Original von Fabian Montary
Richtig, dann möchte ich aber auch Leute, mit denen man simulieren kann...
Was bedeutet denn für dich "simulieren zu können"? Irgendwie drängt sich mir das Gefühl auf, wir können hier alle nicht mehr simulieren, sonst würde etwa
diese Initiative weitaus lebhaftere und kontroverse Auseinandersetzungen in Parlament, Parteien, Öffentlichkeit und Medien auslösen. Oder es gäbe überhaupt öfter mal solcherlei Vorstöße
Original von Schrobi
Die deutsche MN-Spielerschaft ist meines Erachtens einfach nicht groß genug, als dass man sie in zwei Lager hätte teilen dürfen. Das war wohl ein Faktoren, die zu der jetzigen Lage geführt hat.
Insgesamt überwiegt meinerseits mittlerweile die Einschätzung, dass die Gründung einer zweiten Kartenorganisation eigentlich eine - entschuldigt bitte

- scheiß Idee war. Ja, ich meine es ernst, und nein, mein Account ist nicht gehackt worden, ich bin es wirklich. Denn trotz der nicht wegdiskutierbaren Vorteile der GF-Karte, wie z. B. festgelegter realistischer Weltform und damit einhergehend Klimazonen, der grenzübergreifenden Landschaftsgestaltung und der kulturellen und historischen Vernetzung - der Preis, den die deutschsprachige micronationale Gemeinde gezahlt hat, war und ist einfach zu hoch: langjährige Kontakte und gemeinsame Geschichten sind eingeschlafen oder abgerissen, weil die beteiligten Staaten plötzlich auf verschiedenen Karten lagen. Spielerschaften haben sich zerstritten und gespalten (Gelbes Reich), oder tragende Mitglieder verloren (DU). Gemeinsame Projekte und Ereignisse (Sportveranstaltungen, vEXPO) werden kaum beachtet oder komplett boykottiert, weil sie in einem Land auf der "falschen Karte" stattfinden, oder Staaten von der "falschen Karte" dort teilnehmen (dürfen). Insbesondere die GF-Staaten sind simulationsextern gesehen mehr oder minder ins Abseits geraten, kranken an Mitspielermangel, mauer Aktivität und mangelnder simulatorischer Fantasie (die eben nicht durch ausgestalterische Fantasie wett gemacht werden kann!). Es ist natürlich rein spekulativ, darüber zu diskutieren, ob es Projekte wie Aranien oder Barnstorvia noch gäbe, wenn sie weiterhin auf der einen gemeinsamen Karte der deutschprachigen Micronationen gelegen hätten - aber man philosophiert eben mal darüber.
Zugegeben, es gibt auch GF-Erfolgsgeschichten - wie z. B. Astor. Früher ein Fantasie-Völkergemisch, das nur in einigen Elementen und Bezeichnungen eher lose auf den realen USA beruhte und zeitlich grob geschätzt im letzten Jahr vor Gründung der GF praktisch am Rande des Exitus stand, hat es seinen Umzug auf die GF-Karte genutzt, um einen erfolgreichen Neustart als virtuelle Adaption der realen USA zu unternehmen, bietet heute, trotz der völlig normalen und unabänderlichen Schwankungen, ein hohes Aktivitätsniveau und eine spannende und viel Spaß bringende Simulation, die die Gegebenheiten der GF-Karte gut ausschöpft.
Trotzdem frage ich mich auch im Falle Astors: wäre dieser erfolgreiche Neuausrichtung nicht auch auf der OIK-Karte möglich gewesen? Stünde es um die verbliebenen, chronischen Probleme, wie Schwierigkeiten in der Neubürgerakquise, unterentwickelte bis nicht existente Gesellschaftssimulation, und damit einhergehend praktisch keine politisch nur passiv (als (Wechsel-)Wähler) mitwirkenden Spieler, ohne die Spaltung der MN-Gemeinde nicht vielleicht doch besser?
Außer Frage steht: seine Freunde und Feinde, mit denen Astor heute auf der GF-Karte lebhaft und zum Spaß seiner Mitspieler interagiert, hätte es sich auch dort zusammensuchen können. Niemals hat jeder Staat wirklich aktiv mit jedem anderen simuliert, man war auf einer Weltkarte verzeichnet, saß zusammen in einer UVNO, nahm an einer Fußball-WM und einer vEXPO teil, gehörte einem gemeinsamen System von Vorwahlen und Länderkürzeln an - aber ansonsten hat man sich ausgesucht, mit wem man was und wie simuliert hat, oder eben nicht.
Aber jeder hat den anderen zumindest wahrgenommen, der Austausch der Mitspieler war frei, man trat nach außen hin als ein Kosmos mit vielerlei verschiedenen Angeboten - von spaßig oder satirisch bis ernsthaft, von fantastisch bis realitätsgetreu, von historisch bis modern, oder von allem ein bisschen - auf, jeder Spieler konnte sich seine Betätigungsfelder suchen, jede Nation konnte sich ihre internationalen Partner und Gegenspieler zusammenstellen. Und doch alles unter einem gemeinsamen Dach, das allen gemeinsam Nutzen gebracht hat, weil eben nach außen hin als ein Ganzes aufgetreten ist, weil man sich irgendwie gegenseitig belebt und befruchtet hat.
Ich bin nicht mehr überzeugt, dass die Gründung der GF - trotz ihrer unbestrittenen Vorteile - ein Gewinn für die deutschsprachigen Micronationen und insbesondere die auf ihr verzeichneten Staaten war. Offen gesagt, glaube ich mittlerweile eher das Gegenteil...