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Verfasst: Mi 9. Mai 2007, 23:54
von vSzP
Original von Konrad Grimm
Die konservativen Wähler gleiten bei dieser Entwicklung zu den Nichtwählern ab. Die Union könnte von mir aus wandern, soviel sie will, wenn rechts von ihr starke Republikaner o.ä. stünden, die das freiwerdende Wählerpotential einsammeln. Nur da in Deutschland alles rechts der Union - und die CDU/CSU hat bei dieser Entwicklung kräftig mitgewirkt - als extremistisch gilt und damit gerade für die braven Bürgerlichen unwählbar ist, bleiben die eben am Wahltag zuhause. Und am Ende siegt wegen der besseren Mobilisierung die eigentlich zahlenmäßig unterlegene Linke.

Die CDU/CSU macht ihren Job nicht mehr, wenn sie die konservativen Wähler nicht mehr einbindet.
Wenn das mal alles so einfach wäre! Die Linken, die Rechten. Wie passen denn da die Wechselwähler ins Spiel die immer stärker werden? Wie passen denn da die rein, die erst CDU und dann SPD gewählt haben? Wer ist denn dann bitte schön das Original?

ich hab eben noch vernohmen, dass bei der cdu momentan die mitglieder wieder verstärkt austreten (nicht ganz so stark wie bei der spd, aber immerhin auch). Es wurden zwei Gründe am meisten genannt:

- die CDU ist mir zu sozialdemokratisiert
- die CDU tut zu wenig für die kleinen Leute.

Ja, was macht die CDU denn jetzt falsch wenn die Hälfte der ausgetretenen Mitglieder die CDU für zu kalt hält?

Verfasst: Mi 9. Mai 2007, 23:55
von Konrad Grimm
Ich gehe an die Parteien ran, wie man angesichts des Eisverkäufer-am-Strand-Dilemmas eben an die Parteien rangehen muss: Mit welchem Programm kann eine Partei die Stimmen insgesamt maximieren? Dabei interessiert mit vor allem, wie das bürgerliche Lager insgesamt seine Stimmen maximieren kann, weil es um die Erhaltung der strukturellen Mehrheit gegen die drei neosozialistischen Parteien geht.

Verfasst: Do 10. Mai 2007, 00:00
von Maximilian von Rohan-Mason
Du lässt dabei im Wesentlichen außer acht, dass Wähler flexibler werden (Sie suchen beste "Antworten", nicht beste "Ideologie") und das Kandiaten wichtiger werden. Dazu kommen noch viele andere Geschichten ("weiche Faktoren"); und die führen dazu, das mit nur Ideologie meiner Meinung nach keine Wahl gewonnen werden kann.

Verfasst: Do 10. Mai 2007, 00:24
von Konrad Grimm
Natürlich ist der Verkaufserfolg eines Produktes nicht nur davon abhängig, dass der Zielgruppe das Produkt gefällt: Der Verkäufer muss stimmen und die Art des Verkaufens auch.

Von Ideologiefreiheit kann in unserer Gesellschaft überhaupt keine Rede sein. Hör Dir mal an, wie oft in der politischen Debatte diese inhaltsleere Phrase "Gerechtigkeit" gedroschen wird.
Und hinter den Einstellungen der Menschen steht permanent nur Ideologie. Warum wollen Frauen arbeiten? Weil sie es wollen? Ja, das glauben sie zumindest. In Wahrheit: Weil das gesellschaftliche Leitbild es verlangt.

Verfasst: Do 10. Mai 2007, 00:44
von Konrad Grimm
Original von vSzP
Ja, was macht die CDU denn jetzt falsch wenn die Hälfte der ausgetretenen Mitglieder die CDU für zu kalt hält?
Die CDU hat genau den Fehler gemacht, ihr Stammklientel zu verlassen. Sie hat versucht, der SPD Wähler wegzunehmen und der FDP - und jetzt verliert sie eben nach beiden Seiten. Genau das sag ich ja.

Wobei der Verlust zur FDP nicht schmerzen darf. Das bleibt in der Familie. Es kommt darauf an, dass CDU, CSU und FDP insgesamt ihren Stimmenanteil maximieren.

Verfasst: Sa 23. Jun 2007, 00:49
von Konrad Grimm

Verfasst: Sa 23. Jun 2007, 11:08
von Istvan Schwartzwälder
Guter Kommentar von Ihnen Herr Grimm ;), wenn auch in der Schlussfolgerung nicht ganz meine Meinung. Wägt aber zunächst sauber die Situation ab, analysiert und stellt erst zum Schluss durch den Kommentar die eigene Meinung des Autors als Handlungsratschlag für die dem Autor näherliegenden bürgerlichen Parteien dar. Dass es unterscheidbare Alternativen geben sollte und es nicht nur eine "Staatsdoktrin" in dieser wichtigen gesellschaftspolitischen Frage geben sollte ist auch zu unterstützen.

Der Autor stellt gut heraus, dass es auch noch andere Meinungen zu dem Thema gibt und nicht alle beteiligten Kommentatoren, die nicht für eine einseitige Finanzierung staatlicher Erziehungs-, Bildungs- oder Betreuung-Institutionen sind, rückwärtsgewandte Erzreaktionäre sind.

Christdemokratisierung der SPD?

Verfasst: Sa 23. Jun 2007, 12:06
von Istvan Schwartzwälder
HANDELSBLATT, Samstag, 23. Juni 2007, 10:51 Uhr

Große Koalition sollte 2009 enden

„Die Christdemokratisierung der SPD“

CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla mäkelt mal wieder am Koalitionspartner herum: Mit den Linken hätte sich die SPD viel früher und schärfer auseinandersetzen müssen. Auch sei eine "Christdemokratisierung der SPD" offensichtlich und der Partner übernehme immer mehr konservative Positionen. Dennoch geht er davon aus, dass die große Koalition im Bund mit der Wahl im Herbst 2009 beendet wird.