geschaffen ist auch Abitur machen.
Das deutsche Bildungssystem hat Probleme, aber dass es vielen Menschen verwehrt, trotz entsprechendem Wunsch Abitur zu machen, ist unwahrscheinlich.
...und dabei individuell optimal betreut und gefördert werden.
Ja, optimal ist vieles nicht, ich bin auch kein grundsätzlicher Gegner von anderen Schulformen. Dabei wäre mehr Wahlfreiheit und mehr Differenzierung aber vermutlich wichtiger, als möglichst viel Vereinheitlichung.
Verfasst: Mi 12. Nov 2008, 13:46
von Montgomery Scott
Original von Rafael van der Linden
Belege, Argumente.
Ach komm, 30 Sekunden Internet-Suche:
http://de.wikipedia.org/wiki/Bildungsbe ... eutschland
Nach meiner Erfahrung kann jeder, der es will und seinen Talenten nach dafür geschaffen ist auch Abitur machen.
Das deutsche Bildungssystem hat Probleme, aber dass es vielen Menschen verwehrt, trotz entsprechendem Wunsch Abitur zu machen, ist unwahrscheinlich.
Das ist eine sehr eingeschränkte Sichtweise. Der Punkt ist, dass Ambitionen, Zugehörigkeitsgefühl, Selbstbewusstsein etc. eben zu einem Großteil Folge der Schulsozialisation ist. Du gibst einem Schüler mit unstudierten, evtl. bildungsfernen Eltern, der auf die Haupt- oder Realschule kommt, statistisch sein mangelndes Selbstbewusstsein schon mit auf den Weg.
Ja, optimal ist vieles nicht, ich bin auch kein grundsätzlicher Gegner von anderen Schulformen. Dabei wäre mehr Wahlfreiheit und mehr Differenzierung aber vermutlich wichtiger, als möglichst viel Vereinheitlichung.
Wahlfreiheit ist etwas Metaphysisches. Wahl ist determiniert, in diesem Fall unter anderem durch die Eltern und die eigene Schulsozialisation.
Außerdem: Was ist das denn für eine Wahlfreiheit? Die Freiheit, dass die Eltern in einem Alter, in dem man tatsächliche Begabungen und Vorlieben des Kindes noch gar nicht einschätzen kann, entscheiden, welche Schullaufbahn es einschlagen soll. Dabei spielt nicht nur eine Rolle, dass Eltern aus bildungsfernen Schichten meist keinen großen Wert auf diese Entscheidung legen, sondern dass sie auch noch geneigt sind, der Lehrerempfehlung zu folgen, die einerseits generell nicht hinreichend begründbar ist und die andererseits stark durch die soziale Herkunft des Kindes determiniert wird. Diese Wahlfreiheit ist für mich nicht positiv konotiert.
Verfasst: Mi 12. Nov 2008, 13:49
von Montgomery Scott
Original von Hajo Poppinga
Ja, aber es ist doch nicht so, daß es jeder schaffen müßte. Es gibt halt auch Leute, die nicht fähig sind, das Abitur zu erreichen. Ich hab mich auch auf den Hintern setzen müssen, um das zu schaffen.
Klar kann und soll nicht jeder das Abitur machen. Das soll aber meiner Meinung nach davon abhängig sein, ob der Schüler bei individuell passender Schulbetreuung die Fähigkeiten und Neigungen dazu entwickelt, unabhängig von seiner Herkunft und unabhängig von den starken Unterschieden in der Schulsozialisation von Schulform zu Schulform.