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Verfasst: Mo 29. Okt 2007, 12:06
von Matt Suchard
Das erinnert mich an die eine Angelegenheit, die sich bei mir im Sommer zugetragen hat.
Ein Kumpel hat sich im Suff verplappert, dass sein Mitbewohner schwul ist, einen festen Freund hat etc.pp.
Die Sache ist jedoch, das ihm dies irgendwie peinlich ist und man ihm das auch irgendwie nie zugetraut hätte. Er ist in der Feuerwehr, jahrelang war er im Fußballverein, hat ein sehr männliches Auftreten und Aussehen und ist vor allem total intolerant gegenüber jedem, der von der Norm abweicht.
Also konnte ich das erst gar nicht fassen und habe mich bisher auch noch nicht wirklich getraut, ihn deswegen anzusprechen. Will ja auch meinen Kumpel nicht in dei Pfanne hauen, weil er das Geheimnis "gelüftet" hat. Auf jeden Fall ist das eine ziemlich krasse Angelegenheit und jetzt wo ich wieder darüber nachdenke, komme ich auch gar nicht darauf klar.

Verfasst: Mo 29. Okt 2007, 12:13
von Damian Fuller
Original von Matt Suchard
Er ist in der Feuerwehr, jahrelang war er im Fußballverein, hat ein sehr männliches Auftreten und Aussehen und ist vor allem total intolerant gegenüber jedem, der von der Norm abweicht.
Da jeder in irgendeiner Form von der Norm abweicht schlägt das jetzt auch auf ihn zurück. Das ist nun eigentlich auch gut, wenn Heuchler und Scheinheilige ihr Fett abbekommen.
Laut (mehr oder weniger seriösen) Untersuchungen soll ja in Feuerwehren der Prozentsatz der schwulen Mitarbeiter überproportional hoch sein. Macht ja auch Sinn. Es leben die unexakten Wissenschaften Soziologie und Psychologie.

Verfasst: Mo 29. Okt 2007, 12:16
von Damian Fuller
Original von Konrad Grimm
Krankheit ist kein sehr wissenschaftlicher Begriff. Krankheit ist ein normativer Begriff.
Der Satz "Homosexualität ist keine Krankheit" ist somit zwingend falsch. Entweder man verneint das Konzept "Krankheit" per se; dann ist der Satz in sich widersprüchlich, weil man dann den Begriff Krankheit nicht verwenden
Was aber, wenn ich mir herausnehme, Krankheit anders zu definieren als das willkürliche Werturteil des Bundesgerichtshofes?
Krankheit definiere ich als etwas, dass dem biologischen/psychologischen System des Körpers/Geistes Schaden zufügt und beim Betroffenen ein Leiden erzeugt. Bei manchen homosexuellen mag das sein, ist aber wenn dann eine psychische Krankheit, und dann eben subjektiv.
Verfasst: Mo 29. Okt 2007, 12:35
von Konrad Grimm
Original von Damian Fuller
Krankheitr definiere ich als etwas, dass dem biologischen/psychologischen System des Körpers/Geistes Schaden zufügt
Um den Schaden definieren zu können, brauchst Du aber wiederum eine Definition davon, wie der Körper korrekt funktioniert, also wie er funktionieren soll - und damit bist Du beim gleichen Problem wie oben.
und beim Betroffenen ein Leiden erzeugt. Bei manchen homosexuellen mag das sein, ist aber wenn dann eine psychische Krankheit, und dann eben subjektiv.
So würde ich das auch definieren, aber dann verliert der Begriff Krankheit seinen Sinn. Wenn er rein subjektiv ist - und das ist er meiner Meinung nach - dann gibt es etwa keinen Unterschied mehr zwischen einer Schönheitsoperation und anderen ärztlichen Maßnahmen. Wenn man auf das körperliche Unwohlsein abstellt, dann ist auch Hunger eine Krankheit.
Fazit: Der Krankheitsbegriff taugt nichts.
Verfasst: Mo 29. Okt 2007, 12:52
von Damian Fuller
Original von Konrad Grimm
Um den Schaden definieren zu können, brauchst Du aber wiederum eine Definition davon, wie der Körper korrekt funktioniert, also wie er funktionieren soll - und damit bist Du beim gleichen Problem wie oben.
Das stimmt. Aber da gilt auch die Definition: So wie ich möchte. Allerdings von Dir richtig daraus gefolgert:
Wenn er rein subjektiv ist - und das ist er meiner Meinung nach - dann gibt es etwa keinen Unterschied mehr zwischen einer Schönheitsoperation und anderen ärztlichen Maßnahmen. Wenn man auf das körperliche Unwohlsein abstellt, dann ist auch Hunger eine Krankheit.
Fazit: Der Krankheitsbegriff taugt nichts.
Verfasst: Mi 31. Okt 2007, 20:51
von Rainer Zufall
Verfasst: Mi 31. Okt 2007, 21:53
von Literoy Goldheart
Naja halt. Was erwartest Du von denen? Es kann nicht sein was nicht sein darf.
Verfasst: Mi 31. Okt 2007, 22:44
von Literoy Goldheart
Ich habe mir mal kreuz.net durchgesehen... ist das jetzt Satire oder sind die einfach so blöd?
Also wenn es Satire ist, dann ist sie gelungen.
Verfasst: Do 1. Nov 2007, 00:59
von Larifari
Selbst wenn Homosexualität eine detour de norme sein sollte, und vielleicht ist sie ja tatsächlich ein Defekt... so what? Ich sehe nicht, dass Homosexualität grundsätzlich eine Frage der freien Entscheidung wäre, und damit ist sie auch keine moralische Frage. Schließlich würde man auch niemandem einen moralischen Vorwurf machen, der keine 32 Zähne hat (vorausgesetzt, er hat sie sich nicht selbst rausgeschlagen).
Und was den Krankheitsbegriff angeht, so bin ich froh, dass meine Ärzte Thorstens verrückte Auffassungen nicht teilen.
Verfasst: Do 1. Nov 2007, 01:59
von Konrad Grimm
Original von Larifari
Selbst wenn Homosexualität eine detour de norme sein sollte, und vielleicht ist sie ja tatsächlich ein Defekt... so what?
Dass Du das "so what" nicht ernst meinst zeigt sich daran, dass Du hier von einer "detour de norme" sprichst; warum schreibst Du nicht: "Selbst wenn Homosexualität eine Krankheit sein sollte - was soll's?"
Doch nicht "so what"?
Ich sehe nicht, dass Homosexualität grundsätzlich eine Frage der freien Entscheidung wäre, und damit ist sie auch keine moralische Frage.
Eine merkwürdige Aussage. Also: Wenn man die sexuelle Orientierung verändern kann, ist sie eine Frage der Moral, wenn nicht, dann nicht?
Und was den Krankheitsbegriff angeht, so bin ich froh, dass meine Ärzte Thorstens verrückte Auffassungen nicht teilen.
Ich wäre froh, Ärzte zu haben, die sich nicht berufen fühlen, mich zu bevormunden, sondern sich als Dienstleister begreifen.
Für mich stehen Ärzte auf einer Ebene mit Autowerkstätten - "reparieren sie's!"