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Verfasst: Sa 5. Jul 2008, 14:48
von Kauli
Original von Baudouin de Billancourt
Irgendwo in Südosteuropa wird ein Mensch ermordet und deutsche Soldaten marschieren in das neutrale Belgien ein. Alles andere ist nebensächlich. Deutschland trug die Hauptschuld.
Oh heilige Einfalt... Glaube jemanden, der Geschichte an eine deutschen Universität studiert hat, das zwischen Sarajewo und dem Beginn des Krieges noch ein bisschen was passiert ist, was seinen Teil zum Ausbruch des Krieges beigetragen hat. Auch ein paar Ereignisse vor Sarajewo sind dabei zu betrachten.
Das deutsche Reich war nicht unschuldig am Ausbruch des 1. Weltkrieges. Allein schuldig waren wir aber auch nicht.
Verfasst: Sa 5. Jul 2008, 14:49
von Rainer Zufall
Original von Baudouin de Billancourt
Irgendwo in Südosteuropa wird ein Mensch ermordet und deutsche Soldaten marschieren in das neutrale Belgien ein. Alles andere ist nebensächlich. Deutschland trug die Hauptschuld.
Käse. Daß Deutschland die "Hauptschuld" trägt, das werden dir heute nichtmal mehr britische oder französische Historiker konstatieren. Man ist sich in Europa unter Historikern heutzutage einig, daß jeder den Krieg hätte verhindern können, doch keiner wollte dies. Daß Deutschland etwas aggressiver auf den Krieg gedrängt hat als sagen wir das Vereinigte Königreich ist evident, aber Deutschland war nicht Hauptkriegsverursacher.
Verfasst: Sa 5. Jul 2008, 14:53
von Montgomery Scott
Original von Damian Fuller
Es waren nicht nur die Nationalsozialisten, die gegen den "Vertrag" von Versailles opponiert haben. Diese haben dieses Diktat der Kriegsgewinner nur ausgenutzt, um ihre andere - damit nichts zu tun habende Ideologie - an die Macht zu bekommen.
Auch unter den Siegermächten gab es deutliche Kritik an der Art und Härte des Versailles-Konstrukts.
Und das deutsche Kaiserreich und andere imperiale Mächte Europas zu der Zeit haben sich auch nicht so viel geschenkt.
Also bitte etwas mehr Differenzierung bitte.
Naja, nach der radikallibertären Logik, die uns hier um die Ohren gehauen wird, war trotzdem jeder Nazi ein Held, der klar gegen Versailles opponiert hat. Auch wenn er vielleicht außerdem noch ein paar weniger rühmliche Dinge gemacht hat. Ich habe gar nicht behauptet, dass nur die Nazis Versailles kritisiert haben. Versailles war in meinen Augen auch nicht richtig. Aber darum geht es nicht. Es geht um das eindimensionale "Freiheit oder Regulierung"-Denken. So einfach ist es eben nicht immer. Eine intelligente Regulierung kann in der Summe langfristig mehr Handlungsfreiheit bringen als ein liberales System, was kollabiert, weil manche Leute eben gar kein Interesse daran haben, dass es so frei und fair bleibt.
EDIT: Aber um Handlungsfreiheit geht es den "Liberalen" eben nicht. Es geht um die rein theoretische Freiheit, die einigen die Möglichkeit verschafft, die Freiheit Anderer rein theoretisch bleiben zu lassen.
Verfasst: Sa 5. Jul 2008, 14:56
von Albert von Romanow-Bernstein
edit: hat schon jemand gesagt

Verfasst: Sa 5. Jul 2008, 15:56
von Baudouin de Billancourt
Original von Kauli
Oh heilige Einfalt... Glaube jemanden, der Geschichte an eine deutschen Universität studiert hat, das zwischen Sarajewo und dem Beginn des Krieges noch ein bisschen was passiert ist, was seinen Teil zum Ausbruch des Krieges beigetragen hat. Auch ein paar Ereignisse vor Sarajewo sind dabei zu betrachten.
Deutschland hat Frankreich den Krieg erklärt und ein neutrales Land angegriffen, wodurch es England erst dazu gebracht hat, in den Krieg einzutreten. Deswegen kann ich keine apologetisierende Nicht-unschuldig-Rhetorik akzeptieren. Deutschland trug die Hauptschuld.
Verfasst: Sa 5. Jul 2008, 16:00
von Baudouin de Billancourt
Original von Montgomery Scott
Naja, nach der radikallibertären Logik, die uns hier um die Ohren gehauen wird, war trotzdem jeder Nazi ein Held, der klar gegen Versailles opponiert hat.
Wer hat das wo gesagt? -wenn Du das nicht beantworten kannst: wie kannst Du von irgendeiner Aussage in diesem Thread darauf schließen?
Eine intelligente Regulierung kann in der Summe langfristig mehr Handlungsfreiheit bringen als ein liberales System,
Nein; außerdem ist und bleibt so eine Regulierung unnötig und ungerecht.
was kollabiert, weil manche Leute eben gar kein Interesse daran haben, dass es so frei und fair bleibt.
Damit es nicht kollabiert, gibt es Polizei, Justiz und Militär. Ökonomisch ist so ein System das stabilste, was es geben kann.
Verfasst: Sa 5. Jul 2008, 16:13
von Albert von Romanow-Bernstein
Original von Baudouin de Billancourt
Deutschland hat Frankreich den Krieg erklärt und ein neutrales Land angegriffen, wodurch es England erst dazu gebracht hat, in den Krieg einzutreten. Deswegen kann ich keine apologetisierende Nicht-unschuldig-Rhetorik akzeptieren. Deutschland trug die Hauptschuld.
Hauptschuld im Sinne von "den größten Teil der Schuld". Niemand hatte schließlich größere Chancen die Entwicklungen im Juli 1914 zu stoppen. Alleinschuld auf keinen Fall!
Verfasst: Sa 5. Jul 2008, 16:17
von Baudouin de Billancourt
Original von Albert von Romanow-Bernstein
Hauptschuld im Sinne von "den größten Teil der Schuld". Niemand hatte schließlich größere Chancen die Entwicklungen im Juli 1914 zu stoppen. Alleinschuld auf keinen Fall!
Zustimmung.
Verfasst: Sa 5. Jul 2008, 16:32
von Peter Vain
Ich würde ja sagen, ein Truthahn hatte an allem Schuld, oder so ein Ostrich...?
Verfasst: Sa 5. Jul 2008, 16:49
von Montgomery Scott
Original von Baudouin de Billancourt
Wer hat das wo gesagt? -wenn Du das nicht beantworten kannst: wie kannst Du von irgendeiner Aussage in diesem Thread darauf schließen?
Du hast behauptet, wer die EU für gut heißt, wäre näher am Faschismus als jemand, der sie - warum auch immer - ablehnt. Unabhängig von einzelnen Inhalten sondern nur mit der Begründung, dass die EU international Normen durchsetzt.
Nein; außerdem ist und bleibt so eine Regulierung unnötig und ungerecht.
Ob sie gerecht ist oder nicht, kann man nur im Anblick einzelner Konsequenzen beurteilen.
Damit es nicht kollabiert, gibt es Polizei, Justiz und Militär. Ökonomisch ist so ein System das stabilste, was es geben kann.
Achja? Und die stetig zunehmende Kapitalakkumulation ist nur eine Folge von Regulierungen, die auf das Gegenteil ausgerichtet sind? Und die Determination von Aufstiegschancen nach sozialer Herkunft genauso? All diese Eigenschaften einer wirtschaftsliberalen Ordnung machen die tatsächliche individuelle Handlungsfreiheit der Menschen zunichte. Der Kapitalismus basiert genauso wie jede andere ökonomische Herrschaftsform darauf, dass eine Elite die zum materiellen Erhalt nötige Arbeit an die arbeitende Masse delegiert und sich im Gegenzug selbst die gesamte Handlungsfreiheit in der Gesellschaft aneignet. Es gibt keine stabile Freiheit im "Liberalismus".