Seite 5 von 7

Verfasst: Di 17. Nov 2009, 23:50
von Freiherr von Stern
Naja, mal abgesehen davon, dass dort auch mehrere Millionen Polen lebten, die dann im Anschluss an den 2. Weltkrieg ebenso vertrieben worden sind, wurden die Weißrussen und Ukrainer auch nie gefragt, wo sie hingehören wollten.

Kleines Detail am Rande: So gibt es zum Beispiel auf beiden Seiten des Bug Orthodoxe, für die das aufgrund der jetzigen EU-Außengrenze ein echtes Problem ist, da sie ihre Hauptkirchen jetzt nur schwer und bürokratisch umständlich erreichen. Was sagt uns das wieder einmal: Grenzen sind willkürlich. Zumal sind sie geronnene Macht und wurden in den wenigsten Fällen "friedlich" verändert.
Zudem haben sich Ethnien schon immer vermischt, assimiliert, sind gewandert, haben nebeneinander und miteinander existiert. Das war bis zum Zeitalter des Nationalismus kein Problem. So konnte z.B. das ursprünglich slawische Geschlecht der Greifen ohne Probleme Herzöge in Pommern sein, ohne dass sich irgendjemand groß Gedanken drüber gemacht hätte. Die Rolle von Slawen bei der "deutschen Ostsiedlung" sollte man auch nicht unter den Tisch kehren. Das was sich östlich von Saale und Elbe "deutsch" nennt und nannte ist ne ziemliche Mischpoke. Nur fehlt den meisten das Bewusstsein dafür. Und schon aufgrund dessen ist jede identitäre Vereinnahmung im Sinne einer "Nation" in Mittel- und Osteuropa Blödsinn, der Europa in zwei mörderische Weltkriege und mehrere Wellen von Vertreibungen gebracht. Und jetzt haben wir endlich die supertollen homogenen Nationalstaaten und diejenigen Nationalisten, die meinen den Kürzeren gezogen zu haben, sind immer noch nicht zufrieden.

Verfasst: Di 17. Nov 2009, 23:53
von Freiherr von Stern
Original von Francis Taubenschlag

Da bin ich dabei. Essen gut, alles gut. Außerdem bin ich selbst faul und autoritätsscheu wie ein Italiener. ;)
Hm...wenn ich mir überlege, dass zu der Zeit die Hermunduren in der Lausitz siedelten, die Tacitus zu den Sueben zählte...ich bin dagegen, dass meine Heimat schwäbisch wird. Spätzle Go Home! ;-)

Verfasst: Di 17. Nov 2009, 23:56
von Tony Gold
Original von Lady Enigma

Mein ältestes Buch ist von1743. Ich hab damit keine Probleme....
Ach Mist, das einzig ältere Deutsch was ich grad gefunden hab wär der Anfang vom Nibelungenlied, nur is das doch noch n bisschen viel älter:
Uns ist in alten mæren wunders vil geseit
von helden lobebæren, von grôzer arebeit,
von fröuden, hôchgezîten, von weinen und von klagen,
von küener recken strîten muget ir nu wunder hœren sagen.

Ez wuohs in Burgonden ein vil edel magedîn,
daz in allen landen niht schœners mohte sîn,
Kriemhilt geheizen: si wart ein scœne wîp.
dar umbe muosen degene vil verliesen den lîp.
Vieeeel Spaß beim Lesen.

Verfasst: Mi 18. Nov 2009, 00:03
von Lady Enigma
Tja. Und?
Auch das ist verständlich.
Wenn auch nicht mehr so leicht.
Guter Deutschunterricht und ein Minimum an Interesse an der Geschichte der eigenen Sprache sind da hilfreich....

Verfasst: Mi 18. Nov 2009, 00:24
von Hans Sack
Original von Tony Gold

Vieeeel Spaß beim Lesen.
Also ich habe keine Probleme dabei das zu Lesen.

Verfasst: Mi 18. Nov 2009, 01:16
von pjotr
Probiers mal mit den ersten Zeilen des Hildebransliedes:
Ik g1horta dat eggen
dat ih urhettun ænon muot1n •
h1lt1brant ent1 hadubrant untar her1un tuem •
unu fatarungo • 1ro aro r1htun •
garutun e 1ro gudhamun • gurtun ih • 1ro • uert ana •
hel1do ubar r1nga do ie to dero h1ltu r1tun •
h1lt1brant g1mahalta her1brante unu • her uua heroro man
ferahe frotoro • her fragen g1tuont
fohem uuortum • ¿er in fater ¿ar1
f1reo 1n folche … •

Verfasst: Mi 18. Nov 2009, 01:20
von Freiherr von Stern
Hm...die Formatierung des i als 1 ist etwas irritierend ;-)

Verfasst: Mi 18. Nov 2009, 01:21
von pjotr
Oh, die Buchstaben gehen hier leider nicht.
Dann bitte hier nachlesen und übersetzen: http://de.wikisource.org/wiki/Hildebrandslied

Verfasst: Mi 18. Nov 2009, 01:56
von Hans Sack
Ja das liest sich schwer. Allerdings ist das auch schon 1200 Jahre Alt.

Verfasst: Mi 18. Nov 2009, 02:04
von pjotr
Das ist Deutsch ohne (bzw. mit weniger) Vermischung.