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Verfasst: Mo 22. Jun 2009, 02:00
von Richard Stresemann
Original von pjotr
Und deswegen soll man gleich sein lassen, was zu verbessern?
Nein, aber das sollte man trotzdem nicht vergessen und es etwas gelassener sehen.

Verfasst: Mo 22. Jun 2009, 02:03
von Montgomery Scott
Original von Richard Stresemann

Nein, aber das sollte man trotzdem nicht vergessen und es etwas gelassener sehen.
Die Betroffenen haben keinerlei Grund zu dieser Gelassenheit.

Verfasst: Mo 22. Jun 2009, 02:08
von pjotr
Original von Richard Stresemann
Nein, aber das sollte man trotzdem nicht vergessen und es etwas gelassener sehen.
Dann soll man doch aber bitte mal die Gesetzessituation für Arbeitssuchende auch dahingehend ändern, dass diese es mit der Jobsuche mal "etwas gelassener" nehmen können.
Ich kann doch nicht anfangen mit zweierlei Maß an Dingen zu messen.

Verfasst: Mo 22. Jun 2009, 02:11
von Richard Stresemann
Original von Montgomery Scott
Völlig korrekt aber jede Gruppe in der Gesellschaft muss eben für sein Recht kämpfen.
Womit auch ich für meinen Geldbeutel kämpfen muss.
Ich habe an mein Leben den Anspruch, dass mir alles offen steht, was ich erreichen möchte, soweit es gesellschaftlich umsetzbar ist und ich die persönlichen Voraussetzungen mitbringe.
Als persönliche Voraussetzung betrachte ich es auch, dass Du den von Dir gewünschten Lebensstil selbst finanzieren kannst - und dass nicht ich oder sonst wer das tun muss.
Dass "die Gesellschaft" im Bereich der Ausbildung in gewisser Weise in Vorschussleistung gehen muss, ist einsichtig. Aber irgendwann muss dafür eine Gegenleistung kommen.
Das ist kein Argument. Es kommen doch genauso ausländische Absolventen ins Land. Abgesehen davon, dass ich nicht glaube, dass ein Mensch seiner sozialen Umwelt für seine Bildung etwas schuldig ist.
Er bekommt also etwas und will dafür nichts geben? Warum soll ihm dann jemand etwas geben? Schon Kropotkin verweist ganz richtig darauf, dass Altruismus nur dann sinnvoll ist, wenn er reziprok erfolgt. Alles andere ist, biologisch ausgedrückt, Parasitismus.

Verfasst: Mo 22. Jun 2009, 02:14
von Richard Stresemann
Original von pjotr
Dann soll man doch aber bitte mal die Gesetzessituation für Arbeitssuchende auch dahingehend ändern, dass diese es mit der Jobsuche mal "etwas gelassener" nehmen können.
Ich meine mit "gelassener nehmen" lediglich, dass man Aussprüche vermeiden sollte wie "da ist Chancenungleichheit". Ja. Ist es. Wird es auch immer sein. Ich habe dagegen nichts dagegen zu sagen "hier können und sollten Chancen verbessert werden".

Verfasst: Mo 22. Jun 2009, 02:17
von Montgomery Scott
Original von Richard Stresemann
Als persönliche Voraussetzung betrachte ich es auch, dass Du den von Dir gewünschten Lebensstil selbst finanzieren kannst - und dass nicht ich oder sonst wer das tun muss.
Das ist gerade keine persönliche Voraussetzung. Ob ich mit 20 Jahren die Resourcen mitbringe, um mir ein Studium zu finanzieren, ist zu einem guten Teil NICHT von meiner persönlichen Leistungsfähigkeit abhängig. Und überhaupt ist die persönliche Eignung für eine bestimmte wissenschaftliche Ausbildung wohl etwas anderes als die Frage, ob ich sie mir leisten kann.
Dass "die Gesellschaft" im Bereich der Ausbildung in gewisser Weise in Vorschussleistung gehen muss, ist einsichtig. Aber irgendwann muss dafür eine Gegenleistung kommen.
Das geschieht ja auch, andernfalls wäre das Bildungssystem nicht finanzierbar.
Er bekommt also etwas und will dafür nichts geben? Warum soll ihm dann jemand etwas geben? Schon Kropotkin verweist ganz richtig darauf, dass Altruismus nur dann sinnvoll ist, wenn er reziprok erfolgt. Alles andere ist, biologisch ausgedrückt, Parasitismus.
Parasitismus wäre höchstens, seinen späteren Berufsweg ohne Rücksicht auf sozialen Nutzen zu wählen. Auf so einige Investmentbanker und Elite-PR-Berater mag das vielleicht zutreffen. Im Allgemeinen ist Arbeit aber eben auch immer Arbeit für die Gemeinschaft.

Verfasst: Mo 22. Jun 2009, 02:21
von Richard Stresemann
Original von Montgomery Scott
Parasitismus wäre höchstens, seinen späteren Berufsweg ohne Rücksicht auf sozialen Nutzen zu wählen. Auf so einige Investmentbanker und Elite-PR-Berater mag das vielleicht zutreffen. Im Allgemeinen ist Arbeit aber eben auch immer Arbeit für die Gemeinschaft.
Richtig. Aber wer auf einer deutschen Gratis-Uni studiert hat und dann - weil ihm die deutsche Steuer- und Abgabenquote zu hoch ist - ins Ausland geht, der verhält sich auch parasitär.

Verfasst: Mo 22. Jun 2009, 02:23
von Richard Stresemann
Und naja... hm...
Original von Montgomery Scott
Das geschieht ja auch, andernfalls wäre das Bildungssystem nicht finanzierbar.
... mit Blick auf die astronomische Staatsverschuldung bin ich mir nicht sicher, ob wirklich die zurückzahlen, die profitiert haben.