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Verfasst: Mo 20. Aug 2007, 00:55
von vSzP
Eure Argumentation geht doch völlig an dem vorbei, was Ford gesagt hat. Die NSDAP hatte reiche Freunde und beide brauchten einander. Aber die (anfänglich) notwendigen Stimmen holte sich die NSDAP bei den Wählern, die heute wahrscheinlich eher SPD oder PDS wählen würden. Nicht aus Ideologie, sondern weil sich eben gewisse Parteien als Anwalt des kleines Mannes ausgegeben haben.

Die NS-Propaganda fuhr doch die selbe Schiene, wie es linke Parteien tun:

Bild

Verfasst: Mo 20. Aug 2007, 01:07
von Fiete Schulze
Original von vSzP
Eure Argumentation geht doch völlig an dem vorbei, was Ford gesagt hat. Die NSDAP hatte reiche Freunde und beide brauchten einander. Aber die (anfänglich) notwendigen Stimmen holte sich die NSDAP bei den Wählern, die heute wahrscheinlich eher SPD oder PDS wählen würden. Nicht aus Ideologie, sondern weil sich eben gewisse Parteien als Anwalt des kleines Mannes ausgegeben haben.
Deine Argumentation ist sehr schlecht durchdacht, denn es gab die SPD schon damals und eine KPD war auch keine schwache Partei. Daher kann man doch gar nicht genau sagen, wer die NSDAP-Wähler waren. Ich behaupte mal das der NSDAP-Wähler wohl in allen Schichten der Bevölkerung zu finden ist.

Verfasst: Mo 20. Aug 2007, 01:28
von vSzP
Soziologische Struktur der NSDAP zwischen 1930 und 1933:

Arbeiter: 33,5 Prozent
Selbstständige: 13,5 Prozent
Beamte (Lehrer): 1,7 Prozent
Beamte (andere): 5,5 Prozent
Angestellte: 22,1 Prozent
Mithelfende Fam.-Angehörige: 4,9 Prozent

Merke: über 55 % der NSDAP-Mitglieder waren Arbeiter und Angestellte...

Quelle: Geschichts-Kurse für die Sekundarstufe II - Weimarer Republik und nationalsozialistische Herrschaft, Dirk Hoffmann und Friedhelm Schütze. Seite 117 f.

Verfasst: Mo 20. Aug 2007, 01:40
von Fiete Schulze
Und? Wählen heute keine Arbeiter oder Angestellte die CDU? Hat die CDU keine Mitglieder die Arbeiter oder Angestellte sind? Kann es vielleicht sein, dass die Zahlen auch dadurch zu Stande kommen, dass es wesentlich mehr Arbeiter und Angestellte gibt, als Lehrer oder Selbstständige?
Was soll so eine Einbahnstraßenargumentation?
Und was genau willst du uns damit mitteilen?

Verfasst: Mo 20. Aug 2007, 01:49
von Montgomery Scott
Original von vSzP
über 55 % der NSDAP-Mitglieder waren Arbeiter und Angestellte...
Selbstverständlich, jede politische Bewegung muss die Bevölkerungsmassen erfassen, das ist ja gerade ihre Funktionsweise. Das sagt aber nichts darüber hinaus, wessen Interessen von dieser Bewegung verfolgt wurden und wer die Strippen gezogen hat.

Verfasst: Mo 20. Aug 2007, 01:55
von vSzP
Original von Montgomery Scott

Selbstverständlich, jede politische Bewegung muss die Bevölkerungsmassen erfassen, das ist ja gerade ihre Funktionsweise. Das sagt aber nichts darüber hinaus, wessen Interessen von dieser Bewegung verfolgt wurden und wer die Strippen gezogen hat.
Acha. Also war die NSDAP eigentlich total kapitalistisch, hat aber auf den Wahlplakaten eben was anderes verkündet? Und weil die Menschen alle dumm waren, hat das keine gemerkt und haben trotzdem alle fleißig die NSDAP weitergewählt?

@ Schulze: Arbeiter und Angestellte waren überproportional in der NSDAP vertreten. Sprich, in der Gesamtbevölkerung gab es ~ 50 % Arbeiter und Angestellte, in der NSDAP waren es 55 %....

Verfasst: Mo 20. Aug 2007, 02:27
von Konstantin Lichtenstein
Was ist denn das hier für eine Luftnummerndiskussion?

Keiner, der sich ein wenig mit dem Gedanken- und Wertmodell des Kapitalismus beschäftigt hat, kann doch ernsthaft behaupten, dass der Nationalsozialismus irgendwo den Hauch einer kapitalistischen Politik verfolgt hat.

Diese wollten die hier angesprochenen Großindustriellen auch nicht. Diese wollten in der Regel eine Wiederherstellung der kaiserlichen Ordnung, und als man sich damit offenkundig verrechnet hatte, arrangierte sich v.a. die Rüstungsindustrie mit der neuen Herrschaft, die durch die keynes-geprägte Wirtschaftspolitik der Vorkriegszeit natürlich auch gezielt gestützt wurde. Hitler wusste natürlich auch, dass er ohne die Großindustrie niemals einen Krieg führen könnte, geschweige denn, seine Herrschaft im inneren stabil zu halten. Daher beließ er es wohl aus Realismus bei einer Befehlswirtschaft, statt einer Staatswirtschaft. Theoretisch war diese aber gewollt, da muss man sich nur ein paar nationalsozialistische Grundlagenwerke näher anschauen.

Ohne den Krieg wäre die deutsche Wirtschaft aufgrund der hoffnungslosen Überschuldung des Staates ob kurz oder lang kollabiert, was keineswegs im Sinne des Kapitalismuses gewesen wäre.

Kurzum: Natürlich hat die NS-Diktatur der Großindustrie genutzt. Aber weder Monopolunternehmen wie die IG Farben, noch Rüstungunternehmen, die *natürlicherweise* und nicht aus liberaler Logik folgend der Politik der NSDAP nicht abgeneigt waren, kann man als Beispiel für eine Kapitalorientierung des Dritten Reichs heranziehen.

Das ist allein deshalb schon Stückwerk, weil sich mehr oder weniger jeder "Anpassungswillige" (also fast alle Deutschen) mit dem Dritten Reich arrangiert hat. Die Politik ging daher weder völlig an den Interessen der Großindustrie vorbei, noch an denen der Arbeiterschaft (mh, wie war das noch: Vollbeschäftigung, Wohlstandswachstum, 1. Mai etc.pp.). Theoretisch hat das alles seine Begründung im "Völkischen Staat". Und der geht an den Vorstellungen eines kapitalistischen und daher liberalen Systems ja sowas von weit vorbei...

RE: Angie Merkel beliebter denn je ;)

Verfasst: Mo 20. Aug 2007, 02:49
von Konrad Grimm
Original von vSzP
94 % der Unionsmitglieder wünschen sich Merkel weiterhin im Amt.

88 % der FDP-Mitglieder wünschen sich Merkel weiterhin im Amt.

77 % der Grünen wünschen sich Merkel weiterhin im Amt.

76 % der SPD-Mitglieder wünschen sich Merkel weiterhin im Amt.
Nicht, dass mir diese Umfrage nicht egal wäre, aber eines frag ich mich: Was hilft's der Frau Merkel, wenn ganz ganz viele Menschen sie toll finden, die dann trotzdem nicht ihre Partei wählen?

Verfasst: Mo 20. Aug 2007, 02:52
von Konrad Grimm
Übrigens, ich finde es beruhigend, dass Ratelon zumindest für DIESES Diskussionsthema noch nicht zu inaktiv ist; und lustig, dass dieses Thema auch ohne mich funktioniert...

Verfasst: Mo 20. Aug 2007, 03:00
von Konrad Grimm
Original von Carl Philipp van Tulpe
Es gab keine Diktatur in Deutschland, welche man als sozialistisch bezeichnen kann. Sondern zwei totalitäre, die eine hat sich nationalsozialistisch und die ander marxistisch-leninistisch geschimpft.
Der Marxismus-Leninismus ist also keine Spielart des Sozialismus? Das ist eine... interessante... Behauptung.

Übrigens, "geschimpft" hat sich die letztere Diktatur eine - demokratische.