Original Amber Marie Ford
Was man aber denke ich erwarten kann ist, dass die Opposition diese Situation nicht ausnutzt, um das Parlament zu sprengen und im virtuellen Leben eigentlich unbegründete Neuwahlen herbeizuführen. Hätte sie im dritten Wahlgang keinen Gegenkandidaten aufgestellt, hätte der Kanzlerkandidat der Koalitionsfraktionen eine relative Mehrheit erreicht und ernannt werden können. Die Opposition aber stellte einen Gegenkandidaten auf, welcher sowieso schon in der Wahl realistischerweise keine relative oder gar absolute Mehrheit zu erwarten hatte und selbst wenn spätestens nach der Rückkehr des aus realen Gründen abwesenden Koalitionsmitgliedes wieder gestürzt worden wäre. Ergebnis: Stimmenpatt, obligatorische Neuwahlen.
Sorry, aber das ist reine Spekulation. Einmal angenommen, ich hätte nicht kandidiert: was hätte diejenigen, die im dritten Wahlgang für mich gestimmt haben, dazu bewegen sollen nicht mit Nein zu stimmen? Etwa die bei SPDU, SDP und LL nicht vorhandene Überzeugung, von Metternich müsse unbedingt wiedergewählt werden?
Original Amber Marie Ford
Was diesem Spiel blüht wenn derartige Winkelzüge Schule machen dürfte allen klar sein: künftig gibt niemand seine Stimmen mehr aktiven und kompetenten Leuten seiner Partei, die er gerne im Parlament sehen möchte, sondern möglichst inaktiven, schusseligen, vergesslichen und oft abwesenden Kandidaten auf den Listen anderer Parteien, um diese zu so schwächen und notfalls auch aus der Opposition heraus noch übertölpeln zu können.
Ich glaube kaum, dass dies jemand ernsthaft in Erwägung ziehen wird, da jeder bestrebt sein wird, entweder die Partei mit seiner Stimme zu stärken die er angehört, oder mit der er sympathisiert.
Was den fehlenden Internet-Zugang zu hause angeht: ich wage mal zu behaupten, dass mittlerweile in jedem Dorf Westeuropas ein Internetcafé zu finden ist, wo man zu erschwinglichen Preisen sich einloggen kann. Wenn ich in Sankt-Petersburg eine Tastatur mit lateinischer Schrift finde, wird mich auch dort nichts davon abhalten können, hin und wieder mal einen Blick hier herein zu werfen.
Was das Pairing angeht, so ist es durchaus eine Überlegung wert, doch kann ich mich daran erinnern, dass es auch im RL nicht immer durchgezogen wurde. So weigerte sich zum Beispiel bei der Wahl von Ernst Albrecht zum niedersächsischen Ministerpräsidenten die SPD-Landtagsfraktion einen ihrer Abgeordneten aus der Abstimmung herauszuziehen (CDU und FDP hatten damals eine Mehrheit von ich glaube nur einer Stimme). Das Ergebnis war, dass der Abgeordnete aus einem Krankenhaus auf einer Trage in den Landtag gebracht wurde, um an der Abstimmung teilzunehmen.
Auf unser Simon bezogen - da gebe ich Scott Recht - heißt das: wenn es absehbar ist, dass die Mehrheitsfraktionen aufgrund von rl-bedingter Abwesenheit einzelner Abgeordneter damit rechnen können/müssen, keine eigene Mehrheit mehr zu haben: einfach mal die Opposition kontaktieren. Dafür gibt es schließlich die Fraktionsvorsitzenden, und ich kann mir nicht vorstellen, dass, bei aller Freude zum Opponieren, eine grundsätzliche Verweigerungshaltung besteht.
Edit: Rechtschreibfehler korrigiert.